Reych Nr. 212

Prandtauer, Jakob

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Prandtauer, Jakob
Titel: Barock
Reych: Nr. 212 Medelike (Melk /Donau)
Geb.: 15.07.1660 in Stanz bei Landeck
Gest.: 16.09.1726 in St. Pölten

Volltext

österreichischer Bildhauer und Komponist Prandtauer war der Sohn eines Bergbauers und ging mit 17 Jahren bei dem Maurermeister G. Asam in Schnann in die Lehre, um das Maurerhandwerk zu erlernen. 1680 zog er nach Bayern, wo er wahrscheinlich mit K. Feichtmayr und Carlo Antonio Carlone in Berührung kam. 1689 wird er nach dem Tod seiner Mutter in dem Testament als Bildhauer in St. Pölten und 1700 als Bürger erwähnt. In den Jahren 1701 und 1704 hat er sich in Wien aufgehalten. Früheste Arbeiten lassen sich im Schloss Thalheim des Grafen Albert Ernst Gurland vermuten, in dessen Diensten er vorübergehend stand (Kapelle im Turm). 1702 erhielt er vom Abt Berthold Dietmayr den Auftrag zum Neubau des Stiftes Melk a. d. Donau, an dem er bis zu seinem Tode Aus Prandtauers Frühzeit stammen auch das Karmeliterinnenkloster in St. Pölten (1706-12), die Wallfahrtskirche Sonntagsberg bei Waidhofen a.d. Ybbs (1706-17), vollendet von Munggenast, ferner die Vollendung der Wallfahrtskirche Christkindl bei Steyr und Entwürfe für den Bau des Stifts Kremsmünster in Oberösterreich. Seit 1711 war er als Nachfolger Carlones für den Neubau des Stifts St. Florian tätig. Nebenwerke seiner Spätzeit sind das Jagdschloss Hohenbrunn bei St. Florian, der Bischofshof in Linz (1720-26) und der Westteil des Chorherrenstifts Herzogenburg bei St. Pölten. Es wird vermutet, dass er sich auch an dem Bau der Klosterkirche Dürnstein a.d. Donau beteiligt hat. Viele seiner Werke sind verschollen und für manche gibt es keine konkreten Hinweise mehr. Am 14.5. - 23.10.1960 hatte das Stift Melk anlässlich des 300. Geburtstages des großen österreichischen Baumeisters eine Ausstellung „Jakob Prandtauer und sein Kunstkreis" veranstaltet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt