Beschreibung
Taube, Evert
Titel: Samborombom der schwedische Troubadour
Reych: Nr. 350 Holmia (Stockholm), erk.
Geb.: 12.03.1890 in Göteborg
Gest.: 31.01.1976 in Stockholm
Volltext
schwedischer Dichter, Komponist, Sänger und Maler Evert Taube schrieb in dem von ihm 1952 verfassten Buch Jag kommer av ett brusand' hav: "Bei meiner Ankunft in diesem Jammertal Mittwoch den 12. März 1890 um 5 Uhr frühmorgens wurde ich als Totgeburt betrachtet und bei Seite gelegt. Aber als der Doktor den Todesfall feststellen sollte, begnügte er sich nicht damit sondern er wiederbelebte mich.“ Das Schicksal wollte es, dass er, das 4. von 13 Kindern in der Wohnung des Großvaters in Göteborg geboren wurde und nicht auf der vor der Hafeneinfahrt von Göteborg gelegenen Insel Vinga, wo sein Vater Leuchtturmwärter war. Denn wäre er auf Vinga geboren worden, so wäre das schwedische Kulturleben heute um Etliches ärmer. Die Kindheit verlebte Evert auf Vinga, sie wurde geprägt von Schiffen, Fisch, Seemannsleben und den Geschichten über fremde Länder und Häfen. Auf Vinga wohnten vier weitere Familien mit insgesamt zehn Kindern, die ein eigenes Schulhaus hatten. Eigentlich besuchte man nur sechs Monate im Jahr die Schule, die durch diese geringe Klassenstärke eine gründliche Ausbildung mit sich brachte. Hier lebte er bis er 13 wurde. Der Vater weckzr in ihm das Interesse für Literatur und Sprachen, aber auch für die Musik, denn die Familie brachte ihm Carl Michael Bellman (ES Fredman der Movitzige) näher. Dass ihm diese Jahre sehr viel bedeuteten, kann man seinem zuvor genannten Buch als auch Briefen entnehmen. Rührend sind diese Zeilen von der kleinen Schule in der ehemaligen Lotsenstation und den Weg dorthin auf dieser nur 0,3 km² groβen Schäre. Seine schulische Ausbildung begann er 1904/05 in Malmö, bei der Familie eines Onkels einquartiert doch die Leistungen waren mittelmäßig. Die Familie zog 1906 nach Göteborg und er brannte durch nach Stockholm und verbrachte die erste Nacht dort auf einer Bank neben Bellmans Grab auf dem Friedhof der St Clara Kirche am Hauptbahnhof. Nachdem es nicht so verlief, wie er es sich gedacht hatte und der Vater dies erahnte, fuhr dieser nach Stockholm und stellte dem Sohn ein Ultimatum: Internat oder zur See. Evert wählte letztgenanntes und fuhr einige Jahre zur See, beginnend als Heizer und 1910 begab er sich nach Argentinien und schlug sich als Knecht und Arbeiter beim Kanalbau durch. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges kehrte er zurück nach Schweden und führte das Lebens eines freien Künstlers, heiratete 1925 die Künstlerin Astri Bergman, mit der er vier Kinder hatte. Seine Lieder, die er ab Beginn der 1920er Jahre veröffentlichte, wurden in Schweden bald populär. Er sang seine eigenen Lieder virtuos und veröffentlichte zahlreiche Schallplatten; ein erfolgreicher Interpret der Lieder wurde sein 1934 geborener Sohn Sven Bertil Taube. Evert Taube erhielt zahlreiche Ehrungen, bei denen wieder sein berühmter Vorgänger Carl Michael Bellman in Erscheinung trat; 1950 erhielt er den Bellman-Preis der Schwedischen Im Alter von 86 Jahren verstarb er am 31. Januar 1976 in Stockholm und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof der St. Maria-Magdalena-Kirche. (Text: Rt. Franco-Vadius (350))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt