Beschreibung
Söller, Heinrich
Titel: Plasto del Basso
Reych: Nr. 304 An der Meyenburg (Schweinfurt), erk. 09.02.158
Geb.: 14.01.1903 in Eltmann
Gest.: 07.02.1997 in Schweinfurt
Volltext
deutscher Bildhauer wld. Sasse des Reyches An der Meyenburg Heinrich Söller war ein gefragter Künstler. 1903 in Eltmann geboren erlernte er dort das Handwerk des Steinmetzes. Ab 1920 besuchte er die Kunstgewerbeschule in München, von der er 1922 an die Kunstakademie zu Prof. Bleeker wechselte. Seine Studien schloss er 1928 als akademischer Bildhauer ab und ließ sich in München als freischaffender Künstler nieder, bevor er 1932 nach Schweinfurt mit einer kriegsbedingten Unterbrechung umsiedelte. 1955 bezog er mit seiner Frau Dr. Maria Söller samt Sohn Bernhard und Tochter Evelyn das neugeschaffene Haus mit Atelier in der Sonnenstrasse 11. Die beeindruckenden Ergebnisse seiner vielfältigen Aufträge aus öffentlicher, kirchlicher und privater Hand finden sich in ganz Franken und im Bereich des Bistums Fulda. Beispielhaft genannt für Schweinfurt sei das Ehrenmal der Stadt, der Tabernakel von St. Anton, die Madonna und der Taufstein von Heilig Geist, die Kreuzwegstationen und 2 Reliefs von St. Kilian, sowie die Mantelmadonna der St. Josefkirche. Im Dom zu Würzburg gestaltete er die Bronzetüre zum Kreuzgang. Berühmt sind auch die Porträtköpfe aus Terrakotta oder nachträglich erfolgtem Bronzeguss. Viele bekannte Schweinfurter saßen in seinem Atelier als Modell. Auch in privaten Haushalten der Stadt finden sich seine Porträtköpfe. Es gehörte damals zum Selbstverständnis Schweinfurter Bürger, den Kopf des Kindes oder den eigenen von Söller aus Ton formen zu lassen. Ehrungen erfuhr der Künstler im Alter. Nach der Stadtmedaille wurde ihm der Kulturpreis des Bezirkstages Unterfranken verliehen. 1990 erhob ihn Papst Johannes Paul II zum Ritter des Silvesterordens. 48 Jahre war Heinrich Söller alt, als er im Oktober 1951 Prüfling der Meyenburg wurde. Heinrich Söller wurde am 11.02.1952 sodann als Kn 28 unseres Reyches in die Schlaraffia aufgenommen. Sein Ritterschlag zum Rt Plasto del Basso erfolgte 1 Jahr später am 14.03.1953. Rt F Plasto gehört somit zum schlaraffischen Urgestein der Meyenburg nach dem 2. Weltenbrand. Er war es, der aus Holzspänen die ersten Willekumms schnitzte, er entwarf und zeichnete auch das heutige Reychswappen und er schlug später den stolzen Reychsuhu aus Rhöner Lindenholz. Er wurde mit Tituls geehrt, welche die geschätzte Anerkennung seiner Persönlichkeit widerspiegeln, so z.B. Pater Uhui, Reychskulturrat weyland Stüchtsherr auf Eltmann, Conte di Michelangelo Svinfurtino, Kapitaler Achtzig-Ender und schließlich Fürst. Rt F Plasto genoss unser Spiel vom Platze aus und würzte nach der Überlieferung oft die Sippungen mit schlagfertigen Kommentaren. Sein verschmitztes, aber auch dröhnendes Lachen war bekannt. (Text: Rt. LeBasco (304))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt