Beschreibung
Steinbach, Erwin von
Titel: Stein der Lebendige
Reych: Nr. 38 Strasseburgia (Straßburg)
Geb.: 1244 in Steinbach
Gest.: 17.01.1318 in Straßburg
Volltext
deutscher Baumeister Im Scheitel der Entwicklung deutscher Baukunst während des Mittelalters steht das Werk des Heroen. Er wuchs heran im Zeitraum des Interregnums. Während seines Lebens verebbte das Zeitalter der Dome, an ihre Stelle trat die Vielzahl der Pfarrkirchen. Waren einst Kaiser und Könige, Bischöfe und Äbte Auftraggeber gewesen, jetzt meldete sich der Bürger zu Wort und übernahm die kulturellen Aufgaben. Die künstlerische Formensprache wechselte: war in den Schöpfungen der Ottonen und Salier noch ein Klang aus antiker Tradition gewahrt geblieben und nochmals angestiegen in der Schönheit gotischer Architektur, nach Erwin entfaltete deutsches Bauen eine eigene Wesensart. Erwin von Steinbach stand auf der Scheide der Zeiten und ihrer künstlerischen Tendenzen, ihm war nicht zufällig der Ort seines Wirkens im Raum Deutschland und Frankreich zugewiesen. Erwin ist einer der ersten deutschen Baumeister, die wir mit Namen kennen. Dennoch sind die urkundlichen Mitteilungen über ihn dürftig, die Vorstellung von ihm und seinem Schaffen ist im wesentlichen auf die Aussage seines Werkes angewiesen. Am Hauptportal des Münsters zu Straßburg soll nach Angaben aus der Zeit um 1600 eine Inschrift in großen Buchstaben gemeldet haben: „Anno domini MCCLXXVII in die beati Urbani, 25. Mai, hoc gloriosum opus inchoavit magister Erwinus de Steinbach." Acht Jahre später erscheint sein Name in einer Urkunde, aber auf der Stelle einer Rasur und kehrt erst 1316 wieder, eingemeißelt im Gesims der Marienkapelle, die bis 1682 unter der zweiten nördlichen Arkade im Straßburger Landhaus stand. Erhalten hat sich nur eine Platte mit den Worten „Edificav.h.op.Magr.Erwin ...". Zwei Jahre nach dem Tode seiner Frau starb 1318 „magister Erwin gubernator fabrice ecclesie argntt". Der gemeinsame Gedenkstein hält auch das Todesjahr 1339 des Sohnes Johannes fest, der als „magister operis" genannt wird, also wohl Nachfolger seines Vaters im Amt des Dombaumeisters gewesen ist. Die Nachricht über Erwins Anteil beim Baubeginn entstammt möglicherweise gutgläubiger Legende, da der Zusatz „von Steinbach" sonst nicht nachzuweisen ist. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt