XXI. Concil Vindobona
Aus organisatorischen Gründen wurden alle Veranstaltungen
(Concils-Ball, Legatentagung und Concils-Sippung) in den
Räumen des neu erbauten Austria Centers abgehalten und so
wurde bereits einen Tag nach der fulminanten und denkwürdi-
gen Praga-Gedenksippung der Concils-Ball mit Wiener Walzer-
klängen eröffnet, der Legaten und Besucher in „vorconciliäre“
Stimmung versetzte.
Die Legatentagung wurde am 4.11. a.U. 135 vom ASR-Vorsitzen-
den Rt Humanist (122) eröffnet und geleitet. Anwesend waren
230 Legaten. Hier wurde festgeschrieben, welche Reyche durch
die politischen Wirren der letzten Jahrzehnte endgültig als
„erloschen“ gelten mussten, einschließlich der Praga. Aber es
galt auch, den Reychen, die „im Verborgenen geblüht“ hatten,
Hilfestellung zu geben und sie auf ihre Fähigkeit des Weiterbe-
stehens hin zu prüfen, allerdings mit einer Fristsetzung von 10
Jahren, in denen sie ihre Lebensfähigkeit unter Beweis zu stellen hätten. Beglückende Wirklichkeit
ist, dass insgesamt 8 ehemaligen Reychen das schlaraffische Weiterbestehen anerkannt werden
konnte. Es waren dies die hohen Reyche Lipsia (8), Suerina (79), Vimaria (85), Erforda (109), Pots-
damia (111), Budissa (136), Castrum Plaviense (172) und Geraha (291).Ihnen war im Lethemond
a.U. 131 eine Frist von längstens 10 Jahren gesetzt worden, innerhalb welcher diese im Wiederer-
stehen begriffenen Reyche den Nachweis ihrer schlaraffischen Lebensfähigkeit erbringen können.
Dies ist am Tage des Concils bei drei nicht erloschenen Reychen geschehen, nämlich bei den h. R.
Lipsia, Erforda und Castrum Plaviense, sodass diese als Reyche mit allen Rechten und allen Pflich-
ten wiederum dem Verband Allschlaraffia angehören. Eine weitere gewichtige Aufgabe für den ASR
bestand in der Umstellung der schlaraffischen Datenverwaltung auf EDV. Das Angebot des LVD, die
Datenspeicherung auch für die LV Helvetica, Lateinamerika und Nordamerika gegen Kostenersatz
zu übernehmen, wurde akzeptiert, sodass eine vollständige Datenbank aller Landesverbände einge-
richtet wurde (Datenzentrale) - eine wichtige Voraussetzung für die seitdem rationeller und dadurch
billiger zu erstellende Stammrolle. Erwähnenswert auch, dass erstmalig mit dem Vorsitzwechsel
auch die Chefredaktion der DSZ vom LVA (Rt Pantscherl, 207) a.U. 130 übernommen wurde.
Die Festsippung des Concils, dessen Motto „Schlaraffia grenzenlos“ lautete, wurde von Rt Bon
Charmin, unterstützt von allen Würdenträgern, geleitet. Des weiteren zierten den Thron die Ritter
Na Bumm, Bolle, und Van Bütten. Vor einer Kulisse, die von wld Rt Wurzelbär wunderschön ge-
staltet worden war, öffnete ein überdimensionaler Uhu den Blick auf das Uhuversum in Form einer
Weltkugel. Die künstlerische Leitung lag in den bewährten Händen des Rt Sketch, der in launiger
Weise ein Zwiegespräch mit Uhu persönlich führte, dem Rt Dalkopatscho seine Stimme lieh. Die
Sippung begann spiegelgemäß mit dem von wld Rt Anti-Gfriess hervorragend zelebrierten Einritt
und endete mit der Übergabe des Vorsitzes im ASR an den Landesverband Deutschland mit dem
Vorsitzenden Rt Inkasso.
Diese Concilssippung war die erste, die zur Gänze auf Video aufgezeichnet wurde, der Willkumm
war eine Krawatte, die auch heute noch uhuversumweit gerne als Sippungskrawatte getragen wird.
Zum erstem Male gab es auch eine Concils-Zeitung, von Rt Glatzioso gestaltet. Humanist (122)
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
XXII. CONCIL
COLONIA Agrippina
23. – 24.10. a.U. 140
Legatentagung im Gürzenich
Festsippung in der Messehalle 8
Vorsitz: ErbO Rt Inkasso
Funktion der Festsippung: ErbW Rt Salomon
Die Legatentagung wurde vortrefflich durch den Vorsitzenden des ASR Rt Inkasso geleitet. Weitrei-
chende Beschlüsse wurden nicht gefasst. Die Tafel der Ehrenritter Allschlaraffias blieb unverändert,
ebenso Spiegel und Ceremoniale; jedoch wurde die Spiegelkommission mit der Überarbeitung un-
ter besonderer Berücksichtigung der zu diesem Concil eingebrachten Anträge beauftragt. So ver-
kürzt endete die Legatentagung um Glock 12 des Mittags, weshalb auch für Legaten noch Zeit
verblieb, Teile des Rahmenprogramms wie Köln-Führung und Stadtrundfahrt zu genießen.
Wer schon am Freitag in Köln weilte, hatte Gelegenheit, an einer Kölsch-Tour, einem Besuch im
Römisch-Germanischen-Museum, der Aufklärung über Karneval zu Köln oder abends einer Sip-
pung in einem benachbarten Reych teilzunehmen.
Höhepunkt war ohne Zweifel die Festssippung am Abend des 23.10. Die Colonia Agrippina ver-
blüffte mit einer Festsippungs-Oper das Uhuversum. Nicht schlaraffische Selbstbeweihräucherung
sondern Persiflage - also die Grundidee Schlaraffias - erhellte die Szene. War es eine Sippung, war
es eine Oper? Fungierte –singend ?!- Rt Salomon, oder fungierte der Dirigent und Komponist Rt
Putto? War die verruchte „Lulu“ - „Ich hab´ von Kopf bis Fuß das Lieben eingestellt...“ - tatsächlich
Rt Râga? Es war ein romantischer Traum mit wunderbarer Musik, der erfüllte Wunsch unbeschwer-
ten schlaraffischen Spielens.
Und dann der Sonntag: Der musikalische Frühschoppen! Ein weiterer Höhepunkt in der sogenan
nten guten Stube Kölns: im Gürzenich. Mit Freude und Phantasie führte Rt Z-Zefix (252) gekonnt
durch das Programm. Dem Triple-Konzert von ES Florestan lies die Junge Sinfonie Köln unter Lei-
tung von Rt Putto als aufmunternden Wink an den nun allschlaraffisch verantwortlichen LV Helve-
tica Rossinis Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ folgen. Mit seinem Werk „Schulmeisterleben“ –Motto:
„alles geklaut“- löste Rt Putto mit seinen Sinfonikern wahre Lachsalven aus. Die Skiffle-Band der
Truymannia „mischte“ nun das Publikum mit amerikanischen Rhythmen auf. Kaum hatten sich die
Gemüter beruhigt, ereilte den Saal der nächste „Schock“: Rt Ludens(242) lies den Frühlingsstim-
menwalzer bravourös entgleisen und hatte „trotzdem“ die Lacher auf seiner Seite. Dann aber frönte
die Colonia ihres ES Can-Can: Jaques Offenbachs Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ wurde
durch die Junge Sinfonie Köln traumwandlerisch sicher interpretiert.
Nun aber „tobte der Bär“; genauer gesagt: die „leichten Mädchen“ aus der Fetssippungs-Oper
veranlassten als Cancan-Ballett so manche Burgfrau, beruhigend auf ihren Burgherrn einzuwirken...
Zum Abschied bliesen die Rtt Salomon und Ventilo auf Alphörnern „In den Schwiezer Bergen“ von
Gassman, während die Damen des Balletts auf der Bühne Tafeln mit der Inschrift präsentierten:
„Lulu Helvetica“.
Salomon (8)
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s