125 Pons drusi
Die kühn auf einem Porphyrfelsen südlich von Bozen aufragende Haselburg war für zwanzig Jahre
die Heimstätte der Schlaraffia Pons Drusi, wo im historischen Saal ritterliches Spiel erneut aufzu-
blühen vermochte. Im Ostermond des Jahres 132 stand die Feier für „Rt Medihymnicus - 35 Jahre
am Thron” an, ein für alle alten Freunde des Reyches unvergesslicher Oberschlaraffe.
Als das herausragendste Ereignis dieser Jahre kann das 100ste Stiftungsfest gelten, das am 25. des
Lethemonds A.U. 136 im großen Saal des Kulturheimes in Gries über die Bühne ging. 300 Sassen
aus 72 Reychen feierten mit uns.
So schloss sich den Glückwünschen des Muttereychs Oenipontana der helvetische Landesvater Rt
C-Mentor an, ermöglichte doch der helvetische Landesverband den Wiederbeginn des schlaraffi-
schen Spiels nach dem faschistischen Vereinsverbot.
Der in vielen Reychen bekannte Rt Torculus, dessen allzufrühen Ahallaritt wir bald beklagen muss-
ten, hatte noch zur Jahrhundertfeier eine Chronik verfasst, die eine lückenlose Geschichte des Rey-
ches dokumentiert.
Die Uhubaumfeier des Jahres a.U.139 war von einer großen Wehmut überschattet, da wir aufgrund
der veränderten Besitzverhältnisse die Haselburg, die inzwischen eng mit dem Namen unseres
Reyches verbunden war, verlassen mussten.
Nun begann wiederum eine Zeit des provisorischen Sippens und der Burgensuche. Im Weindorf
Girlan fanden wir für die Winterung a.U.14o und a.U.141 eine Notunterkunft im Verkostungsraum
einer Weinkellerei.
In diesen Jahren ging es um die Zukunft des Reyches, da an den Erwerb einer eigenen Burg nicht zu
denken war, und ohne einen passenden Rahmen das Spiel zu versiegen drohte. Über die Vermitt-
lung von Rt Cá d’Ora gelang es uns, ab Herbst a.U. 142 den Mehrzwecksaal des Kulturheimes in
Gries zu beziehen, den wir nach und nach zu einer Schlaraffenburg umgestalteten. Rt Rumpelstilz,
ein über Südtirol hinaus anerkannter Künstler, schuf dazu die passenden Kulissen.
Den umständlichen Auf-und Abbau des Thrones ersetzte eine geniale technische Lösung von Rt
Empfauquadrat. Auf Knopfdruck erscheint über eine elektrische Hebevorrichtung das altehrwürdi-
ge Throngestühl des Reyches, das sich ansonsten hinter einer knapp bemessenen Rückwand ver-
birgt. Über eine Bausteinaktion wurden die Kosten einschließlich den Ankauf eines elektronischen
Clavicimbels gedeckt.
Als das südlichste Reych im deutschen Sprachraum begrüßen wir es besonders, wenn Gäste zu
unseren Sippungen finden, so auch im Rahmen von Reychsausritten oder als Storchenritter. Zu
einem wahren Höhepunkt gestaltete sich die Schlussschlaraffiade der Winterung a.U.147, wo der
Allschlaraffenrat mit 14 Mitgliedern uns besuchte. Mehrere Räte bestiegen die Rostra, und ASR-
Vorsitzender Rt Ton DIN fand anerkennende Worte für das Reych.
Die besondere Verbundenheit mit dem Minnesänger Walther von der Vogelweide wird durch den
mit eigenem Hausgesetz geregelten Walthari-Ritterorden belegt, dem verdiente Ritter des Reyches
und anderer Reyche angehören. Eine Erneuerung der Ämter wird dadurch bewirkt, dass Jahr für
Jahr ein Oberschlaraffe ausgewechselt wird. Wir waren in diesen Jahren auch bemüht, nach außen
zu wirken. Die Schlaraffia Pons Drusi stellte sich in einer Sendung im lokalen Fernsehen vor, einige
Sassen wirken auch bei anderen Veranstaltungen, so bei Seniorenabenden mit. In den letzten
Jahren konnten wir noch Ritterschläge feiern, doch besteht auch in unserem Reych das Nachwuchs-
problem, was durch das steigende Durchschnittsalter der Sassenschar ersichtlich wird.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
126 Claudium forum
Die positiven Ausblicke a.U. 125 haben sich bewahrheitet: Claudium forum blüht und gedeiht. Der
Sassenstand hält bei knapp 90, ein zahlreicher Nachwuchs garantiert eine weitere lichte Zukunft,
das schlaraffische Leben strahlt.
Außer der 2.500. und der 3.000 Sippung (am 21.1. a.U. 127 und am 3.4. a.U. 145) und überhaupt
rund 650 Sippungen in der Berichtszeit begingen wir am 1.4. a.U. 136 in großem Rahmen das 100.
Stiftungsfest unseres Reyches. In diesem Zusammenhang erschien eine zweibändige, reich illust-
rierte, Chronik unseres Reyches mit über 400 Seiten, auf die wir stolz sind.
Das älteste der indessen fünf Kärntner Reyche erfreut sich regen Besuches befreundeter Sassen;
der Jahresdurchschnitt an Einritten ist mit 220 anzusetzen. Dazu kommen die Einritte der Traban-
tengarde und etliche Reychseinritte (von uns oft provoziert), die stets erwidert werden. Bei den alle
zwei Jahrungen stattfindenden „Trio-Ritten” besuchen wir Reyche der weiteren Umgebung, und eine
jugendliche Gruppe (sächsischer Kreis) unternimmt jährlich Kavalierstouren vor allem in den für
uns noch neuen Osten.
Einen besonderen Hinweis verdient unsere Fruchtbarkeit: Unsere Tochter Prima Canadensis (337)
hat a.U. 129 das Kind Porta Pacifica (408) geboren, und die Enkelin Fort Okanagan (387) bescherte
uns die Urenkel Am Silbersee (406) und Kamlupsia (415).
Wir setzen damit die Bemühungen des Karolinger-Kaisers Arnulf von Kärnten fort, Kanada der Zivi-
lisation zu erschließen (Arnulf, unehelicher Geburt wie viele Kärntner, hat vor rund 1.100 Jahren die
bösen Normannen besiegt und zur Sesshaftigkeit gezwungen; die Normannen haben 1066 England
erobert, die Engländer haben ab 1763 Kanada vereinnahmt – und Claudium forum dasselbe ab a.U.
98...).
Die profane Landeshauptstadt Klagenfurt hat etliche Straßen nach Sassen unseres Reyches be-
nannt: Tom von der Hütten (Klimanngasse), Fer der Eisbändiger (Wallackgasse), Hilarius der
Straußenreiter (Frodlgasse), Zoll-Feldgraber (Dr.-Georg-Graber-Weg), Trio der Toscanische (Josef-
Friedrich-Perkonig-Gasse), Botticello der Bonzenklexer (Karl-Truppe-Straße), Clavirus der Noten-
schlucker (Erich-Opitz-Weg).
Weitere Personalien: Der letze Aemona-Sasse, Unser Rt Vikerl vom Bold, ist am 22.3. a.U. 126 zur
ewigen Rittertafel abgeritten; die versunkenen Reyche Aemona (154) und Emona (18) bleiben unsere
Traditionsreyche.
Unser Rt Savenerola am Scheidewege, hochverdient in vielerlei Facetten des schlaraffischen Spieles,
im Herbstmond a.U. 147 gen Ahalla geritten, hat in 55 Schlaraffenjahren ebenso viele Jahrungsrin-
ge erworben – in 55 Jahrungen keine Woche ohne Sippung! Einer seiner Söhne, Rt Feuilletoni der
Umsattelfeste, wurde 37mal auf den Thron des Reyches gewählt. Und: Rt Ton DIN der ÖNORM-e,
einer von Savenerolas Enkeln, ist seit a.U. 140 Mitglied des SRA und seit 24. 10. a.U. 145, dem XXIII.
Concil zu Lulucerna, Vorsitzender des ASR.
Er setzt so eine Tradition unseres Reyches fort, das a.U. 100 mit dem (indessen zum Ehrenritter All-
schlaraffias avancierten) Rt A-soo vom großen Wort den ersten Sassen dieser Art stellte. Indessen
dürfte in unseren Reihen bereits ein geeigneter Kandidat für dieses Amt a.U. 200 heranreifen, damit
wir diese 50-Jahrungen-Tradition weiter pflegen können.
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