237 Pfalzbruggen
Uhu sei Dank haben wir unsere Burg Pfalz bey Rheyn in den Mauern der Hauswirtschaft des May-
erbräu immer beibehalten können. Vielerlei Umbauten, Umgestaltungen waren nötig, um in dem
Kellergewölbe unsere Burg zu erhalten, Wassereinbrüche, Schimmelbefall haben mehrfach zu radi-
kalen Neugestaltungen geführt, die unter Mithilfe der Sassen stets bewältigt wurden.
Es folgten der Einbau einer Entlüftungsanlage, eines Luftentfeuchters und einer Beschallungsanla-
ge. Auch die elektrische und allgemeine Einrichtung wurden im Laufe der Zeit erneuert, sodass wir
eine kleine und ansprechende Burg haben. Die Anzahl unserer Mitglieder stieg zunächst auf über
50 Sassen, doch durch die Tücken Ohos sank unsere Anzahl der Mitglieder und die Anzahl von
Einreitern. In einem Umfeld vieler befreundeter Reyche im Umkreis von ca 50 km (Perla Palatina,
Landes-Aue, an der Weinstraße, Maninheimbia, Wormatia, Haidelberga) hat sich auch der Abbau
von Mitarbeitern des größten Arbeitgebers in unserer Region deutlich bemerkbar gemacht. Stellver-
tretend für alle Sassen, die besonders aktiv um die Werbung von Sassen und zur Freundschaft der
Reyche untereinander viel leisten, sei an unseren zu früh gen Ahalla gerittenen Rt Notturno erinnert.
Als Musiker im Rheinland-Pfalz-Orchester und sozial und kulturell engagierter Mensch führte er
die Musik im Reych zu neuen Höhen. Auch durch Konzerte in seiner Heimburg, die Gestaltung
von Ausritten in Sommerungen hat er für den inneren Zusammenhalt des Reyches gewirkt. Dafür
gebührt ihm und allen Dank. Am 16.5. a.U. 139 haben wir das mit großem Aufwand vorbereitete
75. Stiftungsfest unseres Reyches gefeiert. Zur Festburg wurde der Kultursaal Limburgerhof erkürt
und schlaraffisch ausgestattet. Aus 47 Reychen konnten wir 370 Gäste begrüßen. Der fröhlichen
Festsippung, an der sich auch zahlreiche Gastrecken aktiv beteiligten, folgte ein ausgelassenes
Tanzbeinschwingen. Die Beziehungen zu unseren Nachbarreychen wurden durch eine erhöhte Aus-
rittfreudigkeit und durch Schaffung einiger interessanter gemeinsamer Sippungen gefördert, die
jährlich reihum zu einem Besuch führen. In unserem Falle die Familiensippung: Mutter Perla Palati-
na, Töchter die Reyche 223, 237, 305, 368; die Sippung der Montagsreyche in unserem Sprengel; d.h.
die Reyche 237, 269, 306, 385; die Sippung der Rheinreyche, d.h. die Reyche 39, 40, 237.
Auch die Beziehung zum h.R. Haidelberga wurde durch Einritte und gemeinsame Sommerungspro-
gramme gestärkt. Andere Maßnahmen sind Reychsbesuche, die wir gerne reziprok handhaben wie
z.B. zu den h.R. Wetiflar und Heylbronnen und zur Urgroßmutter Aurelia Aquensis u.a.
Wiederum haben Reychsausritte über mehrere Tage in verschiedene Reyche zu dauerhaften Freund-
schaften geführt. Ein anderes Element ist die Einbeziehung der Burgfrauen, durch eine Burgfrau-
ensippung. Es treffen sich die Burgfrauen unserer Sassen und Ahalla-Recken sowie der Nachbar-
reyche monatlich an einem Sippungsabend in dem Restaurant über unserer Burg. Zudem werden
durch Aktionen einzelner, sei es eine Weinprobe, sei es eine Einladung zu einem „besonderen Es-
sen” oder zu kulturellen Veranstaltungen die Beziehungen untereinander vertieft.
Mit Ehrenschlaraffen tun wir uns schwer, aber wir haben zwei davon. Unseren ES Fiesko, von vielen
Reychen ES Funke genannt, wollen wir in seinem Umfeld, in seiner Zeit dargestellt wissen. In einem
Turney kann um eine Kette von Rt Rostraphilos jedes 2. Jahr gerungen werden. Unser zweiter ES
ist seit a.U. 147 Rt Pardon der so-nette Vers-maler, Robert Gernhardt. Beide bewahrten sich eine
kritische Distanz zu ihrem Umfeld. Heute sind wir ein Reych mit 36 Sassen und bemühen uns stets
um Neuzugänge. Die Zahl der Einreiter aus dem eigenen Reych liegt bei 15 bis 20 pro Sippung. Sehr
erfreulich ist der gute Anklang unserer Sippungen bei den Nachbarreychen. Die Zahl der Gastrecken
entspricht im Durchschnitt der der anwesenden eigenen Sassen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
239 An der Leuben
Der Chronist kann mit Stolz vermelden, dass der „Leuben” im letzten Vierteljahrhundert eine glück-
liche Zeit beschert war. Die durchwegs gut besuchten Sippungen brachten ein unvermindert hohes
Niveau. Der schon sprichwörtliche „Leubner Geist” hat sich in den Gemäuern unserer Burg festge-
setzt und befällt jede Generation, ungeachtet der wechselnden Würdenträger. Nach 27 Jahrungen
am Thron hat „Unser Großer” Rt „Der” Potz-Blitz a.U. 131 das Zepter an Rt Dampf-los weiterge-
geben. Ihm folgten Rt Dreh’s-recht (10 J.) und ab a.U. 145 schwingt OÄ Rt Oxy-genius das Zepter
mit Elan.
A. U. 135/136 gab es auch einen Wechsel bei den langjährig gedienten Würdenträgern. Rt Ur-Steirer
begleitete in seiner 16-jährigen Amtszeit als Junkermeister 35 Junker zum Ritterschlag, Marschall Rt
Gerstenschreck legte nach 21 und wld Rt Angelo nach 28-jähriger Tätigkeit als Schatzmeister sein
Amt in jüngere Hände. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in unserem Reych noch nie ein Wür-
denträger abgewählt wurde. Unsere Leuben ist ein konservatives Reych, das auf häufigen Wechsel
der bewährten Würdenträger keinen Wert legt.
Auch die „Neuen” sind schon seit vielen Jahren erfolgreich tätig. Was unser Reych im vergangenen
Vierteljahrhundert an Blutzoll leisten musste, erschütterte es in seinen Grundfesten. Galt es doch
Abschied zu nehmen von 22 Rittern, verdiente Sassen und Säulen unseres Reyches und 18 Ehrenrit-
tern. Es ist fast ein Wunder, dass dank unserer Jugend die Wunden verheilten und unser Reych mit
67 Sassen nach wie vor gefestigt dasteht.
Ja, unsere Junker und Knappen,(der Jüngste zählt zarte 83 Lenze), sie sind voll Energie, ausritt-
freudig und stets humorvoll, vom Junkermeister Rt Dschotto kaum im Zaum zu halten. In die, von
Burgvogt Rt Don Ampere festlich geschmückte Burg, die heimelige Atmosphäre vermittelt, reitet
man gerne ein. Hat doch die Leuben das gewisse „Etwas”.
Ob ernst, ob heiter, Feste zu feiern versteht unser Reych. Ob Burgfrauenabende, Musiksippungen
mit dem Reychsorchester unter der Leitung von Rt Sag’s-o-phon, Barbara-Sippungen mit Ehren-
kumpel-Ehrungen, um nur einige herauszugreifen, sind feste Bestandteile im Jahrungsablauf, im-
mer ein Erlebnis.
Jedoch ein herausragendes, unvergessenes Ereignis dieses Zeitraumes war das 75. Stiftungsfest
unseres Reyches a. U. 139 im Kongress-Zentrum Leoben. Über 200 Sassen aus 71 Reychen gaben
uns die Ehre ihres Besuches. Für Planung und Regie zeichnete Rt „Der” Potz-Blitz verantwortlich,
der schon Erfahrung vom 50. Gründungsfest mitbrachte. Bühnenbild und Dekoration lag in den
Händen unseres Hofmalers Rt Schmirakel, unter Mithilfe von Rt Urbani-Sir und Junkermeister Rt
Dschotto.
Aber auch sonst tut sich an der Leuben „einiges”. Rt „Der” Potz-Blitz ist trotz seines doch etwas
fortgeschritten Alters voller Tatendrang. Er bereitet schon seinen „38. Potz-Blitz-Herbstritt” vor.
Mit einem ausrittfreudigen Fähnlein hat er schon die halbe Welt bereist und unzählige Reyche be-
sucht. Nicht zu vergessen die hervorragenden Erfolge unserer Uhulympioniken, die bei den jährlich
stattfindenen Uhulympiaden viele Einzel- und Manschaftspreise für unser Reych erringen konnten.
Auf ins nächste Vierteljahrhundert. Mit den Worten unseres Rt „Der” Potz-Blitz: „vivat, crescat,
floreat” wünscht der fünfte Chronist ErbK Rt Münz seinem allzeit fröhlichen und geliebten Reych
An der Leuben „Alles Gute”.
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