303 Baltimora
Es fällt dem Chronisten schwer, über ein Reych zu berichten, welches zu Beginn dieses Zeitraums
zu den stärkeren im LVNA zählte und fröhlich im Geiste Uhus sippte. Schweren Herzens mussten
die wenigen nach Ahallaritten, Fahrendmeldungen und Austritten verbliebenen Sassen a.U. 145 fest-
stellen, dass ein spiegelgerechtes Sippen immer schwieriger wurde, und dass auch mit Nachwuchs
kaum mehr gerechnet werden konnte.
So beschloss das Reych nach eingehenden Überlegungen und Beratungen, sich freiwillig aufzu-
lösen. Es waren schlaraffisch erinnerungswürdige 65 Jahrungen für die begeisterten Sassen der
letzten von der Allmutter Praga noch sanktionierten Colonie „Baltimora”.
In den 20 Jahrungen Reychsgeschichte, über die hier berichtet wird, erlebten nicht nur Baltimoras
Sassen, sondern auch die zahlreichen eingerittenen Schlaraffen von nah und fern eindrucksvolle
Sippungen, fulminante Festlichkeiten und vergnügte SommerKrystallinen in schlaraffischer Art und
Weise. Zu den vielen markanten Höhepunkten zählen einige „blutige” Reychsfehden, die jährlichen
Turneys um die Chronokette mit dem Mutterreych Washingtonia und um die Freundschaftskette
mit der Ziehmutter Filadelfia, die beliebten alljährlichen Hanseatensippungen, sowie das weit über
die Gemarkungen hinaus berühmt gewordene Katerfrühstück (Brunch) im Offizierskasino von Fort
Meade am Morgen nach besonderen Sippungen oder Veranstaltungen des Reyches. Es seien hier
noch einige besondere Begebenheiten vermerkt:
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Das 50. Stiftungsfest und zugleich 50. Schlaraffenjubiläum von wld. Rt Unser „der”
Schmier-Flink die Erstgeburt wurde im Offizierskasino von Fort Meade am 29 und 30.
im Ostermond a. U. 130 festlich begangen. Man erinnert sich noch heute gern an ein
rauschendes schlaraffisches Fest.
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Nach 21 Jahrungen verlor das Reych die zünftige und gemütliche Baltoburg in Jessup,
Maryland im Erntemond a.U. 136. Im Lethemond wurde in der Notburg im Perry’s
Restaurant in Odenton, Maryland bereits wieder gesippt.
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Laut Rt Olwel, dem inoffiziellen Reychsmathematiker, wurde das Reych am 12. des
Windmonds a. U. 137 „genau” 500 000 Stunden alt.
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Das Reych saß ab Lenzmond a.U. 138 sozusagen wieder auf der Straße. Eine neue
Bleibe wurde im Gemeindehaus der St. Benedict-Kirche in Baltimore gefunden.
Am 9.10. a.U. 138 konnte die Burgweihe celebriert werden.
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Im Ostermond a. U. 140 wurde das 60. Stiftungsfest in den eleganten Räumlichkeiten
der Charlestown Retirement Community in Catonsville, Maryland in denkwürdiger
Weise gefeiert.
Es würde zu weit führen, die hervorragenden Verdienste der einzelnen Sassen um das verehrte
Reych und um Schlaraffia besonders zu würdigen. Für jeden galt es immer: „Das Herz gehört dazu!”
Allerdings wäre es eine Unterlassungssünde, Rt Funke hier nicht zu nennen. Seiner Mühe und Em-
sigkeit ist es unter anderem zu verdanken, dass das Reych zweimal in verhältnismäßig kurzer Zeit
eine neue Burg beziehen konnte. Die Lichter der Baltoburg wurden ein letztes Mal nach der 1.475
Sippung am 5.11. a.U. 145 gelöscht und die Burgpforte für immer geschlossen. Lulu!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
304 An der Meyenburg
Ein glückliches Reych. Geist ist hier zuhause, Frohsinn und Freundschaft. Wie schon in der Chronik
des profanen Jahres 1984 dargestellt, haben die harmonische Kontinuität am Thron, im Kantzler-
amt und im Amt des Marschalls im Verein mit dem hellwachen Geist und Übermut der Sassen uns
nicht nur Hirsebrei und Narretei gewährt.
Welch Segen der Junkermeister Salbatross! Ein Garant dafür, dass Plattitüden von vornherein ver-
bannt blieben! Und welch Erleben: Der güldene Ball fliegt! Gesteigertes Sippen: Blitzduell. Immer
mit Niveau.
Und stolz sind wir auf die vielen Einritte lieber Sassen von nah und von fern. Bestätigt uns das doch
den Rang unserer Sippungen. Dabei immer wieder die Überraschungen unserer Musici, seien es
musikalische Purzelbäume, sei‘s ergreifender Ernst. Richtig war‘s, dass vor ein paar Jahren die alte
Garde am Thron, nämlich die Rt Mannoli, Point-Karé u. Fritz-Jus, der Junkermeister Rt Salbatross,
der Kantzler Rt Cantabene und der Marschall Rt Apodoris der jüngeren Generation Platz gemacht
haben.
Wissen und Weg in die Dichtung zeichnen Herrlichkeit Dreistan als OK aus. Und der OI MacBabbel
pönt nicht nur lustvoll - schlagfertig bringt er die Sassen zum Lachen. Mit Takt hält OÄ Mammodo-
re übermütig die Zügel in der Hand. Gern kommen die Sassen zur Burg. Aber was tun, wenn, wie
einmal geschehen, Oho aus geheimen Gründen nur wenige eigene Sassen zur Sippung lässt und
wenn gleichzeitig Massen von Gastrecken in unsere Burg drängen?
Auf Antrag unseres ER Reitsdemit ergab sich schlagartig die Lösung: Hausherren wurden jetzt ein-
fach die Gastrecken und wir, die Sassen der Meyenburg, sind als die dann formell begrüßten Gäste
bei Wahrung aller Ceremonien zuhause korrekt eingeritten. Mit dem Recht auf den Ihi, wie sich‘s
für Gäste geziemt.
Höhepunkte sind seit je die alljährlich im Wechsel stattfindenden Faust-, Funke- oder Freimund
Reimar-Turneye. Welche Ideen kommen da zutage! Nicht aus dem Schulbuch oder dem Lexikon!
Dafür persisch gesprochene Gedichte, in Deutsch von Freimund Reimar (Friedrich Rückert). Schon
die Musikalität des persischen Wortklangs hat die Übersetzung erleichtert.
Argen Aderlass haben wir seit a.U. 143 erfahren müssen. Fünfzehn unserer besten Sassen und Eh-
renritter sind gen Ahalla geritten. Glücklich sind wir, dass die Junkerbank unter der fröhlichen Knute
des Rt Eiax nicht leer ist und dass der frischgebackene Hofnarr Rt Pay-san-o an witzigen Einfällen
sich überschlägt. Ein würdiger Nachfolger unseres Erbhofnarren Biero-bácsi!
65 Sassen in einem durchschnittlichen profanen Alter von 64 und einem schlaraffischen von 20
Jahren sind in unserer schönen Burg „In der Spinnmühle” zuhause.
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