Cambodunum

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 287 — Cambodunum. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

287 Cambodunum
Wenn wir über ein Vierteljahrhundert zurückblicken, werden uns im Auf und Ab des Lebens immer
wieder strahlende Höhepunkte unvergessen bleiben. Ein solcher Höhepunkt war wohl das 70. Stif-
tungsfest, das wir im Ostermond a.U. 140 in der Festburg des Gasthofes „Zum Hirsch” in Sulzberg
bei Kempten feiern konnten.
Eine große Zahl von Freunden aus nah und fern war dazu eingeritten, um mit uns in schlaraffischer
Freundschaft zu feiern. Wir gedenken in großer Dankbarkeit jener Sassen, die unser Reych gegrün-
det und nach der uhufinsteren Zeit wieder belebt haben. Dankbar sind wir auch jenen, die das
Reych über Jahrzehnte hinweg getragen und geprägt haben. So war es für uns eine große Freude,
als unser hochverehrter Rt Amadi am 30.1. a.U. 136 mit der seltenen Auszeichnung des Lorbeer
zum Großursippenorden geehrt wurde. In bewundernswerter Rüstigkeit feierte er noch mit uns sein
100. Wiegenfest. Als er uns kurze Zeit später für immer verlassen musste, haben wir einen Freund
verloren, der unserem Bunde über 45 Jahre in Treue angehört hatte.
Unser in Ahalla weilender Rt Fidigeigei, ehemaliger Erbkantzler und Träger der Brillanten zum
Großursippenorden, hat uns als begeisterter Musicus manch schöne Melodie hinterlassen. Wenn
an jedem Uhutag seine Willkommhymne für die eingerittenen Freunde in unserer Burg erklingt,
werden wir immer an ihn erinnert.
Nach 54 Jahren Zugehörigkeit zu unserem Bund ist er a.U. 147 für immer von uns gegangen. Zu
seinen Verdiensten um unser Reych gehört vor allem die Erhaltung der roten Laterne. Als ihr Kustos
brachte er sie immer wieder zum Erglühen. Mit diesem Ahnen und dem Titul „Ritter der roten La-
terne„ werden jene Ritter ausgezeichnet, die nach Beendigung der Sippung für eine bestimmte Zeit
zu einer frohen Krystalline in der Burg verweilen.
Durch neuere historische Studien und Forschungen wurde das Leben und Wirken eines Mitbegrün-
ders unseres Reyches Cambodunum in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Es handelt sich um un-
seren Rt Sakrisch. Unter seinem profanen Namen Andor Àkos wurde er als Architekt und Künstler
im profanen Kempten und weit darüber hinaus bekannt. Als a.U. 70 unser Reych gegründet wurde,
hatte er schon die Stiftsburg fertiggestellt und mit hohem künstlerischem Anspruch ausgestattet.
Im profanen Jahr 1940 fand er als Opfer einer unmenschlichen Rassenideologie einen gewaltsamen
Tod. Anlässlich einer Ausstellung über sein Lebenswerk hat OI Rt Frohfex in einem öffentlichen
Vortrag an ihn und sein tragisches Schicksal erinnert.
Zu seinem Gedenken errichtete unser Reych gemeinsam mit dem Heimatverein eine Erinnerungs-
tafel an einer von ihm erbauten Kirche. Bewusst erlebte Tradition und Liebe zur Heimat prägen viele
unserer Sippungen und Veranstaltungen; Heimat und Mundart, Kultur und Natur sind Themen, die
sich auch in den Kristallinen der Sommerung niederschlagen.
Eingebunden in den Kreis des Bodensee-Vademecums reichen unsere freundschaftlichen Bezie-
hungen auch über Landesgrenzen hinweg und finden ihren Niederschlag in vielen schlaraffischen
Begegnungen.
So strebt unser Reych Cambodunum, auch dank des vorhandenen Nachwuchses, mit Uhu-Begeis-
terung dem 80. Stiftungsfest entgegen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
289 First im Felde
Gleich zu Beginn des Berichtzeitraumes (a.U. 124) mussten wir eine neue Burg suchen. Ein alter
Rübenkeller im Gasthaus Wagner wurde mit dem Arbeitseinsatz der Sassen, den Spenden vieler
Reyche und Freunde und einem Kredit zur neuen Burg. Zehn Jahre später erfolgte eine Erweiterung.
Die Bauarbeiten koordinierte Rt Don Pero. In der neuen Burg hat sich ein besonders reges schla-
raffisches Treiben entwickelt. Aus dem Sippungsgeschehen sind einige wiederkehrende Sippungen
besonders erwähnenswert:
Im Lethemond findet die Heimatsippung mit der Verleihung des „Ordens der grünen Mark” statt.
Bedingung für die Erringung dieser Auszeichnung ist der Besuch aller steirischen Reyche in einer
Winterung und eine heimatbezogene Fechsung. Im Windmond leitet seit zwei Dezennien OÄ Rt
Don Pero die „Jagasippung” mit dem Turney um den „I-schiaß-Vierling-Orden” und hervorragen-
der Wildbretatzung.
Die „Uhubaumfeyer” mit Burgfrauen wird seit a.U. 125 ebenfalls von Rt Don Pero celebriert, wobei
„derer Engelein Chor” unter der Leitung des OI Rt Tulli eine besondere Feststimmung verbreitet.
Die Sauschädl-Sippung mit einer schmackhaften Atzungsspende der Hospesia findet im Eismond
statt. Die „Fastnachtsippung” mit Burgfrauen ist seit über drei Jahrzehnten eine Domäne des OK Rt
Lord Spleen. Musikgruppen haben diese Sippung immer bereichert; besonders häufig Rt Glatzioso
mit seiner Kapelle. Im Lenzmond folgt die „Konzertsippung”, die seit mehr als drei Jahrzehnten
ebenfalls vom OK Rt Lord Spleen geleitet und organisiert wird.
Dazu muss erwähnt werden, dass seinerzeit Rt Schmetternich einen Großteil zur Ausrichtung die-
ser Sippung beigetragen hat.
Die „Lenz- und Liebesippung” mit dem „Zwiebelfischturney” und Burgfrauen im Ostermond ist der
letzte Höhepunkt der Winterung. OI Rt Tulli leitet diese Sippung seit einem Jahrzehnt mit großer
Umsicht.
In das vergangene Vierteljahrhundert fielen zwei große Gründungsfeste. A.U. 130 das 60., gepaart
mit der Verleihung der Brillanten zum Großursippenorden an den damals noch einzigen lebenden
Erzschlaraffen wld Rt Unser Felge, sowie a.U. 145 das von allen gerühmte 75. Stiftungsfest.
Diese Feiern, mit einer riesigen Freundesschar, waren herausragende Ereignisse unseres Schlaraf-
fenlebens und Beweise für die Kreativität und Beliebtheit des Reyches. Die Pflege der Freundschaft
ist uns ein großes Anliegen. Ausrittmeister Rt Terrameter zeigt sich hier besonders eifrig. Unter an-
derem unternimmt er mit der „Viererbande” alljährlich ausgedehnte Ausritte in Germaniens Gauen,
die schon zu mehreren Reychsein- und ausritten führten.
Die SommerKrystallinen tragen dazu bei, das Völkchen der Schlaraffen über die Sommerung hin-
weg bei guter Laune zu halten. Der alljährliche Familienausflug, stets im Heumond, ist seit Jahr-
zehnten ein beliebtes Treffen der eigenen Sassen und einer Vielzahl von Freunden aus nah und fern.
All diese schlaraffischen Aktivitäten haben unser südöstlichstes Reych der europäischer Gemarkun-
gen zu einer großen Familie zusammengeschweißt.
Zu uns stoßen immer wieder erfrischende junge Freunde, die sich hervorragend in die Gemeinschaft
einfügen und uns so die Gewähr bieten, dass wir voll Zuversicht in die Zukunft blicken können.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 381-382