Beschreibung
Troll, Thaddäus
Titel: Troll
Reych: Nr. 338 Trutze Achalm (Reutlingen)
Geb.: 18.03.1914 in Bad Cannstadt
Gest.: 05.07.1980 in Stuttgart
Volltext
deutscher Schriftsteller, Journalist und Humorist Als Hans Bayer wurde Troll am 18.03.1914 in Stuttgart-Bad Cannstadt geboren. Nach dem Studium von Germanistik, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Theater- und Zeitungswissenschaft war er Soldat und leitete während der Kriegsgefangenschaft das Lagertheater Als Journalist gab er zusammen mit Werner Finck die erste deutsche Satirezeitschrift nach dem Krieg „Das Wespennest“ heraus und arbeitete für den „Spiegel“. Er wählte für seine Tätigkeit als freier Schriftsteller das Pseudonym Thaddäus Troll, textete für das Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“ und machte sich als Theaterkritiker einen Namen. Auch in der Organisation der Literaten war Troll aktiv, gründete den „Tisch der Dreizehn“, einen frühen literarischen Stammtisch und war stellvertretender Vorsitzender des Gesamtverbands deutscher Schriftsteller, wo er namhafte Kollegen 1970 zum Schriftstellerkongress zusammenführte. Troll war stellvertretender Rundfunkratsvorsitzender des Süddeutschen Rundfunks, Vorsitzender des Fernsehausschusses, Programmausschusses Expertenkommission Neue Medien in Baden-Württemberg. 1975 wurde er ins Präsidium des P.E.N.-Zentrums berufen, wo er sich besonders für die sozialen Rechte der schreibenden Zunft und im In- und Ausland inhaftierte Autoren einsetzte, was ihm den Vorwurf einbrachte, „geistiger Urheber des Terrorismus“ zu sein. In „Das große Thaddäus Troll Lesebuch“ verfasste er zu Lebzeiten seinen Nachruf. 1980 schied er freiwillig aus dem Leben. Trotz internationaler Bestrebungen blieb er seiner schwäbischen Heimat verbunden, nicht nur in seinem vielleicht bekanntesten Werk „Deutschland, deine Schwaben“, er übersetze auch ein englischsprachiges Aufklärungsbuch für Kinder ins schwäbische „Wo kommet denn dia kloine Kender her“ und Hochdeutsche. Ebenso hat er Molières „Der Geizige“ und das Hohelied Salomons ins Schwäbische übertragen. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt