Beschreibung
Hauptmann, Gerhart
Titel: Florian Geyer
Reych: Nr. 163 Perla Palatina (Neustadt a.d.W.)
Geb.: 15.11.1862 in Obersalzbrunn
Gest.: 06.06.1946 in Agnetendorf
Volltext
deutscher Dichter Der Dichter und naturalistische Dramatiker schuf ein vielgestaltiges Werk. Grundthemen sind die soziale Not der ausgebeuteten Klassen, die Auflösung der Kleinbürgerwelt, die Anmaßung der Bürokratie und der innere Zwiespalt des Künstlertums. Er gab 1884 seine Absicht auf, Bildhauer zu werden und wandte sich, durch die Heirat unabhängig geworden, ganz seiner dichterischen Arbeit zu. Nach Reisen und stetem Wechsel zwischen Berlin, Dresden, Italien, Hiddensee und Schreiberhau ließ er sich 1901 in seinem Haus „Wiesenstein" in Agnetendorf endgültig nieder. Neben ersten erfolgreichen Milieu- und Familiendramen wie „Vor Sonnenaufgang", 1889, die aufsehenerregende Schilderung des geschichtlichen Heimarbeiter-Aufstandes von 1844 „Die Weber“, 1892, die Diebeskomödie „Der Biberpelz", 1893 und die Tragikkomödie „Die Ratten", 1911, standen weitere Zeitbilder wie „Florian Geyer" 1896. Der an seiner Triebhaftigkeit und am Unverständnis der Umwelt scheiternde Mensch steht im Vordergrund der realistischen Stücke „Fuhrmann Henschel", 1899 und „Rose Bernd", 1903. Gleichzeitig schrieb er die neuromantisch-symbolistischen schlesischen Märchen und Mysterien „Hannele“, 1894, „Die versunkene Glocke", 1897 und „Der arme Heinrich", 1902. Nach naturalistischen Novellen, z.B. „Bahnwärter Thiel", 1892, folgte der leicht ironisierende Roman „Der Narr in Christo Emanuel Quint", 1910. Später gestaltete er die zerstörerischen menschlichen Leidenschaften in antikem Rahmen: „Der Bogen des Odysseus", 1914 und die „Atrideen-Tetralogie" 1941-46. Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg fand ihren politisch- satirischen Niederschlag, z.B. in dem Hexameter-Epos „Des großen Kampffliegers Till Eulenspiegel Abenteuer", 1928. Er zog sich 1933 zurück und schrieb neben Essays autobiographische Schriften, „Buch der Leidenschaft", 1930 und „Das Abenteuer meiner Jugend", 1937, verfasste die bekenntnisartigen Spätwerke „der große Traum" 1942, und der „Neue Christophorus", 1943. 1912 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt. Hauptmann starb kurz vor seiner Umsiedlung nach Berlin und erhielt auf seinen Wunsch im Kloster Hiddensee auf Rügen den letzten Ruheplatz. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt