Reych Nr. 315

Stifter, Adalbert

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Stifter, Adalbert
Titel: Hochwald
Reych: Nr. 315 Paixhanslia a.d.V. (Vöcklabruck)
Geb.: 23.10.1805 in Oberplan
Gest.: 28.01.1868 in Linz

Volltext

österreichischer Schriftsteller Adalbert Stifter war der Sohn eines Leinenwebers und Flachshändlers und verlebte eine fröhliche Kindheit unter der Obhut der Eltern und Großeltern. Nachdem der Vater 1717 tödlich verunglückt war, wurde Adalbert auf das Gymnasium in Kremsmünster geschickt. Neben dichterischen Versuchen widmete er sich auch der Malerei, die er lange Zeit für seinen Lebensberuf hielt. Seit 1826 studierte er in Wien die Rechte und hatte auch nach Abschluss seiner Studien mit Privatstunden soviel Erfolg, dass er sich ohne eigentlichen Beruf ernähren konnte. 1837 vermählte er sich mit Amalie Mohaupt. Verschiedene Versuche, aus der Hauslehrerexistenz herauszukommen, scheiterten. 1840 hat er auf Zureden seiner Freunde den Mut gefasst, mit seiner ersten Erzählung „Der Kondor", an die Öffentlichkeit zu treten. Nach dem Anfangserfolg ließ er eine ganze Reihe ähnlicher Schriften folgen, die in Österreich und Deutschland begeisterte Aufnahme fanden. 1844 gab er seine ersten beiden Sammelbände mit Erzählungen unter dem Titel „Studien“ heraus, denen bis 1850 noch vier weitere Bände folgten, die seinen Ruhm begründeten. Nach der Revolutionsbewegung, die ihn abstieß, siedelte er nach Linz über, wo er das Amt eines Schulrates übernehmen durfte. 1853 erschien eine zweite Sammlung von Erzählungen unter dem Titel „Bunte Steine". 1857 unternahm er eine Reise in die südlichen Provinzen Österreichs. Da die Ehe Stifters kinderlos blieb, hatte das Paar eine Nichte Juliana aufgezogen und nach einer Italienreise eine andere Verwandte, Josefine, aufgenommen. Jetzt begann sich Stifters Leben zu trüben. Erst starb die Mutter, ein Jahr später Josefine an Schwindsucht, kurz darauf beging Juliane Selbstmord. Daneben stellten sich etwa seit 1860 körperliche Leiden ein, die durch Erholungsreisen und Kuren nur unerheblich gebessert wurden. 1866 erhielt er seine Pensionierung. Die letzten Früchte seines Schaffens waren größere Romane, wie „Nachsommer" und „Witiko“, der erste Roman eines geplanten Zyklus. Das Ende Stifters war tragisch. Durch die Qualen seines Leidens des Lebensmutes beraubt, griff er zu einem Rasiermesser und brachte sich am Hals einen Schnitt bei, an dem er verblutete. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt