Beschreibung
Zweigelt, Friedrich Dr.
Titel: Zweigelt
Reych: Nr. 230 Claustroneoburga die allzeyt Getreue
Geb.: 13.01.1888 in Hitzendorf / Steiermark
Gest.: 18.09.1964 in Graz
Volltext
österreichischer Rebenzüchter wld. Sasse der h.R. Claustroneoburga und Graetz an der Mur Friedrich Zweigelt studierte Naturwissenschaft an der Universität Graz, wo er 1911 über Maikäfer promovierte. An der Wiener Universität für Bodenkultur für landwirtschaftlichen Pflanzenschutz habilitiert, veröffentlichte er über 500 Artikel in verschiedenen Fachzeitschriften. Für seine umfangreiche Tätigkeit bei ausländischen Kongressen wurde Zweigelt mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. 1912 kam er an die Weinbauschule Klosterneuburg, wo er die Rebenzuchtanstalt gründete, deren Leiter er lange Jahre war. Hier erfolgte u.a. die Züchtung der Rebe Rotburger (später auf Betreiben von Lenz Moser Blauer Zweigelt genannt) aus den Sorten Blaufränkisch und Sankt Laurent (1922), die heute die in Österreich am meisten verbreitete Rotweinsorte ist. Zahlreiche fachliche Veröffentlichungen u.a. "Die Direktträger" (1929), worin er sich sehr emotional gegen die weitere Kultivierung der zur Bekämpfung der Reblaus eingeführten amerikanischen Reben aussprach (Direktträger = Hybriden, Uhudler), da er die Veredelung der reblausresistenten amerikanischen Unterlagen mit den heimischen Sorten befürwortete. Über die Wirkung der Hybridenweine schreibt Zweigelt unter anderem: "Die spezifischen Giftwirkungen sind Neigung zu Halluzinationen, Zornexzessen bei Männern, Hysterie bei Frauen, geistige und körperliche Degenerationserscheinungen bei Kindern. Leute, die regelmäßig Noah-Wein trinken, bekommen eine blasse Gesichtsfarbe, zittern am ganzen Körper und siechen dahin. Bauern mit veredelten Weingärten hingegen sind gesund, arbeitsam und haben zahlreiche Kinder. In Frankreich tragen die Direktträger zur Füllung der Irrenhäuser bei." Dr. Zweigelt war 1938 bis 1945 Direktor der Weinbauschule Klosterneuburg, wurde dann entlassen und war dann an der Weinbauschule in Leibniz(?) Als Ritter Maikäfer der Uhuverschwirrte war Dr. Zweigelt Mitgründer und somit Erzschlaraffe des h. R. Claustroneoburgia und saß diesem bereits in Coloneizeiten und später im Reych als OI und OK vor, seine Titel wie „Frhr. von Gährungen“, „Graf Schwatzberg-Trattburg-Blödelshausen“, „Se. Blödslichkeit“, „Die Suffrakete“ zeugen von einem wahrlich lethefrohen Sassen. A.U. 76 (1935) trat Dr. Zweigelt aus unserem Bund aus, wurde aber a.U. 96 (1955) wieder Schlaraffe, diesmal im h.R. Graetz an der Mur. (Text: Rt. Marc Ampére (230))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt