Beschreibung
Stieler, Karl Dr. (auch Karl Stieler sich zum Kunstmaler ausbilden lassen, studierte dann aber wegen mangelnden)
Titel: Werinher vom Tegernsee
Reych: Nr. 320 Am Tegrinsee (Tegernsee)
Geb.: 15.12.1842 in München
Gest.: 12.04.1885 ebenda
Volltext
deutscher Archivar und Dichter Wie sein Vater Joseph, der als König Ludwigs I. Hofmaler das bekannte Goethe-Bildnis malte, wollte Talents in seinem Geburtsort München und in Heidelberg Jura, war Rechtspraktikant am Landgericht Tegernsee, erwarb 1869 den Dr. jur. und trat bald darauf in das Münchner Reichsarchiv ein, wo er 1882 Staatsarchivar wurde. Reisen führten ihn nach Paris, Rom, Wien und Norddeutschland. Er starb vorzeitig an einer Lungen- und Brustfellentzündung. Als Lyriker trat er zunächst mit Mundart-Gedichten hervor, in die viel Witz und Humor, aber auch Ernst einfloss. Das lyrische Element drang bei kerniger und männlicher Eigenart erst später durch, besonders in seinen hochdeutschen Gedichten, die Themen der engeren und weiteren Heimat, der Natur und der Familie bevorzugen. Alles, was ihn liebenswert macht, findet hier künstlerischen Dem mittelhochdeutschen Dichter Werinher von Tegernsee setzte er mit „Werinhers Bergfahrt" ein Denkmal. Sein kleines Epos „Winteridyll“ hat ihn mit über 50 Auflagen weitherum bekannt gemacht. Die wichtigsten seiner Prosa-Schriften sind erst nach seinem Tode erschienen, so „Kulturbilder aus Bayern", „Natur- und Lebensbilder aus den Alpen", „Aus Fremde und Heimat" u.a.m. sowie Sammelbände von Vorträgen, Aufsätzen, Stimmungsbildern, die dem bayerischen Hochland und dessen Bewohnern gelten. Stieler meinte: „Die Kraft der Gegenwart liegt im Bewusstsein der Vergangenheit". Mit seinem Werk vertritt der bayrischer Hochlanddichter weitgehend sogenannte Heimatkunst (wie Peter Rosegger, Theodor Storm). Paul Heyse hat ihn Anfang der 60er Jahre in den Münchner Dichterkreis eingeführt, wo er mit Emanuel Geibel, Friedrich Bodenstedt, Heinrich Leuthold, Felix Dahn, Hermann Lingg u.a. bekannt wurde und die Freude an der edlen Form übernahm. (Text: Rt. Triolett (324))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt