338 Trutze Achalm
Es hat sich schon einiges geändert in den vergangenen 25 Jahrungen: so mussten wir die sechste
Burg, in der wir fröhlichen Schwaben gehaust hatten - so steht es im Band III der Chronik Allschla-
raffia - am 9.11. a.U. 141 aufgeben, da der Mietvertrag abgelaufen war. Aber wir wurden schnell
fündig und bereits am 7.12. a.U. 141 war es dank vieler fleißiger Hände unserer umtriebigen Sassen
möglich, die neue Achalmburg in der Bahnhofstraße 30 zu weihen. Diese kann zwar keine 125
Schlaraffen mehr aufnehmen, sie passt aber maßgeschneidert zu der inzwischen auf 23 Mitglieder
geschrumpften Sassenzahl unseres Reyches.
Unser neues Uhunest - es umschließt unser Spiel und gibt uns Halt - ist für uns zum Mittelpunkt
unseres Schlaraffischen Seins geworden. Mit über 350 Einritten pro Winterung sind es die vielen
Freunde aus nah und fern, die uns gar nicht spüren lassen, wie klein (aber fein) unser Reych inzwi-
schen geworden ist. Dabei erfreuen wir uns zurzeit an einer hoffnungsvollen Junkertafel mit einem
Junker und vier Knappen.
Der Aufstieg von Reutlingen zur 9. Großstadt in Baden-Württemberg hat trotz aller unserer Bemü-
hungen bisher leider nicht dazu beigetragen, den Mitgliederbestand zu erhöhen. Aber wir schauen
zuversichtlich in die Zukunft! Es waren schwere Zeiten, in denen Oho unser Reych gleich dreimal
mit jeweils drei Ahallaritten pro Jahrung getroffen hat und so unsere Sassenzahl reduzierte. Auch
unsere Gründungsritter waren davon betroffen. Und so werden wir unser 50. Stiftungsfest a.U. 149
ohne sie feiern müssen. Eine Epoche, die nicht mehr wiederholt werden kann, ist mit ihnen zu Ende
gegangen. Trotzdem ist es uns gelungen, diese schmerzlichen Lücken wieder zu schließen. Oft
staunen wir selbst, was eine kleine Mannschaft mit großem innerem Zusammenhalt und gelebter
Freundschaft alles bewältigen kann. So pflegen wir, seitdem der ehemals gleiche Sippungstag verän-
dert wurde, einen engen, erfreulichen und vielfältigen Kontakt zu unserem fürsorglichen badischen
Mutterreych, dem h.R. Porta Hercyniae.
Mit unserem Bruderreych, dem h.R. Hohentübingen, wechseln wir jährlich bei den JuKnaSi die
Verantwortlichkeit und führen dieses „Spektakel” abwechselnd in 327 oder 338 durch. Eine große
Anzahl von Freunden, die deswegen einreiten, signalisiert uns immer wieder, wie lebendig und vor
allem außergewöhnlich die Einfälle des beidseitigen Nachwuchses sind, und gibt uns zu verstehen,
dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.
Schon zu Zeiten unserer Gründungsritter ist zum h.R. Maninheimbia trotz der großen Entfernung
eine tiefe Freundschaft entstanden, die sich durch gegenseitige Einritte zu der uhuversumweit be-
kannten Reutlinger Pastetenatzung - in unserem Reych - und im darauf folgenden Jahr zur immer
bekannter werdenden Spargelatzung - im h.R. Maninheimbia - ergänzt und auch erneuert.
Und einmal jährlich, immer im Eismond, ist eine Mutschelsippung angesagt, bei der um das Reut-
linger „Nationalgebäck”, die Mutschel, gewürfelt wird. Mit großer Begeisterung geht es um Spiele
mit so kuriosen Namen wie „Langer Entenschiß”, „Nackets Luisl”, „Einsame Filzlaus”, „Der Wäch-
ter bläst vom Turm” usw. „Mutscheln” ist eine jahrhundertealte Reutlinger Tradition, die auch schon
umliegende Reyche von uns übernommen haben und ebenfalls mit Begeisterung spielen.
In unserem lebendigen kleinen Reych Trutze Achalm, in dem ständig jeder Einzelne gefordert ist,
nehmen wir uns trotzdem die Zeit fürs Ausreiten und beherbergen so einen „DFO-Ritter” und drei
„BASTA-Ritter” (Kl. 1,2,3) in unseren Reihen. Die silber-blaue Rüstung wird weiterhin im Uhuversum
vielfach zu sehen sein und auch die Worte unseres Ehrenschlaraffen „Rosendoktor auf Achalm”
haben für uns nach wie vor tiefe Bedeutung: „Nichts ist schöner, als mit Freunden zu leben!”
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
339 Ante Portas Mundi
Die Allschl. Ordens- und Ahnensammlung steht (wie vor 25 Jahren) noch immer unter dem Schutz
unseres Reyches. Der Initiator und Kustos der Sammlung, wld ASR Rt Arborelli, hatte jedoch die
Obwaltung vor einigen Jahren in die Hände des Rt Asex-tant gelegt, der diesen Schatz nun so sorg-
sam hütet, wie einstens der Drache den Nibelungenhort. Doch damit noch nicht genug: als Aus-
wuchs einer geradezu feudalen Baulust schuf unser Reych in gemeinsamer Kraftanstrengung aller
Sassen schützende Mauern für den wertvollen Ahnen- und Ordensschatz in Gestalt einer ebenso
attraktiven wie funktionellen „Rosenburg”, hinter deren Zinnen nicht nur die erforderlichen Schatz-
tresore, sondern auch ein Rittersaal, eine Küche und diverse Nebenräume liegen.
Aber auch das Prachtstück eines sorgfältig präparierten Uhus hat sich eingefunden, nachdem das
flügellahme Vorgängerexemplar eine nur unzureichende Erleuchtung des jeweils Fungierenden zu
bewirken schien. Selbstverständlich ist auch ein Burgverlies vorhanden, das allerdings auch zur
Aufbewahrung von allerlei Krimskrams genutzt wird, was stets Aufräumungsarbeiten durch die In-
haftierten erforderlich macht. Die dadurch erschwerten Haftbedingungen begünstigen enorm das
spiegelgetreue Sippen im Reyche.
Weiterhin wird uhugenehmes Verhalten auch durch den virtuellen und gestrengen Spiegelkenner Rt
Kaktus von Korinth gefördert. Somit können wir in unserer Burg bis in die ferne Zukunft dem rei-
nen und edlen schlaraffischen Spiele dienen. Die im Rittersaal vorgetragenen Wortfechsungen sind
übrigens so bedeutsam, dass mittels einer technisch kaum zu übertreffenden Lautsprecheranlage
auch der schwerhörigste Sasse gezwungen ist, jede einzelne Silbe von Thron und Rostra zur Kennt-
nis zu nehmen. Außerdem steht ein funkelnagelneuer Steinway-Flügel bereit, dessen Güte die der
meisten darauf spielenden Pianisten mühelos übertrifft. Damit Räumlichkeiten und Einrichtungen
auch der Profanei zugänglich sind, wurde ein besonderes Collegium, nämlich der „APM Verein zur
Förderung der Kunst und Kultur e.V.” (kurz: „FKK-Verein”) gegründet, der hier 3 bis 5 mal jährlich
Konzerte, Lesungen und andere kulturelle Darbietungen veranstaltet. Niemanden wird verwundern,
dass auf solch üppigem Kulturhumus bedeutende, ja überragende Prominenzen Allschlaraffias im
Reyche heranreiften, wie unser legendärer Rt Arborelli, der bis a.U. 132 ASR war. Auch in jünge-
rer Vergangenheit schickt sich ein Nachwuchstalent des Reyches, nämlich der Rt Regie-Sir an, als
Sprengelfürst eine ähnlich kometengleiche Karriere anzusteuern, wie seinerzeit wld Rt „Unser” Ar-
borelli. Um das Maß der Selbstüberschätzung voll zu machen, glauben unsere Sassen übrigens,
dass kaum ein Reych im weiten Uhuversum eine so attraktive Netz-Seite besitzt wie die Ante Portas
Mundi. (Man klicke auf www.ante-portas-mundi.de).
Dass ein so bedeutendes Reych irgendwann auch einen Ehrenschlaraffen haben müsse, war den
Ante Porten seit langem klar. Die Wahl fiel auf den frühbarocken, lebensfrohen Dichter, Pfarrer und
vertrauenswürdigen Heilkundler Johann Rist (ES Elbschwan), der in den hiesigen Gemarkungen be-
reits vor ca. 350 Jahren einen Männerbund, den „Elbschwanorden” gründete. Im Hornung a.U. 149
feierte die Ante Portas Mundi ihren 50. Gründungstag, jedoch nicht in einem gemieteten Ballsaal,
sondern natürlich in unserer geliebten Rosenburg. Unserem Pater Patriae Rt Arborelli war es nicht
mehr vergönnt, an diesem Tag seine 50jährige Zugehörigkeit zu unserem Bunde zufeiern, da er 4
Wochen vor dem Jubiläum an die ewige Rittertafel berufen wurde. Zu seinem Gedenken wurde die
Burg mit dem Beinamen „Arborellum” versehen. - Die zur 50-Jahr-Feier erstellte Festschrift kann als
weiterführende Reychschronik angefordert werden. Wir gehen mit schlaraffischer Begeisterung und
auf den Schutz des weisen Uhu hoffend in das nächste Halbjahrhundert!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a
[… Fortsetzung im Originalband]