Beschreibung
Busch, Wilhelm
Titel: Hans Huckebein
Reych: Nr. 378 Graetz an der Mur (Graz)
Geb.: 15.04.1832 in Wiedensahl
Gest.: 09.01.1908 in Mechtshausen
Volltext
deutscher Dichter, Maler, Zeichner, Humorist Wilhelm Busch wurde als erstes von 7 Kindern geboren. Die Liebe und Strenge, die ihm von seinem Vater, einem heiteren und arbeitsfrohen Krämer und seiner Mutter, einer stillen und frommen Hausfrau zuteil wurde, haben aus dem zu mancherlei Streichen aufgelegten Jungen einen rechtschaffenen und heiteren Menschen werden lassen. Er hatte einen ausgesprochen parodistischen Humor, der die groteske Verhöhnung von menschlichen Schwächen in der witzigen Form des Reimes und in der Karikatur der Zeichnung widerspiegelt. Viele seiner gereimten Erzählungen haben ihren Ursprung in eigenen Jugenderlebnissen und Bekanntschaften mit verschrobenen Menschen aus der Nachbarschaft. In seinem Artikel „Was mich betrifft" im Morgenblatt der Frankfurter Zeitung gesteht W. Busch einen Streich, den er mit einem benachbarten Kuhjungen ausführte. Der Junge, der beim Küster Dienst machte, stahl einen großen Kirchenschlüssel, feilte ein Zündloch hinein, stopfte das „Kanonenrohr“ mit gehacktem Fensterblei und Pulver, das Busch aus dem väterlichen Bodenversteck des Krämerladens beschaffen musste. Kaum war die Kanone ausprobiert, gab es zuhause mit dem Stock einen Ringeltanz um den Pulvertopf. Ähnlich war es mit dem Dorflehrer oder seinem Onkel, von dem er Hiebe bezog, weil er dessen Pfeife mit Roßhaaren gefüllt hatte. Wer kennt nicht seine humorvollen Prosageschichten von Eduards Traum oder dem Schmetterling, bei denen man so richtig fühlt, dass das Herz dieses Mannes dazu gehören musste, um so zu schreiben. Oder mag man an die Gedichtsammlung „Kritik des Herzens" denken, dessen bekanntester selbstkritischer Spottvers lautet: „Früher, da ich unerfahren und bescheidner war als heute, hatten meine höchste Achtung andre Leute. Später traf ich auf der Weide außer mir noch mehrere Kälber und nun schätz ich sozusagen erst mich selber." Welcher Humor klingt aus seiner Gedichtsammlung „Zu guter Letzt" in den Versen: „Die Tugend will nicht immer passen, im ganzen Iässt sie etwas kalt, und dass man eine unterlassen, vergisst man bald. - - Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster, der von vergangnen Zeiten träumt, an die Gelegenheit zum Laster, die er versäumt." Nicht nur seine Verse und Reime sind es, die uns ansprechen, sondern eigentlich untrennbar davon seine Zeichnungen. Ein Maler wies ihm den Weg nach Düsseldorf. Von dort begab er sich zur Malerschule nach Antwerpen, wo er zum erstenmal in seinem Leben die Werke alter Meister bewundern konnte. In die Heimat zunickgekehrt ging er nach München, wo er seinen Neigungen ungebunden und frei im Münchner Künstlerverein nachgehen konnte. „Oh, wie beglückt ist doch ein Mann, wenn er Gedichte machen kann!" Busch war Mitarbeiter an den „Fliegenden Blättern" und den „Münchner Bilderbogen" von 1859 - 1871. Wilhelm Busch schrieb über sich selbst: „Das Portrait, um rund zu erscheinen, hätte mehr Reflexe gebraucht. Doch manche vorzügliche Menschen, die ich liebe und verehre, für Selbstbeleuchtungszwecke zu verwenden, wollte mir nicht passend erscheinen, und in Bezug auf andere, die mir weniger sympathisch gewesen, halt ich ohnehin schon ein mildes, gemütliches Schweigen für gut. So steh ich denn tief unten auf der Schattenseite eines Berges. Aber ich bin nicht grämlich geworden, sondern wohlgemut, halb schmunzelnd, halb gerührt, höre ich das fröhliche Lachen von anderseits her, wo die Jugend im Sonnenschein nachrückt und hoffnungsfreudig nach oben strebt!" (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt