Beschreibung
Medardus (auch Andreas Hasenberger)
Titel: Medardus der Archimedische
Reych: Nr. 376 Castra Victoria (Klagenfurt)
Geb.: 1508 in Villach
Gest.: 1585 in Ossiach
Volltext
österreichischer Abt Was den Namen Medardus betrifft, so handelt es sich dabei um einen „nom de guerre", unter dem hierzulande die Renaissance-Äbte des a.D. 1025 gegründeten Stifts Ossiach verstanden wurden, die den Ansatz zu jener kulturellen Blüte hervorgebracht haben, deren sichtbarster Ausdruck in der Jetztzeit der alljährlich stattfindenden „Charintische Sommer" ist. (Ich zitiere aus einem Artikel der Kulturzeitschrift „Die Brücke" Nr. 4 von Ilse Spielvogel-Bodo) „Wenn Ihr aber etwas aus Fleisch und Blut, ungeachtet seiner Vergänglichkeit, vorweisen wollet, so versteckt sich im besonderen unter dem Mantel des Medardus der fähige Abt Andreas Hasenberger, der ein Villacher Bürgersohn war. Trotz der hohen Kriegssteuern, die Ossiach an König Ferdinand bezahlen musste, ließ der tüchtige Abt an den Gebäuden viel erneuern und eine Prälatur erbauen. Als gebürtiger Villacher stiftete Hasenberger der Stadtpfarrkirche zwei Portale, auf denen das Wappen Ossiachs erscheint: Auf rotem Grund ein weißer Schrägbalken, der mit drei übereinanderstehenden Seeforellen belegt ist. Der reiche Prälat ließ auch eine kleine venezianische Flotte zimmern, in deren prächtigem Bucentaur (Prunkschiff) er den See befuhr. Hasenberger erfreute sich der besonderen Huld Kaiser Karls V., als dieser im Jahre 1552 auf der Flucht vor Moritz von Sachsen einen Sommer lang in Villach weilte. Damals unternahm der Herrscher häufig lange Schiffsfahrten auf dem Ossiacher See und machte dabei gerne bei Abt Andreas Rast. Als Dank für die Gastfreundschaft empfing dieser aus der Hand des Kaisers wahrhaft fürstliche Geschenke, die man voll Stolz aufbewahrte und den neugierigen Besuchern zeigte." Kurz vor seinem Tode erlebte Abt Andreas noch die große Ehre, vom Kaiser gemeinsam mit dem Landeshauptmann Christoph Khevenhüller zum ersten k.k. Kommissarius der Kärntner Stände in außerordentlichen Angelegenheiten ernannt zu werden. Beide hatten dafür zu sorgen, dass die Untertanen ihre Steuern pünktlich bezahlten. Es möge noch hinzugefügt werden, dass die Gestalt des Medardus auch in der Heimatliteratur Eingang gefunden hat, wie zum Beispiel „der Mönch von Ossiach" von Gustav Renker. (Text: Rt. Archimed (376))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt