Beschreibung
Fronius, Hans
Geb.: 12.09.1903 in Sarajewo
Gest.: 21.03.1988 in Mödling
Volltext
österreichischer Graphiker, Maler und Illustrator Hans Fronius wurde als Sohn des aus Siebenbürgen stammenden österreichischen Arztes Dr. Fritz Fronius in Sarajewo geboren. Seine Mutter stammte aus der Künstlerfamilie Johann Kupferstecher, Lithograph, Landschaftsmaler, gestorben 1874 in Graz. Fronius erlebte als Elfjähriger das Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand als Augenzeuge, zu dem sein Vater als Arzt eilte. Die Familie flüchtete Ende des Ersten Weltkrieges nach Graz. Er beendete dort Gymnasium und studierte danach an der Kunstakademie in Wien. Während dieser Zeit unternahm er mehrere Studienreisen nach Deutschland, Italien, Holland, Dänemark und Frankreich. Ab 1932 war er 30 Jahre als Kunsterzieher am Bundesrealgymnasium in Fürstenfeld, Steiermark, tätig und fesselte Generationen der Absolventen mit seinen mitreißenden Ausführungen. 1961 übersiedelte er nach Perchtoldsdorf bei Wien, wo er nach dreijähriger Tätigkeit im Schuldienst als freier Künstler wirkte. Ihm bedeuteten frühzeitig die Erhaltung der Natur und vor allem die unberührten Mäander und Auen des Grenzflusses Lafnitz ein Herzensanliegen, die er in unzähligen Holzschnitten, Kohle- und Federzeichnungen zu Papier brachte. Der große Grafiker Alfred Kubin war sein künstlerisches Vorbild, mit dem ihn schon seit der Studienzeit eine enge Freundschaft verband. Fronius ist namhaft im Kunstmuseum Albertina in Wien, im Cabinet d´Estampes in Paris, im Museum of Modern Arts in New York sowie in vielen städtischen und privaten Sammlungen im In- und Ausland vertreten. Über 60 Buchillustrationen und Mappenwerke entstammen seiner Hand und ist in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen. Schon frühzeitig hatte er mit Bildern zu Werken der Weltliteratur wie der Odyssee Homers, Franz Kafka und Edgar Allen Poe erste Erfolge. Daneben sind aber auch kongeniale Leistungen der Ölmalerei zu erwähnen, die er in späteren Lebensjahren geschaffen hat. Das malerische wie grafische Werk von Fronius werden als “Expressiver Realismus” bezeichnet und finden größte internationale Anerkennung. Selbst nie Schlaraffe war er mit einigen der Erzschlaraffen der First im Felde befreundet und befruchtete das Reych in dessen Anfangszeit künstlerisch in großem Maße. (Text Rt. Terrameter (289)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt