Beschreibung
Nietzsche, Friedrich Wilhelm Prof.
Titel: Zarathustra
Reych: Nr. 38 Strasseburgia (Straßburg)
Geb.: 15.10.1844 in Röcken
Gest.: 25.08.1900 in Weimar
Volltext
deutscher Philosoph Er stammte aus einer Familie protestantischer Pastoren und wuchs nach des Vaters Tod, ausschließlich von Frauen umgeben, in Naumburg an der Saale auf. Er war ein vorzüglicher, durch Förderung herausgehobener Schüler und studierte außer Theologie hauptsächlich die klassischen Sprachen in Bonn und Leipzig. Bereits mit 26 Jahren und vor Beendigung des Studiums betraute man ihn 1869 mit der Professur für klassische Philologie in Basel, die er bis 1879 innehatte, als er sich wegen anhaltender Kopf- und Augenschmerzen in ein privates Gelehrtendasein zurückzog. Nach 10 Jahren angespannter Denk- und Schreibarbeit bei unruhigem Wanderleben in Deutschland, Italien und der Schweiz, erlitt er 1889 in Turin einen Nervenzusammenbruch. Sein philosophischer Weg begann unter dem Eindruck der Lehren Arthur Schopenhauers und der Musikdramen Richard Wagners. In der Schrift „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik", 1872, interpretierte er die bewunderte griechische Antike aus dem Wechselspiel des Apollinischen und Dionysischen und gab der Hoffnung Ausdruck, dem Genie und Freund Wagner möge die Wiedergeburt des Griechentums aus deutschem Geist gelingen. Das Reich, wie es sich unter Bismarck darbot, hielt er für kulturlos, verdummend und sei wegen unerträglicher Mittelmäßigkeit zu überwinden. Seine Gedanken entwickelte er in den vier „Unzeitgemäßen Betrachtungen, 1873-76. Nach dem Besuch der ersten Bayreuther Festspiele (1876) sah sich Nietzsche in seiner Erwartung einer ästhetischen Erneuerung getäuscht, es kam zum Zerwürfnis mit Wagner, was in „Menschliches- Allzumenschliches", 1878-80, seine Deutung fand. Der Geniekult galt ihm jetzt als Atavismus und der Künstler als der Verherrlicher der religiösen und philosophischen Irrtümer. An seine Stelle tritt der wissenschaftliche Mensch, der „Freigeist“, der sich von allen Vorurteilen und Illusionen befreit. Die Zeit des Übergangs ist festgehalten in „Morgenröte“ (1881) und „Die fröhliche Wissenschaft" Mit seinem Hauptwerk „Also sprach Zarathustra" (1883-85) überwand er vollends die idealistische Philosophie und alle bis dahin gültigen Sinngebungen. Er verkündete den Tod Gottes und die Selbstbestimmung heroischen, kraftvoll-vitalen „Herrenmenschen", „Sklavenmoral" des abendländisch beherrschten Kulturgutes lossagt. Sprachlich ein Meister des pointierten Aphorismus, aber auch tief empfundener Lyrik und kunstvoller rhythmischer Prosa, hatte er einen z.T. nicht zu überschätzenden Einfluss auf die literarische, psychologische und philosophische Ausdrucksweise der nachfolgenden Generation. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt