Beschreibung
Diers, Heinrich
Titel: De K´lennermann
Reych: Nr. 110 Oldenburgia (Oldenburg)
Geb.: 20.02.1894 in Oldenburg
Gest.: 03.10.1980 ebenda
Volltext
(platt-) deutscher Schriftsteller Weiland Sasse des HR Oldenburgia Ritter Unser Baas vom Kring der Stabreimschlemmer war 22 Jahre als Oberschlaraffe der Kunst auf dem Thron des Reyches Oldenburgia und wurde nach dem Ahallaritt deren Ehrenschlaraffe De K'lennermann. Er war hochbegabt und ein Fechser von Uhus Gnaden. Diers besuchte die Oberrealschule, die jetzige Hindenburgschule, bis 1909 und anschließend bis 1912 das Oldenburger Lehrerseminar. Schon mit 18 Jahren war er ausgebildeter Lehrer und übte seine Lehrtätigkeit in Schulen des Oldenburger Landes und der Stadt Oldenburg aus. Von 1914 bis 1917 war er Soldat im ersten Weltkrieg mit Kants „Kritik der praktischen Vernunft" im Tornister. Er wurde als Vizefeldwebel entlassen und Ende des zweiten Weltkrieges noch einmal zum Volkssturm eingezogen. Von 1947 - 1954 hatte er einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg. Seine Ehefrau Agnes spielte Jahrzehnte an der Niederdeutschen Bühne am Staatstheater Oldenburg, später „August-Hinrichs-Bühne". Er hatte zwei Töchter Waltraud und Inge. Erste hochdeutsche Gedichte hat er schon während des ersten Weltkrieges verfasst. Der Schriftleiter der „Oldenburger Nachrichten", Wilhelm von Busch, Rt. Kurt, vermittelte die Bekanntschaft mit August Hinrichs, der Diers einlud und seine Erstlingswerke kritisch mit ihm besprach. Als Heinrich Diers am Ende der Kritik den Kopf hängen ließ, meinte August Hinrichs: „Lassen Sie den Kopf ruhig oben, was Sie jetzt hier durchmachen, habe ich als junger Mensch bei Georg Ruseler durchgemacht. Und dafür bin ich ihm immer noch dankbar." Auch Heinrich Diers dankte es August Hinrichs sein Leben lang. Diers war seit 1926 Schriftleiter des „Oldenburger Hauskalenders" und seit 1954 des „Plattdüütschen Kalenners", Mitglied des Schutzverbandes Niedersächsischer Schriftsteller, Leiter der Fachstelle Niederdeutsch im Niedersächsischen Heimatbund sowie Vorstandsmitglied des Niedersächsischen Rates und des Bevensen-Bundes. An der Pädagogischen Hochschule wirkte er auch nach seinem Ruhestand als Dozent für Niederdeutsch. Seine bekanntesten schriftstellerischen Werke und Bühnenstücke sind: Das Sieltor (Gedichte) 1929, Dat Muusfallenspill (Dreiakter) 1930, De Ebener (Einakter) 1931, De Klootscheeter (Einakter) 1954, Rieke (Wangeroog-Spiel) 1954, De Bur van Neeborg (Dreiakter) 1961, Bäckers Kind (Einakter) 1963, Fastelabend heet ick (Brauchtumsspiel) 1950, Wie willt Iäven (Erntespiel) 1947, Buurnhochtiet (Brauchtumsspiel) 1948, Wieverschrull (Fastelabendspiel) 1949, Min plattdüütsch Land (Brauchtumsspiel) 1950, Riemels, Radels, Rummelpott (plattdeutsche Kinderreime) 1968, Dat datdat gifft! (Anekdoten aus Stadt und Land Oldenburg) 1970 und De witte Vagel (1977). Er wurde mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Niedersächsischen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Kurz vor seinem Tode wurde ihm der Quickborn- Preis verliehen. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt