121 Tarimundis
Tempora mutantur et nos ? In den hektischen Wandlungen des heutigen profanen Lebens hat uns
Graf Gleichen unser Gründer und Ur-Schlaraffe mit Gleichgesinnten eine Insel der Glücklichen
geschaffen, auf der unsere Ideale immerfort blühen und gedeihen.
Dieses Erbe treu zu verwalten, ist für Tarimundis heilige Pflicht. Allezeit als der Allmutter Praga
jüngste Tochter dem Ceremoniale und Spiegel getreu, Graf Gleichen innigst verbunden, obliegt ihr
die Pflege, Erhaltung und Renovierung seines Denkmals und seiner Grabstätte, diesem Ort dankba-
ren Erinnerns auf dem alten Friedhof in Darmstadt, gern wahrgenommen von Sassen der Tarimun-
dis. In die Kette derer, die sich um das Reych und das Spiel in besonderer Weise verdient gemacht
haben, reihten sich die Rt Orlando und Rt Willämche mit anderen unter der Führung des kühnen
Burgbaumeisters ein, ebenso Rt Goldjung als Schöpfer der im Uhuversum einmaligen Strohbilder
unserer Weilandrecken, von denen uns eines mit besonderem Stolz erfüllt.
Es zeigt unseren PRAGA-Ehrenritter Flötüli, der am 20.10.a.U.131 gen Ahalla ritt. Eine ganz unver-
hoffte Dynamik erfuhr das Reych mit dem Erwerb einer eigenen Burg in der Martinstraße. Unge-
ahnte Fähigkeiten gaben Mut zu gewagten Umbaumaßnahmen und finanziellen Hilfen. So ging
ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Es fanden Uhu und seine Söhne ein behagliches Nest, ein
individuelles Zuhause, in dem die Handschrift manches Recken zu erkennen ist.
Die noch immer sagenumwobene Reychsfehde mit der Wormatia am 25.10.a.U.127 in der Gemar-
kung des h.R. Aula Regia siegreich ausgefochten, verlieh Tarimundis jugendlichen Schwung, dem
sich kein Sasse entziehen konnte, zumal die Junkertafel fast zeitgleich mit denen Am Odinwald
stritt und so die freundschaftlichen Bande festigte.
Alles drängte zum großen Jubiläum, der Hundertjahr-Feier, die nach langer, sorgfältiger Vorberei-
tung am 28. u. 29.5. a.U.135 zu einem gloriosen Fest auf der Wachenburg zu Weinheim wurde und
mit der würdevollen Feierstunde am Grab Graf Gleichens ihren Abschluss fand.
Leider überschattete der plötzliche Ahallaritt des OS Rt Ibis die denkwürdige Festlichkeit. Er war
auch maßgeblicher Ideengeber für das sogenannte Benzinesel-Treffen, das sich seit a.U.139 in den
germanischen, austrianischen und helvetischen Gauen zunehmender Beliebtheit erfreut und schon
zehnmal stattfand. Fester Bestandteil im Sippungsreigen ist seit a.U.139 alle zwei Jahre die kunst-
reiche Musiksippung auf Burg Frankenstein unter dem Motto: „Und welches Instrument spielt Ihr?”
wobei originelle Eigenbauten den Ton angeben. Hier oben fand auch neben dem traditionellen
Turney um die Glöcknerkette am 10.11. a.U.138 die 3.000 Sippung statt.
Im selben Jahr gedachten wir des 100. Todestages unseres Reychsgründers Graf Gleichen. Seinem
Angedenken gerecht zu werden, befleißigt sich die „schlaraffische Jugend” durch lebhaftes geistvoll
heiteres Spielen und Fechsen, besonders in den JuknaSi. Erfolgreich und gehaltvoll war stets die
Teilname an den Rhein-Main-Freundschafts-Turneyen. Ebenso eröffnet Tarimundis heute jedem die
Teilnahme an den reychseigenen Turneyen, was viele Recken aus dem weiten Uhuversum zum Mit-
streiten ermutigt. Die künstlerische Umrahmung und Gestaltung des Deutschen Schlaraffentages
a.U.144 lag in den Händen der Tarimundis als lyrisch-musikalische Fechsung. Belebend hat sich
stets ein Wechsel der Thronsassen und Reychsbeamten auf das Spiel ausgewirkt, kommen doch auf
diese Weise neue Impulse und Interessenten zur Tarimundis, sodass der Strom seelisch geistiger
Kräfte, den vormals Graf Gleichen glückhaft entdeckte, niemals abreißen wird. So zählt die stolze
Sassenschaft derzeit 49 Ritter, 2 Junker, 3 Knappen und 2 Prüflinge und sippt alle Zeit frohgemut
gemäß der Devise: „In arte voluptas!”
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
122 Juvavia
Der genius loci, unser Ehrenschlaraffe Don Juan (profan: Wolfgang Amadeus Mozart), prägte auch
in den vergangenen 25 Jahren sein Traditionsreich „Schlaraffia Juvavia”. Alle Sassen sind Mitglieder
der Internationalen Stiftung Mozarteum. Dies deshalb, weil doch unsere Erzschlaraffen maßgeblich
an der Errichtung des Gebäudekomplexes in der Schwarzstraße beteiligt waren. Seit Errichtung un-
seres Vereinslokales der „Stauffenburg” sippt Juvavia im ehrwürdigen Gemäuer des Mozarteums.
Die Renovierung der Stauffenburg und Restaurierung der von Rt Haneferl (akad. Maler Adolf Reich)
geschaffenen Fresken haben uns viel Mühe und finanziellen Aufwand abverlangt. Die besonderen
Verdienste der Rtt Lieder-lich und Zünderl (beide SRA-Mitglieder) sind hervorzuheben.
Das 100-jährige Stiftungsfest im Lenzmond a.U. 135 gelang zum Großereignis. Gäste aus dem ge-
samten Uhuversum gaben uns die Ehre und trugen zur Festsippung im großen Saal des Mozarte-
ums bei.
In der jährlichen Sippungsfolge wird in der Don Juan- und Heroen-Feier Mozart besonders gewür-
digt. Die Rt Admontes und Le Sacre sind als Interpreten im Uhuversum bekannt. In letzter Zeit
wurde ein weiterer Schritt gesetzt, der den Ruf Juvavias als musisches Reych festigen soll. Unter der
Leitung des Mitglieds des Mozarteums-Orchesters Rt Le-Sacre (Clavicimbel) ist es gelungen, ein
Reychskammerorchester zu gründen.
Die Rtt Rikki-Letto (Kniewinsel), Kn 324 (Querflöte) und Baß da Lozzi (Kontrabaß) treffen sich
regelmäßig zum Proben und haben uns schon durch manche musikalische Darbietung überrascht
und das künstlerische Sippungsgeschehen bereichert.
Die Mutter-Töchter-Sippung mit den hohen Reychen Hala bavarica, Brundunum und den Ziehtöch-
tern Iscula und Stelle Alpina, eingeschlossen auch die hohen Reyche Lulutetia Parisiorum und Pau-
lista, wo Rt Moravist als unser Botschafter fungiert, tragen zur Vertiefung der Freundschaft bei.
Die Gedenksippung a.U. 147 anläßlich der vor 41 Jahren ausgetragenen Reychsfehde zwischen den
h.R. Hala bavarica und Paixhanslia – es ging um den Kanonenraub – hat vor allem der schlaraffi-
schen Jugend Zeugnis von Frohsinn und Humor der Altvorderen abgelegt.
Sassenstand: Seit a.U. 125 konnten 35 Kugelungen bzw. Neuzugänge verzeichnet werden. Dennoch
ist der Sassenstand von damals 100 auf nunmehr 54 zurückgegangen. OHO hat zahlreiche Ritter
an die große Rittertafel in Ahalla gerufen. Mit drei Knappen und drei Junkern sieht das Reych aber
zuversichtlich in die Zukunft.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s