Beschreibung
Thöny, Eduard
Titel: Simplicissimus
Reych: Nr. 125 Pons Drusi (Bozen)
Geb.: 09.02.1866 in Brixen
Gest.: 26.07.1950 in Holzhausen
Volltext
österreichscher Maler und Zeichner Ab 1897 war Thöny ständiger Mitarbeiter des „Simplicissimus" in München. Seine leicht karikierenden Schilderungen der Gesellschaft, des Sports und des Militärs, waren seine Spezialitäten, aber auch das Bauerntum war stark in seinen Werken vertreten. Weithin bekannt sind u. a. „Der Leutnant", 1899, sowie „Vom Kadetten zum General", 1906, „Der bunte Rock und „Gemischte Gesellschaft". Mit dieser kurzen Beschreibung sind auch meist schon die Informationen erschöpft, die in Lexikas oder anderen Beschreibungen zu finden sind. Man muss bei diesem Heroen auch sein Umfeld beleuchten, um mehr über ihn zu erfahren. In seinem Leben machte er kaum Schlagzeilen, was seinen Lebensablauf betrifft. Er war Maler und Zeichner. Es wäre ein Leichtes, dieses Blatt mit seinen Zeichnungen zu füllen, die mehr aussagen, als 1000 Worte. Thöny war Schüler von Löfftz und Defregger in München. Wenn von seinem Umfeld die Rede war, so bezieht sich dies vor allem auf Ludwig Thoma und Olaf Gulbransson. Sie alle verband der „Simpl“ jenes 1896 gegründete Wochenblatt, das damals für 10 Pfennige die „Moderne“ war. Wer damals etwas erfahren wollte, der brauchte sich nur dieses Heft zu kaufen. Da war, so ein Zitat, „der kohlschwarze Südtiroler Eduard Thöny, so lang gewachsen, dass er, wenn er sich vom Sitz erhob, gar kein Ende nehmen wollte". Dennoch jeder Zoll von ihm war der geborene Maler. Ihm war das Zeichnen Element: Wohin das kluge Auge blickte, im ganzen weiten, gesellschaftlichen Umkreis fand er Nahrung und Stoff. Seine frappanten Typen fanden selbst innige Bewunderung bei dem Meister Menzel. In einem Buch über Olaf Gulbransson fand ich folgende, bezeichnenden Zeilen: „Mein Bruder und ich hatten Spaß daran, in einen Verschlag des Dachbodens zu kriechen, um die aufgestapelten Simplicissimus-Hefte anzuschauen. Wir fanden sie schön bunt und aufregend: „Thöny gehört mir!" sagte ich und „Olaf mir", ergänzte mein Bruder Björn. Aber auch im Privaten fanden sich die beiden. Sie unternahmen gemeinsam im Frühjahr 1903, als sie Urlaub machten, eine Radtour nach Italien über die Riviera bis nach Florenz, was, wie die Beteiligten meinten, eine große Leistung war. Bei Ludwig Thoma und seiner Lebensgeschichte finden wir ihn meist mit anderen Zeichnern wie Paul, Wilke, Reznicek, stets im Kreise des „Simpl“. Seine Werke sind in der Graphischen Sammlung und in der Städtischen Galerie in München, im Kupferstichkabinett in Dresden und in der Berliner Nationalgalerie zu bewundern. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt