Francofurta

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 76 — Francofurta. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

76 Francofurta
Nachdem der letzte Ritter, der bereits vor der Uhufinsternis in der Francofurta gesippt hatte, a.U.
122 gen Ahalla geritten war, bevölkerte nun eine neue Generation von Sassen den Rittersaal der
Faustburg im alten Bahnhof Oberrad. Die Befürchtung, dass die Bundesbahn im Zuge des Ausbaus
der S-Bahnstrecke hier eine Haltestelle einrichten würde, hatte sich nicht bestätigt. A.U. 128 wurde
der Bahnhof endgültig aufgelassen. Die Bahnschranken verschwanden, der Straßenverkehr bekam
eine Unterführung, es gab keinen Bahnsteig mehr, und in der ehemaligen Schalterhalle sippten nun
die Schlaraffen.
Um a.U. 135 nahm in der Profaney die Reform der deutschen Bundesbahn langsam Gestalt an. Zu
dieser Zeit waren Verhandlungen mit der deutschen Bundesbahn über den Kauf des Bahnhofsge-
bäudes schon einige Monate im Gang. Nachdem diese Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen
worden waren, schufen die Sassen des Faustreyches und Freunde aus benachbarten Gemarkungen
in einer gewaltigen Anstrengung jene Voraussetzungen, die a.U. 139/140 zum Kauf des Bahnhofs-
gebäudes samt Grundstück führten.
Zum ersten Mal hatte nun das Faustreych ein bleibendes Zuhause, ein Uhunest für alle nachfolgen-
den Generationen an Schlaraffen. Damit aber nicht genug: Wie es der Zufall (oder das Schicksal)
so will, liegt die neue Faustburg nahe bei der Gerbermühle, jenem Ort, wo des Faustreychs ES Faust
Marianne von Willemer begegnete. Eine Begegnung, die sich 1819 im „westöstlichen Diwan” zu
einer großen Dichtung formte. Im Bannkreis dieser magischen Landschaft vor den Toren Frankfurts
sippen nun die Sassen der Francofurta.
Ganz im Sinn dieser Verbundenheit mit dem ES Faust stehen auch die drei Allschlaraffischen Faust-
feiern in den Jahren a.U.126, 131 und 140, die - verbunden mit einem gar feierlichen Faustritterschlag
- viele Freunde aus den Weiten des Uhuversums in die Gemarkungen der Francofurta führten.
Nicht zu vergessen drei Freundschaftssippungen der Rhein-Main-Reyche, die unter Obhut des
Faustreychs standen. In den letzten 25 Jahrungen sind fast alle Sassen, die am Wiederaufbau des
Reyches nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt waren, gen Ahalla geritten.
Es ist ein lange Liste von 40 Schlaraffenbrüdern, die uns in den vergangenen 25 Jahren verlassen
haben. Ihren Weg ins Uhuversum haben hingegen nur 24 Männer gefunden. A.U. 124/125 hatte
die Francofurta 57 Sassen. Die Zahl stieg a.U. 127/128 auf 62. A.U. 139/140 waren es nur mehr 39
Sassen, 143/144 weist die Stammrolle 43 Sassen aus. Danach ist die Tendenz fallend auf 41 Recken,
welche jetzt das Banner des Faustreychs aufrecht halten.
Die Francofurta hat sich in den langen Jahren ihres Bestehens in vielen Wechselfällen ihrer schlaraf-
fischen wie auch profanen Geschichte immer behaupten können. In all den Jahren sind viele schöne
Sippungen, viele gute Erinnerungen, Leid, Uhufinsternis und die schlimmen Jahre nach dem Krieg,
aber auch der Glanz und die Kraft unserer Idee zu einem Teppich verwoben, in den viele Generati-
onen ihre Knoten geknüpft haben.
Und so werden wir wohl künftig noch in viele Bände der Allschlaraffischen Chronik unsere Ge-
schichte eintragen können, wohl behütet unter den Schwingen des Uhu und getragen von der
wunder­baren Leichtigkeit unseres schlaraffischen Spieles.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
77 Neostadia
Den Rückblick lassen wir mit der GU-Feier für Großfürst Polydor mit großem Einritt und dem 1.
Umbau unserer Vorburg a.U.125 beginnen.
Mit dem Oberschlaraffat Rt Test, Rt Ca-det-to, Rt Jurijo, 55 sonstigen Schlaraffen und 9 Ehrenrittern
bereitete man das 100. Stiftungsfest vor, zu welchem sich am 13.4. a.U.126 in der Festburg „Spar-
kassensaal” 51(!) Sassen, 141 Gastrecken aus 35 Reychen und zahlreicher Tross versammelten. C Rt
Ari erhielt im Anschluss die höheren Weihen des Kantzlers. Seither sekkiert Rt Imechtja die einrei-
tenden Recken. Im Hornung a.U.127 trafen erstmals die Helenentaler (das h.R. Aquae Thermae)
und unsere Steinfelder Dichterschule mit 28 (!) Eigenfechsungen aufeinander.
Am 7.1.a.U.128 wird der später weitum bekannte Rt Ilex gekugelt, ein großer Sammler und auch
Mäzen. Die nächsten Jahrungen sind geprägt von regem Sippungsgeschehen mit den jährlichen
Höhepunkten: Hubertus-Sippung, Ritterschlag, Uhubaumfest mit Burgfrauen, Dichterschulen, He-
ringschmaus und Wildensteinersippung.
Engagierter Vorsipp, Frohsinn, rege Zweikampftätigkeit – aber keine „Grabenkämpfe” – führten bei
einem Sassenstand zwischen 53 und 63 Sassen und 8-12 Ehrenrittern zu einem Sippungsbesuch
von 23 bis derzeit 35 Sassen und 7-11 Einritten im Jahrungsschnitt.
Musikalisch sind allein unsere Fanfarenmeister aktiv. Hier stützen wir uns auf unsere ER G-Dur
(231), Virtuoso und Laserz (24) ab. In der Sommerung a.U.134 erhielt die Drachenburg eine Kli-
manlage, a.U.139 ein elektronisches Clavicimbel. Mit Jahrungsende a.U.142 wurde die 30-jährige
Tradition der Sippungen der niederösterreichischen Mittwoch-Reyche aus Platzgründen beendet.
Am 6.5.a.U.142 wurde OÄ Rt 6x6 der Düsenbummler (80) als erster Neostade mit dem Wiking-
Orden geehrt. Wir sind – mit ihm – stolz! In den letzten Jahrungen gab es keine Sensationen im
guten oder schlechten Sinn. Unsere Neostadia entwickelte sich zu einer großen Familie, die auch
die Burgfrauen und Witwen einbezieht.
Die Versorgung der Sassen geschieht in Eigenregie, dzt. durch die Familie Rt Ari und einige Burg-
frauen und Witwen. In den letzten 24 Jahrungen sind 42 Kugelungen, 40 Ritterschläge, 38 Ahallarit-
te und 38 Aufnahmen in den Wildensteiner-Orden zu vermerken. Am 5.9.a.U.148 wurde im Rahmen
einer Krystalline mit zahlreichen honorigen, profanen Gästen eine schlaraffische Gedenktafel für
Anton David Steiger, den Gründer der Wildensteiner Ritterschaft auf blauer Erde zu Burg Seeben-
stein, unseren ES Hainz am Stein der Wilde, an seinem ehemaligen Wohnhaus in Wiener Neustadt
enthüllt.
Zum nächsten großen Ereignis, unserem 125. Stiftungsfest im Lenzmond a.U.151 laden wir jetzt
schon herzlich ein. Unsere Neostadia ist ein Reych, das sich nicht in Größe verliert und auch nicht
unter Nachwuchsmangel leidet. Ein Reych, in dem sich die Sassen wohl fühlen und in das man
gern einreitet.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 279-280