Reych Nr. 315

Stelzhamer, Franz

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Stelzhamer, Franz
Titel: Piesenham
Reych: Nr. 315 Paixhanslia a.d.V. (Vöcklabruck)
Geb.: 29.11.1802 in Großpiesenham
Gest.: 14.06.1874 in Henndorf

Volltext

österreichischer Heimatdichter Der als Bauernsohn zur Welt gekommene Stelzhamer studierte am Gymnasium in Salzburg, begann 1825-29 sein Jurastudium in Graz und war anschließend Hauslehrer in Bielitz/Schlesien. 1831 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien und schloss eine Ausbildung im Priesterseminar in Linz an. Bald darnach lernte er eine Schauspielergruppe in Passau kennen, der er sich bis zu deren Auflösung anschloss, um seine Mundartgedichte in Bayern und Österreich vortragen 1845 heiratete er Betty Reyß, die fast 17 Jahre jünger war und aus einfachen Verhältnissen kam. Von Anfang an hing das Verhängnis über dieser Ehe. Sie suchte wohl eher in ihm einen Ersatz für ihren früh verstorbenen Vater, aber auch er, der seinen ungezügelten Freiheitsdrang nur zeitweise unterdrückte, war nicht glücklich, was aus seinen Notizen hervorging: „Von meinem Ehestand ist wenig zu sagen, ich hatte keinen glücklichen. Unsere Bildungsstufe war zu verschieden". Echte Not, echter Hunger und vielleicht auch das Werben eines anderen um die Hand seiner Frau waren schuld, dass er wieder „frei“ war. Er lebte, wo es ihm zusagte. Linz und Salzburg waren Stationen seiner „Flucht“. Armut war damals und eigentlich das ganze Leben lang sein Begleiter, obwohl er immer wieder versuchte, sein Glück als „Piesenhamer Franz" mit Vorträgen seiner Werke zu finden. 1862 erhielt er ein staatliches Ehrengehalt vom oberösterreichischen Landtag und vom Ministerium in Wien zugebilligt. Sechs Jahre danach heiratete er ein zweites Mal, nämlich die Lehrerin Elis. Th. Pommer, eine Jugendfreundin, und wohnte seither in Henndorf. Der Ehe entsprang eine Tochter Seine Gedanken drehten sich meist mit frischem, ursprünglichen und humorvollem, oft auch tiefsinnigem Ursprung um sein tägliches Leben. Man spürt in seinen Gedichten die Liebe zu seiner Familie, speziell zu seiner Mutter, die sich zeitlebens bemühte, ihn zu unterstützen, während sein Vater ihm das Haus verbot, weil er nur auf Wanderschaft war und nichts Rechtes auf die Beine stellen Er war wohl ein bedeutender Dialektdichter des österreichisch-bayerischen Raumes, aber trotz seiner stimmungsvollen, lyrischen Erzählungen war ihm der erhoffte Erfolg versagt geblieben. An einige seiner Werke sei erinnert: „D'Ahnl“, ein Dialektepos in Hexametern, „Liebesgürtel", „Das bunte Buch", „Gambrinus", „Politische Lieder", „Die Dorfschule". Aus seinem Nachlass erschienen „Sittenbild“, „Charakterbild aus dem oberösterreichischen Dorfleben" und biographische Aufzeichnungen „Erinnerungen aus meiner Studienzeit". In Linz und in Ried wurden ihm Denkmäler errichtet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt