Beschreibung
Wolf, Hanns
Titel: Dacapo
Reych: Nr. 29 Asciburgia (Aschaffenburg)
Geb.: 07.06.1894 in Bamberg
Gest.: 02.07.1968 in Füssen
Volltext
deutscher Konzertpianist, Komponist und Klavierpädagoge Weiland Sasse der H.R. Asciburgia und Augusta Vindelicorum Aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus erhält er seine umfassende musikalische Ausbildung von 1908 bis 1912 an der kgl. Musikschule in Würzburg; Klavier bei Prof. Henry van Zeyl, einem der letzten Schüler von Franz Liszt und Komposition bei Prof. Max Meyer-Olbersleben. Gerade 15 Jahre alt debütiert er erstmals öffentlich in seiner Heimatstadt Bamberg. Schon 1912 lehrt er an der Musikschule Essen und 1913 am neugegründeten Konservatorium in Elbing als dessen künstlerischer Leiter. Von 1914 bis 1924 als Klavierlehrer an der Musikschule Aschaffenburg tätig, betreibt er gleichzeitig weitere Studien bei den Pianisten Willy Rehberg und Alfred Hoehn im nahe gelegenen Frankfurt / Main. 1924 wird er von Prof. Heinrich Kaspar Schmid an die städtische Musikschule Augsburg (seit 1925 Konservatorium) berufen, wo er auch die Professur erhält. Gastspiele und Konzerte in fast allen deutschen Metropolen, in Österreich, Italien, den Niederlanden und Polen sowie Übertragungen der Rundfunkanstalten Berlin, München, Saarbrücken und Hilversum u.a. unter den Dirigenten Willem Mengelberg, Eduard von Beinum, GMD Friedrich (Berlin), Hans Swarowski (Danzig) sowie Otto Klemperer und G.L. Jochum mehrten seinen Ruf. Eine Berufung um 1930 an die Wiener Akademie unter Jos. Marx nimmt er zu Gunsten seiner Wahlheimat Augsburg nicht an. Einer Einladung 1937 von Sir Henry Wood (London), der Wolf nach England bringt, setzen die politischen Ereignisse abrupt ein Ende. Hans Wolf zählt von Mitte der 20iger bis Mitte der 40iger Jahre zu den namhaftesten deutschen Pianisten und genießt als hervorragender Pädagoge großes Ansehen. Seine Kompositionen, von denen 1944 ein Großteil in Augsburg durch einen Luftangriff der Alliierten vernichtet werden, schreibt er vorwiegend für den eigenen Gebrauch. Als er nicht mehr konzertiert geraten sie in Vergessenheit bist ein kleiner Teil davon 1995 wieder aufgefunden wird und nun wieder auf Konzertprogrammen im In- und Ausland zu finden sind. Die vollendete Technik, die breite Skala seiner Anschlagnuancen, die Feinfühligkeit und Kraft seines Spiels, sein ausgeprägtes Stilempfinden und sein Sinn für Klangkultur öffneten ihm den Zugang zu allen Stilrichtungen. Die Nachkriegswirren (1945) und sein Gesundheitszustand haben es ihm leider versagt die Erfolge der Jahre 1920 bis 1945 fortzusetzen. Ein großer Kreis von Studierenden zu denen bekannte Namen zählen, erinnert sich dankbar an einen zuletzt im Stillen wirkenden weitgerühmten Pädagogen. (Text: Rt. Tonio (29)) An 4. Im Ostermond a.U. 65 wurde Jk. Hanns, vormals Knappe 121, in der Asciburgia zum Ritter Dacapo der Lisztige geschlagen, bevor er Sasse der Augusta Vindelicorum wurde.
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt