188 Baruthia
Zu Beginn des Berichtszeitraums erlebte unser Reych Baruthia mit 70 wackeren Recken eine Glanz-
zeit unter lange Jahre amtierenden Herrlichkeiten. Eine gut gefüllte Burg, glanzvolle Fechsungen
und geistvoller Humor prägten die Sippungen. A.U. 128 konnte Schlaraffia Baruthia feierlich ihr im
Uhuversum viel beachtetes 75. Stiftungsfest begehen, das maßgeblich vom damaligen Granden
Baruthias, Rt An-t-onym, gestaltet und vorbereitet wurde. Ritter vom Schlage eines Skalpello, Hop-
fokles, Quell-Bert, Philomen, Muh-Hackl oder Minnesang zierten die Reihen Baruthias.
Eine ernste Herausforderung war dann a.U. 132 der Verlust der geliebten langjährigen Gralsburg in
der Badstraße. Aber auch diese Widrigkeit wurde mit einem Zwischenaufenthalt in „Sankt Notbur-
ga” durch die Umsicht der fungierenden Herrlichkeiten mit viel Improvisationstalent gemeistert.
Währenddessen wurde großenteils durch Eigenarbeit vieler Sassen eine neue Burg festlich gerüstet;
zahlreiche Tituls, die von dieser Mitarbeit und auch der vom Abbau der alten Burg künden, zieren
viele tapfere Recken. Im Beisein des Bayreuther Oberbürgermeisters konnte in der Winterung a.U.
135/136 die neue Gralsburg bezogen werden, die von ihrem Zuschnitt her ideale Voraussetzungen
für das schlaraffische Spiel bietet und allgemeine Bewunderung im Uhuversum findet.
Wie stets wurden die engen Bindungen Baruthias zum Mutterreych (Norimberga) und zu den
Tochterreychen (Culminaha, Curia Salensis, Heylbronnen, An den Zwo Pruggen), aber auch zum
hohen Reych Gallia Helvetica gepflegt. Großer Beliebtheit erfreu(t)en sich auch die gemeinsamen
Reychsausritte mit dem Stinkelefanten oder regionale Schlaraffentreffen wie in St. Adelhofen oder
die „Culmruthia” in Neudrossenfeld.
Bei all dem fröhlichen Spiel blieb auch Baruthia Ohos Tücke nicht erspart. Fast jede Jahrung muss-
ten beliebte, das schlaraffische Leben prägende Sassen den Ritt gen Ahalla antreten. Es fällt immer
noch schwer, die Lücke, die diese Sassen hinterlassen haben, wieder zu schließen. Jeder trug auf
seine Art zum Gelingen des schlaraffischen Spiels bei. Daneben hinderten die Profanei, aber auch
Bresthaftigkeit viele Sassen, z.B. Rt Wafner, daran, an den Sippungen teilzunehmen und das Spiel
zu bereichern.
„Unwiederbringlich” würde Ehrenschlaraffe Stechlin oder John Maynard (Theodor Fontane) diesen
Verlust titulieren. Aber eine muntere Junkertafel – in manchen Jahrungen wohl gefüllt – garantiert
den Fortbestand des Reyches. Gut ausgebildet durch die oft viele Jahrungen amtierenden Junker-
meister führen die jungen Sassen das schlaraffische Spiel weiter.
Wie alle anderen Reyche im Uhuversum muss sich auch Baruthia einer sich wandelnden Zeit an-
passen und trotzdem versuchen, Altbewährtes und Altgeliebtes zu retten. Dazu besteht bei allen
Sassen der Wille, zumal – wenn auch leider mit stark schwankender Teilnahme – die Sippungen
besucht und Freundschaften zu anderen Reychen weiterhin gepflegt werden.
Am Ende der Winterung a.U. 148/149 sind die derzeit 63 Sassen des Reychs bereits damit beschäf-
tigt, ihr 100. Stiftungsfest a.U. 153 vorzubereiten und die ungebrochene Kraft unseres Bundes im
Geiste von Kunst, Humor und Freundschaft eindrucksvoll zu dokumentieren.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
189 Hagena
Am 28.10. a.U. 128 feierte das Reych Hagena die 75. Wiederkehr seines Stiftungstages. Glanzvoll der
Rahmen. Rund 600 Sassen, Burgfrauen und Gäste hatten den Weg in die Festburg - im Parkhaus
Hagen - gefunden.
Der Ceremonienmeister Rt Drive ließ Sassen aus 73 Reychen - unter ihnen stark vertreten das Mut-
terreych Asciburgia, DSR und ASR - einreiten. Hagenas jüngster Ehrenritter ASR Rt Aborelli fand von
Herzen kommende Worte der Gratulation für das Reych. Auch der Bürgermeister der Stadt Hagen
wusste seine Glückwünsche in Worte zu kleiden, die einem Schlaraffen alle Ehre gemacht hätten.
In seiner Festansprache gab Rt Unser Felix Rückblick auf 1.871 Sippungen der Hagena und einen
hoffnungsvollen Ausblick auf die Zukunft des Reyches. Hervorragende Fechsungen gestalteten den
weiteren Verlauf. Eine fröhliche Krystalline mit Tanzbeinschwingen bis in die Morgenstunden run-
dete diesen schönen Tag ab.
Die Erinnerungen an das Stiftungsfest waren noch lange nicht verblasst, als eine große Herausfor-
derung auf das Reych zukam. Die Burg im Parkhaus Hagen wurde gekündigt. Es musste eine neue
Burg gemietet oder gekauft werden.
Das Reych entschied sich für einen Kauf. Nur 6 Monate standen zur Verfügung. Nachdem ein
geeignetes Objekt gefunden war, begannen die Umbauarbeiten, die zum großen Teil von der Sas-
senschaft ausgeführt wurden.
Es war eine beachtenswerte Gemeinschaftsleistung, die es ermöglichte, dass am 12.10 a.U. 130 die
neue Westfalenburg geweiht werden konnte. Inzwischen verfügt das Reych über ein schuldenfreies
Eigentum mit Vermietungsmöglichkeiten.
Unter dem Motto: „Wir üben für das 100ste und feiern die 90” trafen sich die Sassen der Hagena
und eine große Freundesschar am 19.10.a.U. 143 in der Festburg Hotel Mercur in Hagen.
Vor Sippungsbeginn erfreute Rt Canterino mit seinen Meisterschülern von der Musikhochschule
Köln die eingerittenen Sassen und Gäste mit einer musikalischen Soiree, die große Begeisterung
auslöste.
Rt Fürst Unser Smoking erinnerte in seiner Festansprache an die Vergangenheit unseres Reyches.
Auf den Tag genau vor 90 Jahrungen wurde die Hagena geboren. Es war ein Fest voller Harmonie
und Fröhlichkeit. Die ErbO Fürst Unser Felix und Fürst Unser Smoking stellten sich nach 20 Jah-
rungen nicht mehr als Oberschlaraffen zur Wahl, um jüngeren Sassen Platz zu machen. Einer der
Höhepunkte im Berichtszeitraum war die Reychsfehde mit unserem Nachbarreych Elberfeldensis,
die in den Gemarkungen der Glorimontana ausgetragen wurde. Das Reych ist stolz auf seine Jun-
kertafel, die bei einem Junkertafelwettstreit in der Truymannia siegte und sich beste Junkertafel des
Sprengels nennen durfte.
Nahezu an allen Sippungsabenden bereitete der Rt Unser Meloderich als Truchsess mit seinen
schönen Versen und als Sänger mit seiner Gitarre dem Reych und seinen Gästen viel Freude.
So beschreiten dir Hagenen die letzten 5 Jahrungen bis zur 100sten Wiederkehr unseres Stiftungs-
tages im vollen Bewusstsein der damit verbundenen Verpflichtungen, aber auch mit der stolzen
Gewissheit, das von den Altvorderen übernommene Vermächtnis getreulich gehütet zu haben.
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