Nr. 54 DU S S E L D 0 R P I A
(Diisse1dorf)
gegründet 3. 11. a. U. 24 (1 S S 3)
1.
Die Gründung der h. Dusseldorpia fällt in eine Zeit,
in der sich Uhu mächtig auszubreiten begann. Allein in
den Jahrungen 23/24 und 24/25 wurden 18 Reyche ge
gründet. Erzschlaraffen dieser Reyche waren in erster
Linie Schauspieler und Sänger, die sich an den Bühnen
dieser Städte trafen und in ihrer sdllaraffischen Begei
sterung dort das Banner Uhus pflanzten. 50 blieb es
auch nicht aus, daß in der Gemarkung des profanen
Düsseldorf, das als Kunststadt einen alten, guten Ruf
genoß, eine Colonie gegründet wurde. Die Initiative
hinzu ging von R. Reif-ReifliHgeH (Alfred Einicke) aus. R. Reif-ReifliHgeH war
im Uhuversum kein Unbekannter. Er war Erzschlaraffe der h. Norimberga und
Mitbegründer der h. Dresdensia. Zuletzt war er Oberschlaraffe der h. Augusta
vindelicorum. Von dort kam er nach Düsseldorf. wo er sofort mit den Rittern
Mäklig der
der h. Magdeburgia (Vietor Hertel), Socrates der Stets
bereite der h.
(Bruno Geidner), Epicur der JÜHgere der h. Sedina (Max
Hänseler), SteiHpilz der Naturlmeiper der h. Sedina (Julius Wilhelmi) und
Wolfram VOH Esc11iHbach der h. Lipsia (Georg Schütte-Harmsen) die Colonie
Dusseldorpia gründete. Es gelang diesen wackeren Recken, eine Reihe Profaner
für Uhu zu begeistern, so daß sich zu den sechs Gründungsrittern noch neun
Knappen als Erzschlaraffen gesellten. Nunmehr konnte R. Reif-Reif/iHgeH die
h. Augusta vindelicorum bitten, bei der hohen Allmutter die Genehmigung
zur Coloniegründung nachzusuchen. Diese wurde erteilt und in Nr. 67 der
Zeyttungen veröffentlicht. Die h. Elberfeldensis wurde zum Mutterreych
bestimmt.
2.
Die Colonie blühte schnell auf. Sie erhielt Zuwachs sowohl aus profanen
als auch aus schlaraffischen Kreisen. Die Jahrung 25/26 (1884/85) brachte
einen Zugang von 13 Knappen; außerdem meldeten sich drei alte, bewährte
Schlaraffen seßhaft. Die h. Allmutter genehmigte die Sanktionierung, die unter
der Teilnahme stattlicher Fähnlein befreundeter Reyche festlich begangen wurde.
Die Hoffnung, die Allschlaraffia in die h. DU5seidorpia setzte, wurde nicht
enttäuscht. Der junge Sproß schlug feste Wurzeln. In der Stammrolle a. u. 27/28
(1886/87) sind bereits 3:; Sassen verzeichnet; wahrlich eine stattliche Zahl. Doch
blieben dem Reyche innere Kämpfe nicht erspart. In der Jahrung 29/30 traten
9 Ritter wegen Zwistigkeiten im Reyche freiwillig aus. Die dem Reyche treu
gebliebenen Sassen hielten unter der Führung der drei Oberschlaraffen Vidivici
(Anton Otto), Michel aHc1t-Jo (Peter Paul Fuchs) und Spalt (Dr. Eduard Hüs
gen) um so fester zusammen. In der· Jahrung 49/50 (1908/09) beging die h.
Dusseldorpia in festlicher Form ihr 2:;. Stiftungsfest. Es war eine glanzvolle
Feier, über die in den Zeyttungen eingehend berichtet wurde. Sie war ein
Beweis für das große Ansehen, welches das Reych im Uhuversum genoß.
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3.
Die Zeit naCh dem 2,). Stiftungsfest war besonders fruChtbar für das Reych.
Die h. Dusseldorpia blühte und wurde einer der Mittelpunkte des sChlaraffisChen
Lebens am Niederrhein. Die Burg im ersten Portal der Rheinbrücke trug
wesentliCh zur inneren Festigung des Reyches bei. Der Name "Eckartsburg"
war ein Svmbol für eChtes SChlaraffentum. Hkt. Eehart der Getreue (Ernst Hart
mann) ha'tte Jahrungen hindurCh die GesChicke des Reyches geleitet und durCh
sein schlaraffisches Vorleben richtungweisend gewirkt. Herrliche Feste und
Tourneye wechselten miteinander ab. Genannt seien nur die kombinierten
Sippungen der westdeutsChen Reyche, ferner die Tourneye um die von R. Lei,1i
(Feter Ditges) gestiftete Funkekette und um den Romancero-Humpcn, die die
besten Kämpen auf den Plan riefeIl.
Von der hohen Allmutter wurde das ReyCh als Ziehmutter der von R.
Gleidlen III., dem Sohne des UrsChlaraffen GleidHJH 1., gegründeten Colonie
Crefe1densis bestimmt. Es hatte ferner den Prüfungsbericht über die Gründung
der Colonie Castrum Bonnense zu erstatten.
Der erste Weltkrieg lähmte das schlaraffisChe Leben in der h. Dusseldorpia
sehr. Die Burg auf der Rheinbrucke mußte aus militärisChen Gründen geräumt
werden. Das Reych fand zunädlst in Notburgen Untersdllupf. Erst am 22. des
HerbstnIondes a. u. 61 (1920) konnte die neue Burg, der im lahre 1538 erbaute
alte Turm bezogen werden. In dieser herrlichen Burg konnte sich das Reych
wieder zur alten Größe entfalten. Der alte Turm ist daher niCht mit UnreCht
das Wappenbild der h. Dusseldorpia geworden. Leider mußte auch diese Burg
naCh einigen Jahrungen wieder aufgegeben werden. Das ReyCh fand aber ein
neues Uhunest im Hause der DeutsChen Bank. Diese Burg blieb Heimstatt des
ReyChes bis zur Auflösung. Unter der Leitung der drei Herrlidlkeiten Maßlieb
(Julius Beckers), Sympa-Tlti-Kuß (Dr. Georg Aulmann) und Dad1s (Karl Sutor),
erlebte die h. Dusseldorpia glanz
volle Jahrungen.
Sehr bald aber überstürzten siCh
die Ereignisse. Die reiChsdeutsd1en
ReyChe wurden gezwungen, siCh von
der Allmutter Praga zu trennen und
konnten die Auflösung doCh niCht
verhindern. Die h. Dusseldorpia hat
im Kampfe um das Weiterbestehen
niCht untätig zugesChaut. Viele Sas
sen haben mannhaft um ihre Ideale
gerungen. Erwähnt sei nur das
tapfere Eintreten des R. Rlteinltold
Rid1ard Hennig) für das ReyCh.
Er schrieb an den damaligen Ober
bürgermeister der Stadt Düsse1dorf
u. a.:
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Auf die an /1,tich
Aflfrage erwidere ich Jiötlidm,
ich allerdings In
dem e/1elttC!ligel1 BHl1de
Schlaraffia", dem Idi ausl1ehmel1d viel Wert
voiles daHlIe, mehrere Jaltre eiH fiiltrcl1des Amt behleidet ltabe. ldi war Ober
sdi1ilraffe der Ktmst. Als so1dier hatte ich die SpezialaHtgabe, die zaltlreicher1
Darbietlmgcl1 der
dem Gebiete deutscher Dld1tmtg !md Musi/,
zu be!reueH.
Das fiil1reHde AHIt des Oberschlaraffeit der KU/1st stal1d also uHter dem Motto:
"Eltrt Etil'€ deutsd1el1 lvieiStel· . . . .
"
4.
Das Reych lebte trotz Verbots weiter. In der uhufinsteren Zeit hielten die
Sassen noch fester den11 je zusammen. Sie trafen sich regelmäßig beim Kegeln
und am Stammtisch, tauschten Erinnerungen aus und hofften, bald wieder
zu können. Ihre
wurde nicht enttäuscht. Am 1. des Wind
monds a. u. 36 (1945) fanden
16 Ritter, zwei Junker und zwei Knappen
in der Boxbeutelburg zusammen und sippten. Sie wählten R. Maaßlieb, R.
RI·jeil1uold und R. RitscJt-Ratso! (Dr. med. Hans Paulsen) zu Oberschlaraffen.
Das Weinrestaurant "Zum Boxbeutel" war zwar nur eine Notburg, wurde aber
trotzdem eine Stätte echt schlaraffischen Wirkens. Hier vergaßen die Sassen die
schwere Belastung des profanen Lebens, die damals jeder zu tragen hatte.
Bald wurde die Notburg im Boxbeutel zu klein. Sie vermochte die immer
mehr steigende Zahl der Sassen kaum noch zu fassen. Eine neue
die
zugleich eine würdige Heimstätte des Reyches sein sollte, mußte
wer
den. Sie wurde gefunden und dank der Opferfreudigkeit der Sassen mit eige
nen Mitteln ausgebaut. Am 27. des Eismonds a. u. 92 (1951) wurde sie geweiht.
Zahlreiche Fähnlein befreundeter Reydle nahmen an diesem frohen Fest teil.
In der neuen Burg in der Kasernenstraße 23 erlebte die h. Dussc1dorpia eine
neue Blüte. Das Reydl ist wieder ein kräftiger Zweig am Baume Allschlaraffias
Nr. 55
B RUN S V I G A (Braunsdtweig)
gegriindet 1. 12. a. u. 24 (1883)
1.
Da sich im profanen Braunschweig bei e1l11gen
Mitgliedern des Herzoglichen Hoftheaters viel Inter
esse am schlaraffischen Treiben gezeigt hatte, auch
einige andere kunstverständig-humorvolle Männer
sich
zeigten, kam auf Verabredung am 1. 12.
a. u. 24 (1 S
ein stattliches Fähnlein wackerer
Recken der Hannovera gen Braunsdlweig
Angeführt 'von Hkt. Hal1l1o der Cellel1ser,
lviilde und Paris H1it der ApJ1rodite begeisterten sie
die Braunschweiger so für den schlaraffischen Gedanken, daß die Gründung der
Colonie Brunsviga beschlossen wurde. Die Allmutter gab am 16. 12. der Neu
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