eifer, Rastlos, Wibbel und Pedtlin, während R. Gift, evakuiert, aus der Ferne
zuschauen konnte. Dank des Verdienstes des R. Scarpia wurde am 17. 5.
a. u. 87 (1946) die Genehmigung zum Sippen erteilt. Zuerst wurde in der
"Altdeutschen Weinstube" gesippt, später im Hotel "Pfeil" und als dieses
beschlagnahmt wurde, kehrte man in die erste Notburg zurück. Dann ent
deckte Hkt. Imprimatur eine neue Burg im Keller des Trümmergrundstückes
"Turnverein". Mit 18 Sassen und 49 Gastrecken feierte das Reych seine Burg
weihe. Es folgte die Ursippenfeier für die Ritter Gift, Dingsda, Antuka, Rubin,
Sdtlidtt, Pedtlin, Vitruv, Eucalyptus, Zange)'! und Rastlos. Bald mußte das
Reych sich wieder eine neue Heimstatt suchen. Der Vater Rhein über
schwemmte erneut das Land und auch die Burg. Wieder war es Imprimatur,
der im "Neubrunnenhof" eine neue Burg fand. Das Reych blühte, es kam
Nachwuchs. Dankbar gedenken die Sassen der Spenden des fIüheren Ritter
des Reyches, R. Speezl von Gaadefeld (Baltimora), die manche Not lindern
halfen.
Auf der 3. Karlsruher Maien-Tagung a. u. 90 auf der Wachenburg bei
Weinheim war das Reych vermessen genug, den Antrag zu stellen, den
1. Deutschen Schlaraffentag in ihren Gemarkungen abzuhalten. Er wurde
angenommen. Mit 500 Besuchern wurde gerechnet, 1200 kamen. Glüdclicher
weise hatte die Stadt das "Kurfürstliche Schloß" wieder aufgebaut, so daß alle
Schlaraffen Platz fanden. Es war ein herrliches Fest, von dem noch heute alle
begeistert sind, die daran teilnehmen durften.
Das Reych sippt heute in seiner eigenen Burg in der Weisenauer Straße
und blüht weiter. Es zählt über 70 Sassen. Eine Hebe Tochter wurde ihm
beschert, das h. Reych Lympurgia. Es bereitet der Mutter viel Freude. Im
Lenzmond a. u. 99 (1958) feierte Moguntia im "Kurfürstlichen Schloß" sein
75. Stiftungsfest. Allschlaraffia nahm herzlichen Anteil und ehrte das Reych
durch zahlreiche Einritte.
So geht das Reych in die 100. Jahrung und wird weiter wachsen, blühen
und gedeihen.
Lulu MoguDtial
Nr. 46
RE GIS MON T A N A
(Königsberg i. Preußen)
gegründet 16. 10. a. lt. 23 (1882)
Am 16. des Lethemonds 1582 (1882) verschwand
das profane Königsberg vom schlaraffischen Globus
und an seiner Stelle entstieg Regismontana, ge
stiftet durch die Ritter Sdtnäuzdten und Stuppert
der h. Ratisbona. Selten freilich kam aus dem
fernen Osten eine Kunde. Ein Markstein war die
zweitägige glanzvolle Feyer des
25. Stiftungs
festes am' Ausgang der Winterung a. u. 48 (1907),
wovon die Schlaraffia Zeytungen in NI'. 336 aus
führlich Kunde geben. Zwei Töchter erwuchsen
der Regismontana innerhalb der Jubeljahrung a. u. 50 (1909): die Libavia
-
474
in Rußland, Stifter R, Mhmetraut und die Truymannia in
Stifter R, Ütl1ello. In den Schlaraffia
hat das Reych erfreu
lich viele Beiträge gebracht, unter denen vornehmlich die zur Verherrlichung
der Ehrenschlaraffen genannt seien. Am 11.115. des Lethemonds a. u. 73
(1932) konnte das Reych sein 50 Stiftungsfest begehen. In den Stammrollen
a. u. 100 (1959) werden in bestehenden Reychen erwähnt: 3 seßhafte und
:3 fahrende Sassen.
Nr, 47 MAG D E BUR G I A
(Magdeburg)
gegründet 27. 10. a. u, 23 ('1882)
1.
Unter den amtlichen Kundmadlungen des Nebel
monds l5' S 2 (1882) in der Sdllaraffia Zeyttungen sticht
wegen ihres Umfangs die
hervor:
ist es uns mit
des Ul1u11ÖdJ5te11 ge
ein neues Reyd1 Sd11araffia zu begrUlJdel1. Alldie
weil wir in der profanen Stadt Magdeburg faurende
Sd11araffel1 der Reyale Praga, Hmmavera, Colal1ia, Au
gusta, SediHa ~lHd Basilea vorfal1den, ltieltel1 wir es
11I15ere Pßid1t, delfl Uhu einen neuen Altar ZI1 erria1.ten."
Laut Beschluß der feierlichen Gründungssippung vom 27. Lethemonds
a. u. 23 (J. 8 82) setzte sich die junge Colonie aus neun Erzschlaraffen zu
sammen, die beruflich alle den dortigen Bühnen angehörten. Es waren die
Ritter
Ql1ed~silber der Apostel der h. Bruna (Karl Skraup), Friedrid1 der
seimvollende der h. Sedina
CarIsen), die zu überschlaraffen erkürt
wurden, Marasquil1 der Säußler der h. Hannovera (P. Jäger), der mit dem
Amt des Marschalls, Kraft der Saftige (Ferdinand Worms), der mit dem Amt
des Junkernteisters und Sal1erkohl der Krauthopf der h. Basilea (Ferd. Am
berg), der mit dem Amt des Schatzmeisters betraut wurde. Hinzu kamen die
Ritter EtuI von Paprika der h. Augusta Vindelicorum (Andor Poor). Goliatlt
der h. Augusta (Filler), Jobst V011 üxford der h. Colonia (Hillemann) und
Profw1dt!5 der Baud1redl1er der h. Basilea (Benedikt), Das Kamzlerambt über
nahm Hkt. Ql1ed~silber. Junker Ludewig I der h, Allmutter, der spätere Ritter
Sd1Uß VOH1 KHall (Weidlin) schloß sich der Colonie an, zu der auch noch drei
neugebackene Junker und acht Knappen zählten. Zahlreiche Prüflinge harrten
ihrer Aufnahme und so schien Magdeburgias Bestand für alle Zeiten gesichert.
Die Anerke11llUng der Colonie durch die h. Allmutter datiert vom 9. des
Christmonds 1582. Das h. Reych Hannovera, vom Wachsen und Gedeihen der
munteren Colonie überzeugt, übernahm die Mutterstelle. Gesippt wurde alle
Freitage in der Burg "Braminenlodl" (Tmmel des Stadttheaters). Man war
sogar bereit, bei rechtzeitiger Avisierung. des Kantzlers für fahrende Schla
raffen auch an anderen Tagen zu sippen.
Am 17. des Windmonds 1583 wurde der Colonie die Anerkennung als Reych
zuteil. Eine Kundl11achung vom 6. des überon-Mondes 15'84 weist mit Aus
475
nahme der Hkt. Friedridt vollkommen andere Würdenträger auf und nennt
R. Heißsport1 der Pomadige (H. Siebert) als Kantzellar. Zugrunde lag wohl
die übliche Tatsache, daß Sassen, die der Bühne angehörten, infolge Engage
mentswechsel nur kurze Zeit im Reych verweilten. Auf dem Prager Coneil war
die Colonie durch den R. Sdtuß vom Knall vertreten, zum 25jährigen Jubel
fest der Allmutter erschien er, der später in die Praga zurückkehrte, als Herr
lichkeit, um die Glückwünsche des jungen Reyches Magdeburgia zu über
bringen.
2.
Mit regem Eifer nahm das Reych an allen Angelegenheiten, die das Interesse
Allschlaraffias berührten teil, und als die h. Colonia Agrippina ihren Angriff
gegen die sogenannte Ordenswirtschaft richtete, womit sie jedenfalls nur den
Mißbrauch derartiger Verleihungen im Auge hatte, sprengte Magdeburgia
rüstig in die Schranken und brach eine Lanze für die Beibehaltung dieser
Einrichtung, freilich mit der ganz richtigen Betonung, das Ordenswesen sei
einzuschränken, aber nicht abzuschaffen.
Auf dem Coneil zu Monachia vertrat Kantzellar Heißsporn das Reych,
beim Coneil zu Dresdensia erschien er als Legat in seiner neuen Würde als
Herrlichkeit. Auf den nachfolgenden Concilen sah man die Herrlichkeiten
Bergamo der verliebte Perser (Dr. jur. Karl Dietz), Flamberg der Allbereite
(Herm. Schulze) und Labeo der Germaniste (Dr. August Pauls). Das einstmal
zarte Pflänzchen, von dem nur selten Kunde über die Mauern seiner Burg
hinausdrang, blühte besonders unter der weisen Führung der genannten drei
Erbherrlichkeiten und entwickelte sich im Lauf der Jahre zum kräftigen Baum,
zu einer Zierde Allschlaraffias.
Als das Reych am 26. des Windmonds a. u. 73 (1932) zum fünfzigjährigen
Stiftungsfest rüstete, zählte es über fünfzig Sassen. Dem Ruf zur Feier in der
für diesen Zweck gemieteten Burg "Klosterbergegarten", einem Bau Meister
Schinkels, folgten fünfzehn Reyche, voran die Mutter Hannovera und die
Tochter Cygnea. Als Botschafter der h. Allmutter erschien Hkt. Amoroso.
Unter den Gästen befand sich auch R. Sdtihaneder der h. Vimaria, der als
Junker Paul zu den Mitbegründern der Magdeburgia gehörte und nur als der
einzig noch lebende Zeuge aus diesen Tagen neben allen anderen Erschienenen
durch Hkt. Herzzeun der Herzzäumer (Dr. Arno Hugemann) auf das herz
lichste begrüßt wurde.
In die Zeit glanzvoller Blüte des Reyches kamen profane politische Ereig
nisse, die sich zu überstürzen schienen, Freunde uneins machten und manchen
veranlaßten seinen Austritt zu erklären. Wie in allen anderen Reychen, war
die Auflösung audl im neuen Rahmen der "Deutschen Schlaraffia" nicht mehr
aufzuhalten. Die Bemühungen des Konzils in Lipsia,
[… Fortsetzung im Originalband]