Reych Nr. 24

Devrient, Ludwig

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Devrient, Ludwig (auch Herzberg)
Titel: Proteus der Ritter ohnegleichen
Reych: Nr. 24 Vindobona (Wien)
Geb.: 15.12.1784 in Berlin
Gest.: 30.12.1832 ebenda

Volltext

deutscher Schauspieler Als Sohn eines Seidenhändlers geboren, wurde er gegen seinen Willen für den Kaufmannsstand ausgebildet, schloss sich aber heimlich einem Wandertheater des Direktors Lange an. Am 18. Mai 1804 betrat er in Gera erstmalig die Bühne unter dem Namen Herzberg als Bote in der „Braut von Messina". Nachdem er mit der Truppe in mehreren Städten umhergezogen war, kam er über Dessau und Breslau im Jahre 1815 durch Iffland nach Berlin, wo er bis zu seinem Lebensende verblieb. Devrient war ein genialer Charakterspieler mit angeborenem Humor in komischen Rollen und in der Verkörperung drastischer Possenfiguren. Selbst mit E.T.A. Hoffmann befreundet, war er eine echt Hoffmannsche Spukgestalt voller Dämonie. Er war mittelgroß, faszinierend hässlich und hatte feurige dunkle Augen, schaffte aus sich heraus mit der gänzlichen Umänderung der Maske durch Gestik und Redeton täglich neue und gänzlich von einander verschiedene Figuren, die er mit Leben und Originalität erfüllte. Er vermochte die frappantesten Wirkungen auf die Zuschauer auszuüben. Er war eben ein Meister im Charakterisieren. Seine ganz großen Rollen waren die schauspielerische Darstellung des Lear, Shylock, Falstaff, Franz Moor, Talbot, Richard III. und viele andere. Man hat ihn mit Recht eine dämonische Künstlernatur Kaum ein anderer Schauspieler scheint besser geeignet zu sein, als Vertreter seines Standes Ehrenschlaraffe unseres Bundes zu sein, als er, der mit seinem poetischen Humor über allen deutschen Komikern seiner Zeit stand. Keinen besseren Ritternamen hätten geistreiche Humanisten auf Vindobonas Thron für den Ehrenschlaraffen Ludwig Devrient erfinden können, als „Proteus der Ritter Ohnegleichen". Als Symbol für Wandlungsfähigkeit und Verwandlungskunst gilt schon seit langem die altägyptische Wassergottheit „Proteus", bekannt durch Weissagung auf der Insel Pharos in Homers Odyssee und aus der Orestie von Aischylos. Unser Weiland Ritter Zirbel, profan bekannter Bildhauer und Lehrer Erich Pieler, schuf um a. U. 110 eine Plakette von Ludwig Devrient, die in einem Fries mit Abbildungen von 13 Ehrenschlaraffen des h. Reyches Vindobona Verwendung fand. Der Fries wurde von Rt. Mark-Angelo a. U. 128 hergestellt und über dem Eingang zum Vindobona-Museum angebracht. (Text: Rt Moquette (24) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt