94 Aquisgranum
Die Hoffnung des Chronisten aus a.U. 123 auf ungestörtes Sippen in der Granusburg erfüllte sich.
Einige Höhepunkte in der Geschichte des Reyches unterbrachen die Ruhe, allen voran das 100.
Stiftungsfest am 23. im Wonnemond a.U. 128. Im Saalbau Geulen zu Aachen, wo sonst die Fans
einem Udo Jürgens, James Last oder Karel Gott zujubelten, fanden wir nicht nur passende Räume,
sondern auch professionelle Betreuung.
Von der Bühne, herrlich schlaraffisch gestaltet von unserem Rt Sex-o-Klecks, bot sich ein atembe-
raubender Ausblick auf über 750 Gäste. Die festlichen Roben der Damen, die bunten Rüstungen
ergaben eine jener prächtigen Kulissen, die schlaraffische Feste so unvergesslich machen.
Wenn dann noch drei vorzügliche Solisten das Lied vom schlaraffischen Wunderland vortragen,
kann sich kein Schlaraffe den bewegenden Gefühlen entziehen. Ein Programm, musikalisch durch
unsern ER Putto gestaltet, auch durch die Hilfe weiterer Freunde benachbarter Reyche aufgewertet,
brachte eine ausgewogene Mischung von Festlichkeit und guten Fechsungen, so dass die Teilneh-
mer mit einem zufriedenen Gefühl nach Hause fahren konnten.
Die kleine Ansprache des Oberbürgermeisters von Aachen, Kurt Malangré, gehörte zu den Höhe-
punkten bei den „Fechsungen”.
So hatten wir allen Grund, mit uns und dem Fest zufrieden zu sein. Ein weiterer Höhepunkt war die
3.000 Sippung am 8.4. a.U. 138, die wir in der Burg der hohen Colonia Agrippina begehen durften.
106 Sassen aus 27 Reychen wollten Zeuge sein, ob es gelingt, unseren Sippungsstil auch in den
großen Raum zu transportieren. Nicht ganz, denn wir hörten hervorragende musikalische Fechsun-
gen, mit denen wir „zuhause” nicht verwöhnt werden, die aber den Abend zu einem hinreißenden
Fest machten.
In jüngerer Zeit durften wir erneut Gast in der Rolandsburg sein, zur 3.190 Sippung am 6.11. a.U.
144. Wir begingen die 50. Wiederkehr des Datums, an welchem unser Reych unter der Funktion des
unvergesslichen Rt Juppitter der Kindergott des h.R. Castrum Bonnense nach der uhufinsteren Zeit
wieder gegründet worden war.
Das Protokoll jener denkwürdigen Sippung war noch vorhanden und konnte verlesen werden. Die
historischen Fakten hatten wir in einer Festschrift zusammengestellt. Diese Sippung war auch der
Auftakt einer neuen Tradition. Unser Rt So-Ha hatte die Idee, am ersten Dienstag im Wonnemond
eine Abschiedssippung von der Winterung zu halten, einen fröhlichen Kehraus für die unermüdli-
chen Ausreiter. In den 25 Jahren dieser Sippung hatten wir immer unter Platzproblemen zu leiden.
Seit 144 gewähren unsere Kölner Freunde Asyl in der Rolandsburg, gute Voraussetzungen für stim-
mungsvolle Zusammentreffen.
Unsere kleine Burg und die Freunde, die uns immer wieder besuchen, haben einen eigenen Sip-
pungsstil hervorgebracht, der von der Nähe der Fungierenden zu den Sassen lebt, daher können
wir uns über Einritte nicht beklagen.
Leider fehlt dem Reych der „Mittelbau”, eine ganze Generation von 40 bis 60 jährigen, die Aachen
meist wegen beruflicher Umstände verlassen mussten. Daher sind es die „Alten”, die immer noch
ranmüssen, um das Reych am Leben zu erhalten. Aber es regt sich was an der Junkertafel…
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
95 Chicagoana
Im letzten Abschnitt der Chicagoana-Chronik 100-125 hieß es: „Somit kann die Chicagoana mit Stolz
auf ihre Vergangenheit zurückblicken und voller Vertrauen dem 100-jährigen Stftungsfest entgegen
sehen.”
Das war das Stichwort für ein besonders denkwürdiges Fest! Zur Festsippung hatten wir die Schiller-
Liedertafel und den Rheinischen Fanfarenzug verpflichtet. Der Festvortrag von ErbO Wellensittich
über die Entwicklung der Chicagoana in den letzten 100 Jahrungen wurde untermalt durch musika-
lische Darbietungen von Liedern zum 25., 50. 75. und 100. Stiftungsfest, Texte und Melodien alle-
samt von Rittern der Chicagoana (Rtt Problem, Rums Rums, Sikingen, Harmonius, Wellensittich,
Dirigenti, Tonsurius).
