336 Ob der Hamel
Nachdem das Rattenfängerreych Ob der Hamel sein 25 jähriges Gründungsfest begangen hatte,
folgte weiterhin eine Zeit fröhlichen Sippens mit einer bis heute erfreulich gleich gebliebenen Sas-
senzahl. Die traditionellen Sippungsthemen des Reyches wurden auch in dem zurückliegenden
Vierteljahrhundert besonders gepflegt.
Zu den großen Veranstaltungen gehörte jeweils das Münchhausen-Turney zu Bodenwerder, welches
mehrfach durchgeführt wurde und zum besonderen Glanzpunkt in der Jahrung des 40. Gründungs-
festes a.U. 138 wurde. Jedes Mal ließ es sich unser ES Hieronymus Kugelblitz nicht nehmen, sein
Leibregiment zu inspizieren.
Auch die „Freye Münchhausen-Uhuversität” behielt ihre Lebendigkeit und viele Freunde aus dem
ganzen Uhuversum reihten sich in die Schar der Studiosi und des Leerkörpers ein. Alljährlich lädt
das Reych die Sassen mit ihren Burgfrauen im Ostermond zur Sippung auf der Schaumburg.
Alle zwei Jahre erfreut das Reych die Freunde der Braukunst mit seiner Gambrinussippung: eine
schöne Tradition, die ebenso wie die beliebte Lethesippung seit Anbeginn des Reyches gepflegt
wird. Ob der Hamel erfreute sich allzeit einer aktiven Junkertafel. Vor wenigen Jahren wurden wir
Zeuge einer fröhlichen Fehde gegen den Nachwuchs des h.R. Athenae Gottingenses. Immer wieder
wurden herausragende Reychsausritte veranstaltet. Unvergessen sind die Ritte gen Lulutetia Parisi-
orum und das profane London mit jeweils attraktiven Programmen.
In den folgenden Jahren besuchten wir Reyche in vielen Teilen des Uhuversums. An jedem der Con-
cile nahm das Reych Ob der Hamel mit einem stattlichen Fähnlein teil. Freunde aus benachbarten
Reychen waren dabei stets gern gesehene Gäste.
Die politische Wende veränderte für uns vieles. Intensive Kontakte zu unserem Großmutterreych
Erforda bestanden schon zur Zeit der Uhufinsternis. Bereits a.U. 126 gab es eine Junkertafelfehde
zwischen den Reychen. Nun konnten die Verbindungen ohne profane Hemmnisse stärker gepflegt
werden.
Auch zur Vimaria, unserer Urgroßmutter, entwickelten sich bald herzliche Beziehungen. Unter Be-
teiligung unseres Mutterreyches Hildesia und der Schwester Kaiserpfalz wurden die Kontakte in-
nerhalb der Genealogie ausgeweitet. Heute treffen sich die fünf Reych einmal in jeder Winterung zu
einer Familiensippung. Treue Freunde dieser Sippungen werden mit dem Familienorden geehrt.
Nachdem das Reych über 30 Jahrungen seine Burg im Hotel Zur Börse hatte, führten profane Ver-
änderungen dazu, sich nach einer neuen Burg umzusehen. Dabei stand der Wunsch nach Eigentum
an erster Stelle. Uhus glückliche Fügung ließ uns Räumlichkeiten in einer attraktiven Lage finden.
Allerdings verlangte die vorgefundene bauliche Substanz nach größten Anstrengungen. In einer
einmaligen Gemeinschaftsleistung gelang es den Sassen aus ehemaligen Lager- und Werkstatträu-
men eine schöne Burg zu schaffen.
Ungezählt sind die Arbeitsstunden der Sassen, die in ihrer Freizeit zur Entstehung der neuen Burg
beitrugen. Sinnigerweise liegt diese Burg nun direkt an dem kleinen Fluss Hamel, von dem sich ja
der Name unseres Reyches ableitet. Letzter großer Höhepunkt war im Lethemond a.U. 148 die Feier
zum 50. Gründungsfest, das wir in großem Rahmen mit über 300 Gästen begingen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
337 Prima Canadensis
Anlässlich der 17. Reychstagung des Landesverbands Nordamerika in den Gemarkungen der Pri-
ma Canadensis im Wonnemond a.U. 149 beging das erste Reych auf kanadischem Boden sein 50.
Stiftungsfest. Bemerkenswert ist dabei, dass nach fünfzig Jahren seit der Gründung noch der Grün-
dungsritter PRAGAmemnon (zuvor Claudium forum) und die Erzschlaraffen Rtt Arzgebarch und
Medinegro im eigenen Reych, sowie die Rtt Moniero und Rohrspatz (jetzt in befreundeten Reychen)
nach wie vor aktive Schlaraffen sind.
In der Chronik Band II, S. 606 und Band III, S. 443 ist nachzulesen, wie es gelang, dem Uhu im
damals noch uhufinsteren Kanada ein sicheres Nest zu bauen. Es gesellten sich dann sechs weitere
Reyche in Kanada hinzu, wovon eins, Am Silbersee, mittlerweile erloschen ist. Ein herzliches Ver-
hältnis besteht zwischen all diesen Reychen in Kanada und die gegenseitigen Einritte sind so häufig,
wie man es bei den stattlichen Entfernungen zwischen den Burgen erwarten kann.
Einige wenige statistische Daten sind erwähnenswert. So haben in den letzten 25 Jahrungen 16
liebgewordene Sassen und 11 Ehrenritter den weiten Ritt in die lichten Gefilde Ahallas angetreten,
getreu dem Schlaraffenschwur, bis zum letzten Atemzug Schlaraffia die Treue zu bewahren. Ein
Sasse wurde in Porta Pacifica sesshaft und acht schieden durch freiwilligen Austritt oder Streichung
aus. Dem steht gegenüber, dass in diesen 25 Jahrungen 41 Neuaufnahmen den Sassenstand berei-
cherten. Im Hinblick auf die in diesen letzten Jahrzehnten stark zurückgegangene Zuwanderung
deutschsprechender Männer ist dieser Nachwuchs doch begrüßenswert.
Viele Feste wurden gefeiert, Einritte aus Europa wie aus den USA und anderswo sind nicht selten
und die gern gesehenen Besucher erfreuen sich der Gastfreundschaft in der profanen Stadt Edmon-
ton, der Hauptstadt von Alberta. Eigene Sassen reiten oftmals in befreundeten Reychen im Uhuver-
sum ein, die eigene Freundschaft zu überbringen. Wohl geplante Themensippungen wie Sippungen
mit freiem Fechsungsvorrang sorgen für Ernst und Humor in der Veste Maxi-muss, wie die Burg
nach dem Gründungsritter, wld Praga-Ritter Maxi-muss der Domokrat benannt wurde.
Burgfrauenabende und sommerliche Krystallinen bieten die Gelegenheit, den Burgfrauen für ihre
oft begeisterte Unterstützung Dank zu sagen. So mancher Würdenträger wie Reychsbeamter erwarb
mit über zehnjähriger fruchtbarer Tätigkeit den Erbtitel, und Rt Jan Maat wurde gekürt, dem LVNA
a.U. 124-134 als Vorsitzender zu dienen und a.U. 125-135 Sitz und Stimme im Allschlaraffenrat zu
haben.
In jüngster Zeit, nämlich am 20. 10. a.U. 148 reiste der Vorsitzende des SRNA Rt Siebenhitze eigens
zu einer Festsippung der Prima Canadensis, um den Rtt Jan Maat, Phil-o-atz und Sandfloh mit dem
Treuebrief für 40-jährige Zugehörigkeit auszuzeichnen und Rt Arzgebarch den Großursippenorden
für 50-jähriges Schlaraffentum zu verleihen, während, ebenso zu diesem Anlass gereist, Rt Ton DIN,
Vorsitzender des Allschlaraffenrates, Rt PRAGAmemnon mit den Brillanten zum Großursippenor-
den für 60 Jahre in Schlaraffia belohnte.
Wie stets und überall ist es jedoch die gesamte Sassenschaft und eine sich stets regenerierende
Junkertafel, die das Leben in der Burg bestimmen und damit Garanten werden, dass Prima Cana-
densis weiter blühen und gedeihen wird – zu Uhus Ehre und weiteren Generationen von Schlaraffen
den Weg zu weisen.
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