Beschreibung
Münster, Sebastian
Titel: Cosmograph mit der besonderen Note
Reych: Nr. 342 Aula Regia (Ingelheim)
Geb.: 20.01.1488 in Nieder-Ingelheim
Gest.: 26.05.1552 in Basel
Volltext
deutscher Theologe und Kosmograph Sebastian Münster wurde als Sohn einer in Oberingelheim ansässigen, begüterten Familie geboren. Der Vater war Spitalmeister am Nieder-Ingelheimer Heiliggeist-Hospital. Die geistige Beweglichkeit des Vaters erlaubte es dem wissbegierigen Sohn, zu akademischer Bildung aufzusteigen. 1503 begann er seine Studien in Heidelberg. Er beschäftigte sich mit den Werken des Albertus Magnus und des Thomas von Aquin. 1507 trat er dem Franziskanerorden bei. Ab 1534 lehrte er an der Universität Heidelberg als Professor für Theologie und Hebräistik, später daneben in Basel Mathematik. Dort gab er eine hebräische Bibel mit 2 Bänden im Jahre 1534/35 heraus und übersetzte die grammatischen Werke von Elias Levita aus dem Hebräischen ins Lateinische. Als Rector magnificus der Universität Basel gab ihn das Bild auf dem 100 DM-Schein nach dem Portrait Christoph Ambergers, eines zeitgenössischen Künstlers, wieder. Seine schriftstellerische Arbeit, verbunden mit einer tiefgründigen und für die damalige Zeit herausragenden geographischen Bildung, gipfelte in der Veröffentlichung der „Cosmographia universalis“, die 1541 in Basel in deutscher Sprache erschien. Das Werk war eine umfassende Beschreibung der damals bekannten Welt, in der er nicht vergaß, seiner Heimatstadt Ingelheim eine ausführliche und bebilderte Darstellung zu widmen. Von 1550 – 1650 erfuhr dieses sechsbändige Werk mit 471 Holzschnitten und 26 Karten 46 Auflagen in 6 verschiedenen Sprachen. Am 20. Januar 1988 feierte die Stadt Ingelheim den 500. Geburtstag ihres größten Sohnes. Die Aula Regia hat die Anregung ihres Fürsten Rt. Drusus gerne aufgegriffen und Sebastian Münster in der Ostermondschlaraffiade a.U. 129 zu ihrem Ehrenschlaraffen erkürt. (Text. Rt. Ben-Schlicht (342) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt