Nova Yorkia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 69 — Nova Yorkia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

69 Nova YORKIA
Anno Uhui 126 celebrierte Nova Yorkia mit fast 150 Teilnehmern ein fulminantes und glorreiches
100-jähriges Gründungsfest, nicht ahnend, dass das Reych in der folgenden Jahrung ganz unerwar-
tet seine Burg verlieren und zwei Jahrungen darauf, am 31. des Wonnemonds a.U.129, seine Tore für
immer schließen würde. NOVA YORKIA - EX!
Noch heute fragt man den Berichterstatter: Warum?
Tatsachen: Von den 13 verbliebenen Sassen waren 4 fahrend, 4 standen kurz vor dem Umzug in weit
entfernte Staaten, einer konnte nur unregelmäßig an den Sippungen teilnehmen… so verblieben
effektiv 4 aktive Sassen. Entfernungen zwischen den Sassen, fruchtlose Suche nach einer neuen
Burg und nach überlebensnotwendingem Nachwuchs bildeten unüberwindbare Hürden. NOVA
YORKIA - EX!
Und trotzdem: NOVA YORKIA LEBT WEITER! - Nicht nur in den Erinnerungen unzähliger Freunde
im Uhuversum, sowie in den Herzen der ehemaligen Nova Yorkia-Sassen!
Thron und Rostra schmücken die heutige Burg ihres Tochterreyches Brooklynia; die große Leinwand
von Rt Signorelli (Nova Yorkia-Sasse) sowie Gestühl und andere Gegenstände zieren die Burg des
h. R. Porta Pasconia; ein Porträt des Rt Schneidertöter (Nova Yorkia-Erzschlaraffe) von Rt Signorelli
fand einen Ehrenplatz bei der „Mutter” Moguntia.
Weitgreifender jedoch ist der Nachlass des wld ErbO Rt Jurifex, durch dessen unermüdliche Be-
mühungen, über welche diese Auflage der Chronik mehr im Detail berichtet, das Wiedererstehen
unserer Allschlaraffia zustande kam.
Und so schließt der Berichterstatter diesen letzten Bericht mit der ersten und letzten Strophe der
Nova Yorkia Hymne (Text: Rt Ardcadius der Hosenkavalier, Melodie: Rt Bassermann der Pultauto-
krat):
Wo ein Lied in deutschen Lauten,
Was die Praga uns gesungen,
Wo ein deutsches Wort erschallt,
Was Moguntias Geist erdacht,
Das verbunden mit dem Trauten
Nova Yorkia ist‘s gelungen,
„Lulu” uns entgegen hallt.
Nova Yorkia hat‘s vollbracht.
Wo erglüht, wo erblüht
Wo die Zeit, uns geweiht,
Freundes Herz im frohen Kreise,
Soll uns nimmer müßig finden,
Echte Kunst, Schlaraffenweise,
Banner flattern in den Winden.
Dort wo der Humor uns nah,
Hoch die Humpen, den Aha,
Dort thront Nova Yorkia!
Heil Dir Nova Yorkia!
Lulu, Praga!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
70 Berna
Mit glanzvollen Höhepunkten begann die Berichtsperiode. A.U. 124-127 leitete die Berna als „Vor-
ort” die Geschäfte des helvetischen Landesverbandes. Gleichzeitig stellte sie mit Rt Codex a.U.
125-127 den Vorsitzenden des ASR. Anderseits feierte sie am 18.5. a.U. 126 mit einer grossartigen
Festsippung ihr hundertjähriges Bestehen.
Die nachfolgenden 25 Jahre verliefen in einer Stimmung harmonischer Freundschaft, ungetrübt
von Missgunst und Streit. Das beglückende Zusammenspiel von Würdenträgern und Sassen, die
bemerkenswerte Fechsungsfreude und der neckisch fliegende Güldene Ball sicherten ein beachtli-
ches Niveau.
Der Wandel in der Zusammensetzung der Sassenschaft, vor allem der sinkende Anteil aktiver
Künstler, änderte allerdings Charakter und Thematik der Sippungen. Die Vorstellung des Geistes­
heroen erweiterte sich über den traditionellen Kreis der Dichter und Musiker hinaus Richtung Tech-
nik und Naturwissenschaft. Nach dem Renaissancemaler und -dichter Niklaus Manuel Deutsch
(seit a.U. 133 ES Schweizerdolch) wurde a.U. 146 aus Anlass des „annus mirabilis” Albert Einstein
zum ES Relativ gekürt.
An die Stelle sprachlicher Eigenschöpfungen (dankbar erinnern wir uns der in Ahalla weilenden Rtt
Cann-Opus und Sesam) trat zunehmend das literarische Zitat. Unverkennbar ist der Hang zum
Aphoristischen (philosophische Reflexionen und Spruchweisheiten), zum Anekdotischen und zum
Satirischen bis hin zum skurril Phantastischen. Beliebt sind auch Mundartliches und Geschichtlich-
Volkskundliches.
Die Mutzensippung will den Kontakt mit unseren Ehrenrittern und Stadtvennern lebendig erhalten.
Ausritte mit Gegenbesuchen stärkten die Freundschaft mit anderen Reychen; einen besonderen
Stellenwert besitzen die in meist zweijährigem Turnus stattfindenden Treffen von Sassen der drei
weit auseinander liegenden Reyche Brema, Castellum Noricum und Berna. Trotz dieser erfreulichen
Bilanz können wir nicht mit ungebrochenem Optimismus in die Zukunft blicken.
Mit Sorge erfüllt uns die Entwicklung der Sassenschaft. Deren Verjüngung gelang nicht im er-
wünschten Ausmass; der rückläufige Sippungsbesuch war die unübersehbare Folge. Zählten wir zu
Beginn der Winterung a.U. 126/127 noch 72 Sassen, darunter fünf Junker und zwei Knappen, führt
die Reychsmatrikel im Frühjahr a.U. 149 noch 39 Ritter neben einem Junker und zwei Knappen auf.
Mentale und gesellschaftliche Wandlungen in der Profanei halten leider viele an sich geeignete und
für unsere Ideale ansprechbare Männer ab, sich für einen Bund zu entscheiden, der von seinen
Mitgliedern regelmässige Präsenz und aktives Mitmachen erwartet.
Nicht nur wir selber, auch unser stolzer Besitz, die Trutzburg, ist in die Jahre gekommen; es drängte
sich eine bauliche Erneuerung auf. Als erste und wichtigste Maßnahme wurden auf Initiative un-
seres langjährigen ErbK und Hüters des Allschlaraffischen Archivs Rt Atlanticus und mit der wohl-
wollenden Unterstützung des ASR Brandschutzvorrichtungen installiert, um die bei uns verwahrten
historischen Schätze von unermesslichem Wert angemessen zu schützen.
A.U. 149 fällt der Berna wieder die Ehre des Vorsitzes im Landesverband zu, und sie rüstet sich zum
125. Stiftungsfest, das a.U. 151 an historischer Stätte über die Bühne gehen soll.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 277-278