190 Hildesia
Es war die 2.068 Sippung im Ostermond a.U. 128, in der das 75. Stiftungsfest unseres Reyches
gefeiert wurde. Die Aula der Hohnsenschule war festlich geschmückt, als 120 Sassen Erb-Hkt Don
Kurbello erlebten, der die Sippung eröffnete. 120 Sassen feierten fröhlich und ausgelassen unser 75.
Geburtsjahr. Drei Jahrungen später, am 18.4. a.U. 132 feierte auch unsere liebe Mutter Erforda ihr
100. Stiftungsfest. Ein großes Fähnlein unseres Reyches ritt in Erfurt ein, um sich nach der uhufins-
teren Zeit mit der Mutter zu freuen. Vorher waren die Bande Insunderheit durch unsere wld Rtt Bon
Juan, Graf Danilo, Dr. Ped, Van Bac und Don Kurbello aufrecht erhalten worden. Heute sind diese
Ritter Legenden, derer nicht nur die älteren Sassen bei den Ahallafeiern dankbar gedenken.
Eine neue Generation „gestaltender Gestalten” lenkt nun die Geschicke unseres Reyches, nachdem
auch die Rtt Vespagnol, Orkan, Prospektus und Lyrik in den lichten Gefilden Ahallas weilen.
Rt Don Kurbello sah zu seiner Zeit als OI, dass unser Reych im Uhuversum zuwenig von Diplo-
maten vertreten ist. Also ernannten wir Consuln, denen alljährlich eine Sippung gewidmet ist.
Huckup-Ritter gesellten sich zu den besonders auserwählten Freunden. Die Huckup-Sage berichtet
von einem Wicht, der „Stehldeifs” (z.B. Apfeldieben) auf den Rücken springt, um sie mit seinem
Gewicht solange zu malträtieren, bis der Erwischte ermattet zu Boden sinkt. Dass dies die Aufgabe
auch der Huckupritter sein soll, wird nicht bestätigt! Am Anfang der Hildesheimer Fußgängerzone
steht am alten Platz dies Huckup-Denkmal, das die Bombardierung der Stadt am 22. März 1945
überstanden hat.
Die Beziehung zu unserer Großmutter Vimaria, die inzwischen blüht und gedeiht, sowie zu unserer
Mutter Erforda wurden, nachdem Deutschland seine Vereinigung gefeiert hatte, gefestigt. Unsere
Töchter feierten inzwischen ihre Jubiläen: Die Kaiserpfalz ihr 25. a.U. 144 und Ob der Hamel ihr 50.
Stiftungsfest a.U. 148 gar festlich und überaus fröhlich. „An den Töchtern kann man ermessen, wie
alt man selbst ist”, war in Hameln zu vernehmen. Wie wahr, wollen wir doch a.U. 154 selbst unser
100. Stiftungsfest begehen.
Am 19.1. a.U. 143 rangen in unserer Kehrwiederburg die Sassen der Junkertafeln derer Ob der Ha-
mel und Athenae Gottingenses um den Sieg. Entzündet hatte sich die Fehde einmal mehr an dem
seltsamen Verschwinden einer Knute. Ein herrliches Spiel hatten sich beide Mannschaften einfallen
lassen. Eigentlich waren alle Kämpen Sieger. Die Ob der Hamelner hatten einen hauchdünnen Vor-
sprung errungen. Unser Huckebeynritt, der seit a.U. 89 in ununterbrochener Reihenfolge zu Ehren
unseres ES Hans Huckebeyn stattfindet, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Über 200 Schla-
raffen besuchen jährlich das Grab unseres ES, wo Kurzzitate von ihm so manchen Lacher erzeugen.
Eingeleitet wird der Zug zur Ruhestätte unseres ES durch drei urgewaltige Kanonenschläge aus der
nun wieder im Reychsbesitz befindlichen Reychkanone, die jahrelang in Osnabrück versunken war.
Unser Rt Kosmet hatte auf Drängen der Sassen der Junkertafel das Bumsgerät zurückgekauft und
dem Reych dediziert. Eine Odyssee, denn die Kanone war nie angemeldet, unterliegt aber dem
Kriegswaffen-Kontrollgesetz. Rt Silent, profan auch Nimrod, ist nun unser Kanonier, der die Kanone
weit über Mechtshausen hinaus zum Huckebeynritt ins Ambergau erschallen lässt!
