Reych Nr. 375

Leopoldi, Hermann

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Leopoldi, Hermann (auch im Anblick des dortigen Grauens verlor Leopoldi nicht seine Liebe zur Musik und komponierte)
Titel: Schnucki der Meidinger Bua
Reych: Nr. 375 Castrum Am schönen Bronnen (Wien)
Geb.: 15.08.1888 in Wien
Gest.: 28.06.1959 ebenda

Volltext

österreichischer Komponist Bereits früh war absehbar, dass Leopoldi Musiker werden sollte. Zusammen mit seinem Bruder Ferdinand erhielt er vom Vater Leopold Kohn, ebenfalls Musiker, Ausbildung im Klavierspiel, mit dem er auf humoristische Weise die Zuhörer zu unterhalten wusste. Selbst während des 1. Weltkriegs unterhielt Leopoldi die Soldaten als Klavierhumorist im Frontvarieté. Nach dem 1. Weltkrieg stillten die Gebrüder Leopoldi die Sehnsucht der Wiener nach leichter Unterhaltung, zusammen mit Fritz Wiesenthal gründeten sie das über Wien hinaus bekannte „L.W.“, das „Kabarett Leopoldi-Wiesenthal“, in dem auch Künstler wie Hans Moser, Fritz Grünbaum und Karl Valentin begeistert gefeiert wurden. Doch schon nach 3 Jahren trug sich das „L.W.“ nicht mehr und Leopoldi unternahm Tourneen, die ihn auch nach Berlin führten, wo er das vergnügungssüchtige Leben der Weimarer Republik mit seinen Chansons prägte. Nach dem Anschluss Österreichs wollte Leopoldi nach Amerika übersiedeln, doch kurz vor seiner Abreise wurde er inhaftiert und in die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald deportiert. Doch den „Buchenwald-Marsch“. Mit Unterstützung aus den U.S.A., wohin seine Familie fliehen konnte, wurde Leopoldi aus Buchenwald freigekauft und konnte nach New York reisen, wo er schon sehnsüchtig von seiner Familie, aber auch von der dortigen Öffentlichkeit erwartet wurde. In New York trat er in „Eberhardt´s Café Grinzing“, „Old Vienna“ und „Viennese Lantern“ auf und führte seine Wienerlieder wie „I bin a stiller Zecher“ nun auf englisch auf, was diese noch populärer machte. Hier lernte er auch seine Bühnenpartnerin und spätere Lebensgefährtin Helly Möslein 1947 konnte Leopoldi nach Wien zurückkehren, wo er wieder begeistert aufgenommen wurde und seine Karriere fortsetzen konnte. Seine Lieder wie „Schnucki, ach Schnucki“, „A guater Tropfen, so dreimal täglich“ und „I bin a unverbesserlicher Optimist“, die von den kleinen Freuden bei Liebe und Wein berichten, haben das Wienerlied geprägt und gehören heute noch zu den beliebtesten Stücken in Grinzings Heurigen. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt