191 Crefeldensis
Dieses Vierteljahrhundert wird geprägt von Sassen, die sich über lange Zeiträume in ihrer Wahlwür-
de für das Reych eingesetzt haben, vom Weg aus dem Nebenraum einer Gaststädte zur eigenen
Burg, sowie vom Anwachsen der Sassenzahl. Wir hatten und haben einen Marschall, Proton, im
wesentlichen 2 Kantzler, Spinnelust und Stuppsi, im wesentlichen einen Ceremonienmeister, Prak-
keseur, die 4 Junkermeister Unicum, Batik, Kall-A-Mare und Yorik-Pur, sowie 16 Thronsassen, dar-
unter Schlimm-schön und Schabu-San je 10 Jahre, Beni-Buftu 9 und Cell-Ami 7 Jahre, darüberhinaus
Carus seit 7 Jahren., der nach mehrjähriger berufsbedingter schlaraffischer Pause voller Tatendrang
das Reych führt. Das Bild runden die beiden Schatzmeister Taruab und Hornett ab. Diese Kontinui-
tät hat dem Reych gut getan. Der Thron ging in der Besetzung Sedatif, Musi-quant und Batik in die-
ses Vierteljahrhundert. Diese sehr starke Führung war für das Reych von großer Bedeutung, denn
es stand eine wichtige Entscheidung an: eine neue Burg. Aeriks Auge fiel auf das Stadtbad, er stellte
die Verbindung zur Stadt her. In langen Verhandlungen wurde das Konzept erarbeitet. Wir mussten
100000 DM in bar aufbringen und zusätzlich ein halbes Jahr Renovierung in Eigenarbeit leisten. Als
Gegenleistung wurden uns der Ruheraum und der Umkleideraum des griechisch-römischen Bades
für 20 Jahre mietfrei überlassen. Im Reych waren die Befürworter und die Gegner dieses Projektes
gleich stark, schließlich gab es eine Stimme Mehrheit dafür..
Nach dem die Entscheidung gefallen war, zogen jedoch alle mit, spendeten, gaben Darlehen und
schufteten jedes Wochenende 6 monatelang. So hatten wir als Mieter endlich eine eigene Burg,
im puren Jugendstil war sie eine der interessantesten Burgen des Uhuversums. Die schöne Zeit in
dieser Burg endete jedoch nach 18 Jahren abrupt. Die Stadt konnte und wollte aufgrund der Kosten
das Stadtbad nicht mehr halten. Um es veräußern zu können, mussten wir erst einmal raus. Mc
Inpots Augen fielen jetzt auf das Klöske, von dem sich die Stadt aufgrund der hohen Unterhaltskos-
ten trennen wollte. Beni-Buftu übernahm als Vorsitzender des profanen Vereins die Verhandlungen
mit der Stadt.
Ziel war es durch einen erneuten finanziellen Kraftakt diesmal Eigentümer zu werden. Den Kauf-
preis von ca. 200000 Euro konnten wir natürlich nicht aufbringen. Am Ende zäher Verhandlungen
stand eine Kombination aus Erbbaurecht am Gebäude und finanziertem Kauf. Wir zahlten 30000
Euro an und zahlen 25 Jahre lang jährlich 6500 Euro zinslos, danach sind .wir Volleigentümer des
Klöske. Bei der Abstimmung gab es diesmal keine Gegenstimme und auch keine Enthaltung. Un-
sere jetzige Burg zählt sicher wieder zu den schönsten im Uhuversum.. Dies zeigen sowohl stei-
gende Einrittszahlen wie auch das erfreulich starke Interesse des Nachwuchses. In der Juknasi 148
bezeichnete sich unsere Junkertafel stolz als größte aller Zeiten, mit 17 Sassen traf das für unser
Reych sicherlich zu. Beim jüngsten Ritterschlag drängten sich 99 Sassen im Klöske, ein Rekord, der
sicher auf die Ausrittsfreude der ehemaligen Junker zurückzuführen ist, aber ebenso auch auf das
Klöske selbst. Der Chronist kam als Knappe 159 einige Jahre vor Beginn dieses Vierteljahrhunderts
zur Crefeldensis, jetzt steht ein Prüfling vor der Burgpforte, der als Knappe 209 gekugelt würde.
Es sind mir also in knapp 30 Jahrungen 50 Sassen nachgefolgt, sodass im genannten Zeitraum
nahezu die gesamte Sassenschaft ausgewechselt worden ist. Das aber haben wir im schlaraffischen
Alltag kaum bemerkt, auch das Gesicht des Reyches hat sich kaum verändert. Dennoch denken
wir dankbar an die Sassen zurück, die vor uns gen Ahalla reiten mussten, denn ohne sie wäre die
Crefeldenis nicht das, was sie heute ist. Dies gilt nicht zu letzt für die Sassen, die durch Ohos Tücke
aus ihren Ämtern herausgerissen wurden, Spinnelust,als K Mc Inpot als J und Schabu-San als OI.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
193 Castrum Bonnense
Ja, liebe Freunde, wir haben unser edles, altes, weises Gemeinschaftsspiel ohne innere Krisen, ohne
äußere Schwierigkeiten in den vergangenen 25 Jahren weiterführen können. Wir halten am „Schla-
raffischen Spiel” unseres großen Rt Juppitter mit großer Begeisterung fest. Die Spielelemente sind
die gleichen geblieben, doch quasi im Fünfjahrestakt setzen sich neuer Schwung und Antrieb durch
die sich ständig erneuernde Junkertafel durch.
Eine besondere Belebung liefern unsere jüngste Tochter, die im Ostermond a.U. 125 zum Reych
Sugambria erhoben wurde und unsere ältere Tochter Confluentia. Beide Reyche sind uns in gro-
ßer Treue verbunden, in gleicher Weise wie wir unserer geliebten Mutter Colonia Agrippina nahe
stehen.
Unsere Florestanburg in der Schedestraße ist uns nun seit 55 Jahren ununterbrochen Heimburg
und sichere Festung zugleich, ein großes Geschenk. Doch nicht nur diese schöne Burg, sondern
auch unser Drachenfelsritter-Orden sind Ansporn für viele Freunde, uns mit ihren Einritten zu be-
glücken.
Im Jahre a.U. 128 zelebrierten wir die V. Allschlaraffische Florestan-Feier und alle 5 Jahre danach
folgten auf hohem künstlerischen Niveau mit großer Öffentlichkeit die Folgeturniere. Das letzte
fand am 24.3. a.U. 148 statt. Der Allschlaraffische Florestan-Orden ist zum Sinnbild schlaraffischen
Wirkens geworden.
Im Ostermond des Jahres a.U. 130 haben wir in einer beeindruckenden Feier in der großen Sieg-
burger Stadthalle zusammen mit vielen Freunden unser 75 jähriges Jubiläum begangen.
Kunst, Humor und mitreißende Fröhlichkeit sind bei uns bestens verteilt. Kern des schlaraffischen
Treibens ist die Sippung und zwar in dem Rahmen, den Spiegel und Ceremoniale vorschreiben. In
der Mitte unserer Themen stehen häufig des Reyches Ehrenschlaraffen Florestan, Fuge, Eusebius
und Farbenrausch, aber auch die Ehrenschlaraffen Allschlaraffias.
Wir sind begeisterte Turnierkämpfer, wenn es um die Erringung der Funke-, der Mundarten- und der
van Vino-Ketten geht. Doch über allem stehen die Sippungen, bei denen wir lieben eingerittenen
Recken aus anderen Reychen unsere Gastfreundschaft und Zuneigung demonstrieren dürfen. Wir
pflegen inniglich das Andenken an unsere verstorbenen Schlaraffenbrüder. Es ist eine schöne Tra-
dition, in Verbindung mit der alljährlich im Herbst stattfindenden Ahallafeier, am Totensonntag die
Gräber dieser Freunde aufzusuchen und mit einem Sträußchen in den Reychsfarben zu schmücken.
Alle Recken, jeder auf seine Weise um Schlaraffia verdient, werden ihre Würdigung in unserer
Reychschronik, die zum hundertsten Jahrestag a.U. 155 fertiggestellt sein wird, finden.
Wir sind für die nächsten Jahre gut gerüstet, mögen die Freunde uns weiterhin lieben und bei uns
einreiten. Wir wollen im Sinne unseres Rt Juppitter gute Spieler sein, Spieler mit festen Bindungen
zu Schlaraffia: „Dass niemand kann das Höchste rauben, was jeder tief im Herzen wahrt.”
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