Beschreibung
Chamisso, Adalbert von Dr. h.c.
Titel: Schlemihl der Schattenlose
Reych: Nr. 38 Strasseburgia (Straßburg)
Geb.: 30.01.1781 auf Schloss Boncourt
Gest.: 21.08.1838 in Berlin
Volltext
bei Chalons-en-Champagne deutscher Botaniker und Schriftsteller Adalbert von Chamisso entstammte einer uralten französischen Adelsfamilie. Als 1790 während der französischen Revolution das Schloss Boncourt eingeäschert wurde, rettete die Familie nur das nackte Leben über die Grenze. Der junge Chamisso musste durch Anfertigung von Miniatur-Malereien den Lebensunterhalt verdienen helfen. 1796 wurde er vom König von Preußen in das Pagenkorps eingereiht, trat 1798 in das Heer ein und wurde 1801 Leutnant. Als die Familie nach Frankreich zurückkehrte, blieb er in Berlin zurück und begann sich systematisch in die deutsche Sprache einzuarbeiten. 1805 rückte Chamisso ins Feld und musste sich nach der Katastrophe von Jena in der Festung Hameln ergeben. Darnach konnte er den Soldatenrock ausziehen und ebenfalls für kurze Zeit nach Frankreich zurückkehren. Bei einem zweiten Besuch gelang es ihm, in den anregenden Kreis der Frau von Stael einzutreten. Ihr folgte er 1811 nach ihrem Schweizer Zufluchtsort Coppet und wandte sich den Naturwissenschaften zu. 1812 ließ er sich in Berlin als Student der Medizin immatrikulieren. Das Studium wurde unsanft durch den Ausbruch der Freiheitskriege unterbrochen. Um nicht gegen sein Geburtsland antreten zu müssen, fand er seine Zuflucht auf dem Itzenplitzschen Familiengut bei Kunersdorf. Hier entstand sein wundevolles Märchen „Peter Schlemihl", das ihm seinen Weltruhm einbrachte. Beim zweiten Freiheitskrieg 1815 wiederholten sich seine inneren Kämpfe und so war es für ihn eine günstige Gelegenheit, dass er von der Romanzoffschen Nordpolexpedition als Naturforscher auf eine Weltumsegelung mitgenommen wurde. Nach seiner Rückkehr (1819) erhielt er eine Anstellung als Adjunkt am Botanischen Garten in Berlin und wurde durch die Universität zum Dr. h. C. ernannt. Bald darauf heiratete er die 18 Jahre junge Antonie Piaste und lebte glücklich im Kreise einer allmählich zahlreich werdenden Familie. 1832 wurde er zusammen mit Gustav Schwab zum Redakteur des „Deutschen Musenalmanach" berufen. Als er 1836 eine Gesamtausgabe seiner Werke herausgab, war seine Popularität auf dem Zenit angelangt. Leider stellte sich jedoch Kränklichkeit ein. Hinzu kam der Tod seiner geliebten Frau im Jahre 1837, der ihn zutiefst erschütterte. Als er sich 1838 pensionieren ließ, waren ihm nur noch kurze Wochen vergönnt, seine Muße zu genießen, bis ihn der Tod ereilte. Von seinen Werken sind zu erwähnen: „Bemerkungen und Ansichten auf einer Entdeckungsreise unter Kotzebue", „Reise um die Welt", „Über die hawaiische Sprache" sowie seine poetischen Schöpfungen, die ihn als Spätromantiker und Lyriker vorstellen, wie z. B. „Die alte Waschfrau", „Das Schloss Boncourt" und „Mateo Falcone, der Korse", die Balladen „Das Riesenspielzeug" und „Die Weiber von Winsperg". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt