124 Hyppolitana
Anfangs sei ein kurzer Überblick auf die numerische Entwicklung unseres Reyches in den letzten 25
Jahren gegeben. A. U. 124 zählte Hippolytana 49 Sassen, a.U. 149 sind es derer 53 wackere Recken,
die unser Reych gestalten.
In diesen 25 Jahren hatten wir 29 Ahallaritte zu beklagten, hervorragende Freunde, die unser Reych
jahrzehntelang getragen und geprägt haben.
An die 50 hoffnungsvolle Knappen wurden uns in dieser Zeit geschenkt, heute trägt unser jüngster
Sasse die Knappennummer 300.
Es sei nun über viele spezielle Ereignisse berichtet, die in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten
das Reych bewegt haben. Nach unserem ES Barock (Jakob Prandtauer) erkürte Hippolytana den
berühmten Lyriker Josef Weinheber, der ja in unseren Gemarkungen lebte und wirkte, zum ES „Hier
ist das Wort”.
Als Besonderheit unseres Reyches wird seit a.U. 47 jährlich der Alte-Esel-Orden verliehen. Ab a.U.
128 findet die Dreiländersippung Linzia-Hippolytana-Castellum Cellense abwechselnd in einer der
drei Burgen statt, ins Leben gerufen von Hippolytana zur engeren Verbundenheit dieser drei Diens-
tagreyche. A.U. 129 stiftete unser unvergessener Rt Banafex die nach ihm benannte wertvolle Kette
und das dazugehörige Turney zur Pflege der deutschen Sprache, welches seither regelmäßig abge-
halten wird.
A.U. 134 richtete unser Reych die 6. und zugleich vorletzte Sippung der sieben an Rhein und Donau
gelegenen Nibelungenreyche im festlichen Rahmen aus. Am 12.11. a.U. 135 erlebte Hippolytana
einen der größten Höhepunkte der bisherigen Reychsgeschichte. Zusammen mit dem h.R. Brook-
lynia, das am selben Tag das Licht Allschlaraffias erblickt hatte, celebrierten wir, wohl einmalig im
Uhuversum, unser beider Reyche 100. Stiftungsfest in der Festburg der Stadtsäle.
Über 200 Sassen aus 56 Reychen durften wir dazu begrüßen. Es war eine erhebende Dokumen-
tation schlaraffischer Freundschaft und Verbundenheit über die Kontinente hinweg. Mit unseren
beiden Nachbarreichen Kremisia Wachaviae und Medelike verbindet uns innige Freundschaft, nicht
nur durch die jährliche Dreiecksippung und das schon seit a.U. 62 regelmäßig durchgeführte Ni-
belungenturney.
Die gegenseitige Verbundenheit beweist sich allein schon durch jeweils acht Ehrenritter in den bei-
den anderen Reychen, also insgesamt 24 an der Zahl. Die drei Reyche gelten nicht umsonst als das
Goldene Dreieck in Austrias Gemarkungen. Im Lenzmond a.U. 143 durfte Hippolytana eine grimmi-
ge Reychsfehde zwischen Kremisia Wachaviae und Medelike ausrichten. In einer festlichen Sippung
mit beiderseits fürtrefflichen Hieben gab es einen großen Sieger, nämlich die starke Freundschaft
zwischen den Dreiecksreychen.
Seit 110 Jahrungen sippen wir nun in unserer altehrwürdigen Traisenburg, was wohl auch eine
Seltenheit im Uhuversum sein dürfte. Möge es Hippolytana gegönnt sein, noch unzählige frohe
Sippungen im Geiste unserer verehrten Allmutter in dieser traditionsreichen Burg ausrichten zu
dürfen. Das walte Uhu!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
125 Pons drusi
Die kühn auf einem Porphyrfelsen südlich von Bozen aufragende Haselburg war für zwanzig Jahre
die Heimstätte der Schlaraffia Pons Drusi, wo im historischen Saal ritterliches Spiel erneut aufzu-
blühen vermochte. Im Ostermond des Jahres 132 stand die Feier für „Rt Medihymnicus - 35 Jahre
am Thron” an, ein für alle alten Freunde des Reyches unvergesslicher Oberschlaraffe.
Als das herausragendste Ereignis dieser Jahre kann das 100ste Stiftungsfest gelten, das am 25. des
Lethemonds A.U. 136 im großen Saal des Kulturheimes in Gries über die Bühne ging. 300 Sassen
aus 72 Reychen feierten mit uns.
So schloss sich den Glückwünschen des Muttereychs Oenipontana der helvetische Landesvater Rt
C-Mentor an, ermöglichte doch der helvetische Landesverband den Wiederbeginn des schlaraffi-
schen Spiels nach dem faschistischen Vereinsverbot.
Der in vielen Reychen bekannte Rt Torculus, dessen allzufrühen Ahallaritt wir bald beklagen muss-
ten, hatte noch zur Jahrhundertfeier eine Chronik verfasst, die eine lückenlose Geschichte des Rey-
ches dokumentiert.
Die Uhubaumfeier des Jahres a.U.139 war von einer großen Wehmut überschattet, da wir aufgrund
der veränderten Besitzverhältnisse die Haselburg, die inzwischen eng mit dem Namen unseres
Reyches verbunden war, verlassen mussten.
Nun begann wiederum eine Zeit des provisorischen Sippens und der Burgensuche. Im Weindorf
Girlan fanden wir für die Winterung a.U.14o und a.U.141 eine Notunterkunft im Verkostungsraum
einer Weinkellerei.
In diesen Jahren ging es um die Zukunft des Reyches, da an den Erwerb einer eigenen Burg nicht zu
denken war, und ohne einen passenden Rahmen das Spiel zu versiegen drohte. Über die Vermitt-
lung von Rt Cá d’Ora gelang es uns, ab Herbst a.U. 142 den Mehrzwecksaal des Kulturheimes in
Gries zu beziehen, den wir nach und nach zu einer Schlaraffenburg umgestalteten. Rt Rumpelstilz,
ein über Südtirol hinaus anerkannter Künstler, schuf dazu die passenden Kulissen.
Den umständlichen Auf-und Abbau des Thrones ersetzte eine geniale technische Lösung von Rt
Empfauquadrat. Auf Knopfdruck erscheint über eine elektrische Hebevorrichtung das altehrwürdi-
ge Throngestühl des Reyches, das sich ansonsten hinter einer knapp bemessenen Rückwand ver-
birgt. Über eine Bausteinaktion wurden die Kosten einschließlich den Ankauf eines elektronischen
Clavicimbels gedeckt.
Als das südlichste Reych im deutschen Sprachraum begrüßen wir es besonders, wenn Gäste zu
unseren Sippungen finden, so auch im Rahmen von Reychsausritten oder als Storchenritter. Zu
einem wahren Höhepunkt gestaltete sich die Schlussschlaraffiade der Winterung a.U.147, wo der
Allschlaraffenrat mit 14 Mitgliedern uns besuchte. Mehrere Räte bestiegen die Rostra, und ASR-
Vorsitzender Rt Ton DIN fand anerkennende Worte für das Reych.
Die besondere Verbundenheit mit dem Minnesänger Walther von der Vogelweide wird durch den
mit eigenem Hausgesetz geregelten Walthari-Ritterorden belegt, dem verdiente Ritter des Reyches
und anderer Reyche angehören. Eine Erneuerung der Ämter wird dadurch bewirkt, dass Jahr für
Jahr ein Oberschlaraffe ausgewechselt wird. Wir waren in diesen Jahren auch bemüht, nach außen
zu wirken. Die Schlaraffia Pons Drusi stellte sich in einer Sendung im lokalen Fernsehen vor, einige
Sassen wirken auch bei anderen Veranstaltungen, so bei Seniorenabenden mit. In den letzten
Jahren konnten wir noch Ritterschläge feiern, doch besteht auch in unserem Reych das Nachwuchs-
problem, was durch das steigende Durchschnittsalter der Sassenschar ersichtlich wird.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s