Beschreibung
Hölderlin, Friedrich
Titel: Hyperion
Reych: Nr. 302 Portus Betsiae (Plainfield)
Geb.: 20.03.1770 in Lauffen am Neckar
Gest.: 07.06.1843 in Tübingen
Volltext
deutscher Dichter Hölderlin war der Sohn eines Klosterhofmeisters, verlor mit 2 Jahren seinen Vater und zog mit der Mutter, die sich wieder verheiratete, 1774 nach Nürtingen. Fünf Jahre später starb auch sein Stiefvater. Die Mutter hatte ihn zum Pfarrer bestimmt und so wurde er 1784 auf das theologische Seminar in Denkendorf geschickt, bevor er nach Maulbronn und schließlich auf die Universität in Tübingen, auf das Tübinger Stift kam. In der klösterlichen Enge fühlte er sich höchst unglücklich, bis er sein theologisches Studium 1793 abschließen und nach Nürtingen zurückkehren konnte. Eine Pfarramtsstelle zu übernehmen, war er durch Schillers Empfehlung, bei Frau von Kalb in Walthershausen eine Hofmeisterstelle anzutreten, enthoben. In ihrem Hause verlebte er eine glückliche, auch poetisch fruchtbare Zeit. 1794 verließ er diese Stelle, um sich in Jena in der Nähe Goethes und Schillers ganz seinen philosophischen und griechischen Studien zu widmen. Ein Jahr später kehrte er auf Drängen seiner Mutter wieder nach Nürtingen zurück, bis es ihm gelang, wieder eine Hofmeisterstelle im Hause des Frankfurter Bankiers Gontard zu finden. Nach der Verstrickung durch seine leidenschaftliche Liebe zur Ehefrau des Bankiers, musste er schließlich 1798 das Haus verlassen. Er zog zu seinem Freunde Sinclair nach Homburg. Hier brachte er seinen Roman „Hyperion“ zum Abschluss und widersetzte sich dem erneuten Drängen seiner Mutter, zurückzukehren, bis er auch sein Drama „Empedokles" vollendet haben würde. Aber schließlich gab er doch nach und das Drama blieb für immer ein Fragment. Nach kurzen Zwischenaufenthalten in Stuttgart und in der Schweiz, begab er sich 1801 auf einer langen, beschwerlichen Reise nach Bordeaux, um dort eine letzte Hofmeisterstelle bei einem Hamburger Kaufmann anzutreten. Doch im Juni 1802 tauchte er plötzlich bei seiner Mutter auf, geistig und körperlich gebrochen. 1804 nahm ihn sein Freund Sinclair, der nicht an eine Geisteskrankheit glauben wollte, bei sich auf, aber als sich der Krankheitszustand verschlimmerte und Wutanfälle auftraten, wurde Hölderlin einer Anstalt in Stuttgart übergeben. Ein Jahr darauf nahm ihn der Tübinger Tischler Zimmer in seine Pflege. Bei ihm lebte Hölderlin noch fast 40 Jahre, friedlich und ruhig, musizierend und sinnlose, aber metrisch richtige Verse dichtend, bis ihn ein sanfter Tod erlöste. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt