Aqua Helveticae

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 325 — Aqua Helveticae. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

325 Aqua Helveticae
Wer einen Prachtgarten besitzt und daraus eine reiche Ernte edler Früchte ziehen will, muss den
Garten hegen und pflegen. Unser Reych ist ein solcher Uhugarten, von der Mutter, der fürnähmen
Turicensis a.U. 93 angelegt und von der trutzigen Berna aufgezogen.
Durch die letzten 25 Jahre schien die Sonne stets ohne düstere Wolken über unserem Reych. Be-
währtes hat sich erhalten,und die Aquae Helveticae konnte sich guter Dinge erfreuen. Freilich ritten
etliche markante Sassen gen Ahalla, wie u.a. die Rtt Zweistein, Skimico, Pinus, C-Mentor. Zu Beginn
der Winterung 149 zählte die Stammrolle 32 Ritter, 1 Junker, 2 Knappen und 14 Ehrenritter.
Wie die Schmierbücher erweisen, erfreut sich die Aquae Helveticae stets vieler Einritte, vor allem
ihrer Ehrenritter, die den Sippungen ein festliches Gepräge verleihen. Erfreulich ist, dass unsere
betagten Sassen gerne erscheinen und mitspielen.
Das Finden guten Nachwuchses ist auch der Aquae Helveticae erste Lebenssorge. Die Mühe des
Suchens darf nicht erlahmen und die Auslese hat sorgfältig zu geschehen. Schlaraffia ist für den
modernen Mann in allen seinen Alltagsmühen eine Wohltat. Sie kann ihm viel bieten, zeigt sie doch
das Bild eines kulturell vertieften Lebensverhaltens.
Die Güte unseres Spiels erweist sich darin, dass es uns gelingt, in unseren Sippungen eine oft über-
raschende, psychologisch günstige Stimmung zu erzeugen. Glanzpunkt der letzten 25 Jahrungen
bleibt das 50. Stiftungsfest am 11.5. a.U. 143 im Festzelt des Stadtcasinos Baden, gemeinsam mit
der gleichaltrigen leuchtenden Lulucerna (324). Das war eine nach aussen strahlende Gewissens-
erforschung. Eine stolze Zeit erlebte die Aquae Helveticae a.U. 142, als ihr Rt Carolus als Legat des
helvetischen Landesverbandes im ASR mitvertrat.
Ende Winterung a.U. 134 verließ die Aquae Helveticae die Burg an der Kronengasse 20 in Baden
infolge eines Eigentümerwechsels. Im Stadtcasino Baden fand sie anfangs der darauffolgenden
Winterung eine bequeme Notburg. Zum Winterungsbeginn 145 aber flocht ihr der Uhu längerfristig
ein neues Nest in den Kellerräumen eines Geschäftshauses an der Zürcherstrasse 59 in Baden. Hier
zelebriert sie weiterhin fröhlich und in Geborgenheit ihre Ritterspiele.
Als erste Spezialität der Aquae Helveticae gilt das „Chorherrenstift der Stiftsherren von und zue
Cordula”, dessen historische Wurzeln zurückreichen bis anno 1444. Alljährlich wird als Vorsteher
ein Erzprobst gewählt. Vielen Schlaraffen ist als zweites Eigenspiel der Aquae Helveticae der „Orden
vom goldenen Säuli” bekannt.
Um musikalische Freunde anzulocken, besitzt die Aquae Helveticae den Orden der Vielmehrhar-
moniker (VMH), der Musikfechsanten in steigender Bedeutung verliehen wird. Als etwas Neues im
Uhuversum darf der Orden der „Kommandeure der krummen Zahlen” gelten; wer die Mathematik
oder den Schalk bis in die höheren Spitzen beherrscht, kann an den Turneyen mitspielen. Und
selbst für weniger Zahlenbegabte ist es köstlich zu erleben, wie aus krausen Formeln am Schluss
im Koordinatennetz z.B. ein Uhu mit Halbmond erscheint. Um Einritte in die helvetischen Reyche
zu fördern, stiftete die Aquae Helveticae schon a.U. 95 den „Helvetischen Freundschaftsorden”.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
326 Am Eysenhammer
Schrieben wir in der Chronik a.U. 125 von „goldenen Jahren” des Reyches, so kann man jetzt mit Ge-
nugtuung vermelden, dass in den seither verflossenen 25 Jahren dieses Gold sorgsam verwaltet und
poliert wurde, auch wenn ein deutlich erkennbarer Generationswechsel erfolgte. Wir mussten den
Ahallaritt vieler, auch großer und prägender Sassen beklagen – denken wir nur an die Würdenträger
Rtt ErbO Auto-Krat, Agil, Ironio, Interno, Reim-Flott, ErbJ Aufrecht, ErbM Aussi, ErbSch Imposant,
ErbK Murr oder an unseren warmherzigen Hospes Rt Urquell, den virtuosen Seufzerholzspieler Rt
Nirwano, unseren Malerfürsten Rt Pinsel-angelo und den Herrn des Schützengrabens Rt Sauser.
Wir sind aber weiterhin ein lebendiges Reych dank der begeisterten und tatenfrohen Ritter; über 30
kamen seither neu hinzu!
Seit über 40 Jahren sippen wir nunmehr in unserer heimeligen Urquellburg in den uns dereinst von
Rt Urquell (inzwischen von seinem „Knäpplein” Rt Stamperl) überlassenen und von unserem Burg-
vogt Rt Fix (zuletzt unterstützt von Rt Offizyn) seit Jahrzehnten aufopferungsvoll verwalteten Räu-
men. A.U. 147/148 haben wir unsere Burg unter der tätigen Regie von Rt Kat-Ion rundum erneuert.
Das ansprechende Sippungsniveau, bis a.U. 125 von Rt Auto-Krat und a.U. 133 von Rt Ironio als
Fungierende gepflegt, hielten Rt Streberl (bis a.U. 135) und Rt Reim-Flott (bis a.U. 137) weiterhin
erfolgreich hoch.
Und bis heute sorgen die Rtt Bilancio, Kat-Ion (beide seit a.U. 133, vorher ErbK bzw. ErbC) und Cor-
pulus (seit a.U. 137) für Kontinuität und Lebendigkeit in unseren Sippungen. Auch die Rtt Führ-Witz
(C/K), Geh-leis (M) und Lenk-Rath (J) erfüllen schon seit mehr als 10 Jahren ihre Reychswürden
mit Leben.
Eckpfeiler des Sippungsgeschehens waren die großen Feste: „10 Jahrungen Obersteigersippung”
im Schloss Theuern am 29.3. a.U. 126, „Blaue Blume Schlaraffia” im Zelt der Landesgartenschau
am 8.6. a.U. 137 und unsere glanzvolle 50-Jahr-Feier im Amberger Congress Centrum am 5.10. a.U.
143.
Am 13.11. a.U. 145 zelebrierten wir schließlich in Weiden eine stilvolle Gründungsfeier und sind seit-
her stolz auf unsere einzige, unsere ganze Liebe empfangende Tochter In der Weyden.
Natürlich wurden, neben den vielen Sippungen der „kleinen Welt”, die von den Alten überlieferten
weitergeführt, wie „Weiß-blau beim Bock” oder die stimmungsvollen Uhubaumfeiern mit unseren
Burgfrauen. Sehr wichtig ist uns weiterhin die Pflege der Erinnerung an die Bergbaugeschichte Am-
bergs im Rahmen unserer Obersteigersippungen, besonders gepflegt von den Rtt Goss und Führ-
Witz; viele Freunde, die Orden und Titel eines Obersteigers tragen, wissen davon.
In jeder Winterung wird zudem bestimmter Ehrenschlaraffen, und zwar eines Dichters in der Geis-
tesheroen- und eines Komponisten in der Tonheroenfeier, gedacht. Letztere wird vorwiegend getra-
gen von unseren Musici, heute geschart um die Rtt Carcassi und Musikan’s.
Die Freundschaft zu anderen Reychen pflegen wir durch regelmäßige Reychsausritte und seit a.U.
138 alljährlich einen Wochenendausritt zu jeweils zwei bis drei entfernteren Reychen, wobei Ausrei-
ter für die 10-malige Beteiligung an diesen zum „Ritter der Windrose” erkürt werden.
Groß ist auch die Zahl der bei uns einreitenden Freunde, sehr häufig aus den Reychen Ratisbona
und Onoldia (was sich z.B. in der Anzahl der „Winterkönige” widerspiegelt) und aus In der Weyden.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 410-411