Das anschließende Ringen um die von der Wilhelm-Busch-Gesellschaft gestiftete Hans-Huckebeyn-
Kette für Ritter und den gefangenen Hans-Huckebeyn im Käfig für Junker und Knappen, hat inzwi-
schen ein hohes Niveau erreicht. Die Sassen, die in der Vergangenheit wesentlich die Geschicke
unseres Reyches bestimmt haben, werden nun sicher mit Stolz und Wohlgefallen aus Ahalla auf ihr
Reych herabblicken und von dort die weitere Entwicklung genau beobachten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
191 Crefeldensis
Dieses Vierteljahrhundert wird geprägt von Sassen, die sich über lange Zeiträume in ihrer Wahlwür-
de für das Reych eingesetzt haben, vom Weg aus dem Nebenraum einer Gaststädte zur eigenen
Burg, sowie vom Anwachsen der Sassenzahl. Wir hatten und haben einen Marschall, Proton, im
wesentlichen 2 Kantzler, Spinnelust und Stuppsi, im wesentlichen einen Ceremonienmeister, Prak-
keseur, die 4 Junkermeister Unicum, Batik, Kall-A-Mare und Yorik-Pur, sowie 16 Thronsassen, dar-
unter Schlimm-schön und Schabu-San je 10 Jahre, Beni-Buftu 9 und Cell-Ami 7 Jahre, darüberhinaus
Carus seit 7 Jahren., der nach mehrjähriger berufsbedingter schlaraffischer Pause voller Tatendrang
das Reych führt. Das Bild runden die beiden Schatzmeister Taruab und Hornett ab. Diese Kontinui-
tät hat dem Reych gut getan. Der Thron ging in der Besetzung Sedatif, Musi-quant und Batik in die-
ses Vierteljahrhundert. Diese sehr starke Führung war für das Reych von großer Bedeutung, denn
es stand eine wichtige Entscheidung an: eine neue Burg. Aeriks Auge fiel auf das Stadtbad, er stellte
die Verbindung zur Stadt her. In langen Verhandlungen wurde das Konzept erarbeitet. Wir mussten
100000 DM in bar aufbringen und zusätzlich ein halbes Jahr Renovierung in Eigenarbeit leisten. Als
Gegenleistung wurden uns der Ruheraum und der Umkleideraum des griechisch-römischen Bades
für 20 Jahre mietfrei überlassen. Im Reych waren die Befürworter und die Gegner dieses Projektes
gleich stark, schließlich gab es eine Stimme Mehrheit dafür..
Nach dem die Entscheidung gefallen war, zogen jedoch alle mit, spendeten, gaben Darlehen und
schufteten jedes Wochenende 6 monatelang. So hatten wir als Mieter endlich eine eigene Burg,
im puren Jugendstil war sie eine der interessantesten Burgen des Uhuversums. Die schöne Zeit in
dieser Burg endete jedoch nach 18 Jahren abrupt. Die Stadt konnte und wollte aufgrund der Kosten
das Stadtbad nicht mehr halten. Um es veräußern zu können, mussten wir erst einmal raus. Mc
Inpots Augen fielen jetzt auf das Klöske, von dem sich die Stadt aufgrund der hohen Unterhaltskos-
ten trennen wollte. Beni-Buftu übernahm als Vorsitzender des profanen Vereins die Verhandlungen
mit der Stadt.
Ziel war es durch einen erneuten finanziellen Kraftakt diesmal Eigentümer zu werden. Den Kauf-
preis von ca. 200000 Euro konnten wir natürlich nicht aufbringen. Am Ende zäher Verhandlungen
stand eine Kombination aus Erbbaurecht am Gebäude und finanziertem Kauf. Wir zahlten 30000
Euro an und zahlen 25 Jahre lang jährlich 6500 Euro zinslos, danach sind .wir Volleigentümer des
Klöske. Bei der Abstimmung gab es diesmal keine Gegenstimme und auch keine Enthaltung. Un-
sere jetzige Burg zählt sicher wieder zu den schönsten im Uhuversum.. Dies zeigen sowohl stei-
gende Einrittszahlen wie auch das erfreulich starke Interesse des Nachwuchses. In der Juknasi 148
bezeichnete sich unsere Junkertafel stolz als größte aller Zeiten, mit 17 Sassen traf das für unser
Reych sicherlich zu. Beim jüngsten Ritterschlag drängten sich 99 Sassen im Klöske, ein Rekord, der
sicher auf die Ausrittsfreude der ehemaligen Junker zurückzuführen ist, aber ebenso auch auf das
Klöske selbst. Der Chronist kam als Knappe 159 einige Jahre vor Beginn dieses Vierteljahrhunderts
zur Crefeldensis, jetzt steht ein Prüfling vor der Burgpforte, der als Knappe 209 gekugelt würde.
Es sind mir also in knapp 30 Jahrungen 50 Sassen nachgefolgt, sodass im genannten Zeitraum
nahezu die gesamte Sassenschaft ausgewechselt worden ist. Das aber haben wir im schlaraffischen
Alltag kaum bemerkt, auch das Gesicht des Reyches hat sich kaum verändert. Dennoch denken
wir dankbar an die Sassen zurück, die vor uns gen Ahalla reiten mussten, denn ohne sie wäre die
Crefeldenis nicht das, was sie heute ist. Dies gilt nicht zu letzt für die Sassen, die durch Ohos Tücke
aus ihren Ämtern herausgerissen wurden, Spinnelu
[… Fortsetzung im Originalband]