Die Schiller-Liedertafel verstand es, diese Klänge in prachtvoller Weise zu Gehör zu bringen. Das
war aber nur der Anfang… am nächsten Tag gab’s eine Stadtrundfahrt durch Chicago, abends
Festatzung und Jubiläumstanz. Zum Abschluss am dritten Tag ein Katerfrühstück.
Aber es waren auch die Jahre der Prüfung. Es wurde beschlossen, die alte uns so lieb gewonnene
Gralsburg aufzugeben. Wir fanden im D.A.N.K.-Haus ein neues Heim. A.U. 128 wurde dann durch
OS Tonsurius die „Neue Gralsburg” feierlichst eingeweiht. Burgvogt Rt Transistero übernahm sym-
bolisch den Burgschlüssel. Unsere „Neue Gralsburg” wurde von ErbO Elanis mit viel Mühe so
ausgestattet, dass sie ein wunderbares Ebenbild der alten Gralsburg wurde.
Die Chicagoana war einst das stärkste Reych in Nordamerika und entsandte auch unseren wld
Rt Elanis in den Rat und den ASR (a.U. 120-130), aber schon a.U. 125 war der Sassenstand auf 32
abgesunken.
Davon hat das Reych in den letzten 25 Jahren über zwei Drittel durch Ahallaritte, Umzüge in andere
Reyche und einige Austritte verloren, was durch die 8 Neuaufnahmen (von denen die Hälfte wieder
verloren ging) nicht aufgewogen werden konnte. So klein unser Reych auch geworden ist, so ist es
doch sehr aktiv: Ausritte in die Nachbarreyche, Mutter/Tochter-Sippungen sowie viele Einritte von
Sassen der Silvana und Detroitia, über die wir uns freuen. Wir danken allen Reychen im UHUversum
für ihre Hilfe und Ratschläge, aber eins ist klar: Was uns zusammenhält, ist das Verständnis von
Kunst, Freundschaft und Humor im Sinne unserer Urahnen.
Chicago ist zwar ein gutes Pflaster für das Berufsleben, aber in der heutigen hektischen Zeit ver-
bleibt den „Jungen” kaum Zeit für etwas wie Schlaraffia. Aber wenn sie dann in die goldenen Seni-
orenjahre eintreten, ziehen sie – wenn es ihnen möglich ist – in den sonnigen Süden. Das ist ein
großer Vorteil für die südlichen Reyche, aber für uns sehr schmerzlich.
Die Verbundenheit im Uhuversum zeigt sich wohl am besten durch Einritte, und wir sind sehr
dankbar dafür. Besonders wenn dies außerhalb von Festlichkeiten geschieht, denn wenn auch zur
Zeit ein kleines Reych, sippen wir getreu nach Spiegel und Ceremoniale und sind auch weiterhin
bestrebt, die Ideale Schlaraffias in der Stadt am Michigan-See hochzuhalten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
105 Newarka
Seit a.U. 127 sippt die h. Newarka im Germania Park in Dover NJ. Das Reych konnte diese Burg
durch die Bemühungen und Beziehungen der Rtt Wieland, Patsch-Nass und Lorbass sichern.
Im Laufe der Jahre sind einigen unserer Sassen bedeutende Ehrungen zugekommen: So wurde u.a.
Rt Tonschalk mit den Brillanten zum GU augezeichnet; Rt Elegius erhielt die bronzene Verdienstme-
daille des Landesverbands; und wld Rt Unser Patsch-Nass wurde in den ASR gewählt.
A.U. 131 lud das Reych zu seinem 100. Gründungsfest. Es war eine großartige Festsippung im
Paradehotel „Governor Morris”. Viele Reyche aus aller Welt waren anwesend, so dass der große
Aufwand mit einem prunkvollen Thron und zwei Konzertflügeln nicht übertrieben war.
A.U. 137 erreichten die Mitglieder des Allschlaraffischen Orchesters zum ersten Mal die Ufer Aha
merikas, einer von der h. Newarka organisierten Einladung folgend. Die Konzerttour umfasste
Auftritte in der „Weill Recital Hall” der Carnegie Hall in New York City, der Sängerhalle in Plainfield
und einer High School, beide in New Jersey. Burgknäpplein Robinhut (50) und die Rtt Arco-Mahr
(84), Kammerton (29) und Kannalles (29) waren die Solisten.
Altersbedingt verlor das Reych 14 aktive Sassen, die für ihren Ruhestand nach Florida und in das
UHUfinstere
[… Fortsetzung im Originalband]