174 Villa ad aquas
A.U. 150 begeht unser Reych sein 100. Stiftungsfest – welch ein Jahrhundert! Gleich einer Fieber-
kurve spiegelt das Befinden des Reyches in den ersten 4 Jahrzehnten die Weltgeschichte wider;
doch von Neubeginn a.U. 89 an, lässt sich eine erfreuliche, eigentlich stete Vorwärtsentwicklung
beobachten.
Die Rückschau auf das vergangene Vierteljahrhundert beginnt mit einer Reminiszenz an unser 75.
Stiftungsfest. Es fand, wie schon das 50. Stiftungsfest, im Festsaal der Arbeiterkammer statt. Die
immer wiederkehrende Frage bei Festsippungen: Mit oder ohne Burgfrauen, wurde von Rt Kobolt
glänzend gelöst. Er organisierte eine Parallelveranstaltung für Burgfrauen und es war nicht zuletzt
diese Lösung, die das Fest bei allen Beteiligten in bester Erinnerung ließ.
A.U. 135 wurde unserem Rt Kobolt eine singuläre Ehrung zuteil: Er wurde von Rt Musi testamen-
tarisch zum ersten Nachfolge-Träger des „Musi-Ringes” erkoren, eines goldenen Uhu-Ringes. Er
bestimmte später seinerseits den Rt Nockwell (266) zum nächsten Träger dieses Wander-Ringes.
Das herausragende Ereignis war zweifellos der Erwerb des „Klosterhofes” a.U. 133, der unsere Burg
beherbergt. Eigentümer der in der Altstadt gelegenen Liegenschaft wurde der „Verein der Freunde
des Klosterhofes”, dem alle Sassen unseres Reyches beitraten, wobei insbesondere Rt Lawin die
erforderliche Überzeugungsarbeit zu verdanken war.
Das Gebäude, dessen Bestand bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, wurde vom
Bundesdenkmalamt als denkmalgeschützte Zone deklariert.
A.U. 144 vereinte uns mit zahlreichen Eingerittenen eine solenne Festsippung zur Feier des 30-jäh-
rigen Bestandsjubiläums in unserer Burg, wohl eine der schönsten im Uhuversum.
A.U. 131 kam es zu einer Initiative unseres Reyches, die in die Annalen der Villa ad aquas als „sanfte
Rebellion” eingegangen ist. Anlässlich einer Debatte konzentrierte sich der Unmut auf das aus-
ufernde Wachstum der Stammrolle bei gleich bleibender Mitgliederzahl. Ein Antrag unseres Rey-
ches zum Concil zu Vindobona a.U. 135, eine Stammrolle nur mit den relevanten Daten herauszuge-
ben, wurde abgelehnt. Die Befürworter der „großen” Stammrolle konterten, die Villa ad aquas wolle
die Tituls abschaffen. Die Frage sollte zur endlosen Geschichte werden. Klarheit könnte nur eine
Urabstimmung unter der gesamten Sassenschaft bringen.
Für das Wissen um die Gründung und die weiteren Geschicke unseres Reyches bedeutete a.U. 137
die Vorlage einer Reychschronik der Villa ad aquas, durch unser „Reychsgewissen” Rt Lawin, eine
nicht hoch genug zu preisende und stets mit seinem Namen verbunden bleibende Leistung.
Einen den üblichen Rahmen sprengenden Höhepunkt im Reychsgeschehen brachte die GU-Feier
für Rt Kobolt a.U. 141, ein Festakt, dem die Prominenz von ASR und SRA sowie 120 Einritte aus nah
und fern den würdigen Rahmen gaben.
Manche unserer „Heroen” haben uns während der letzten Jahrungen verlassen müssen, so ins-
besondere die Rt Kobolt (a.U. 143), Rt Bi2 (a.U. 146) und Rt Lawin (a.U. 147), doch zunehmend
bestimmt eine neue schlaraffische Generation die Geschicke des Reyches. Der „Klosterhof”, lädt
samt Garten und Nebengebäuden während der Sommerung nach wie vor jeden Donnerstag zur
„Kegliade” oder fallweise auch zu einem Sommerfest. Ein Höhepunkt der für alle Zeiten in den
Annalen unseres Reyches seinen festen Platz finden wird, war das 100. Stiftungsfest, das wir mit
hunderten Freunden aus dem gesamten Uhuversum im Ostermond a.U. 150 feiern durften. Am
Vorabend bereitete uns unser Tochterreych Alta Carinthia (362) unter dem Motto „Muttertag” eine
fulminante Sippung in unserer Krallenburg – ein Wochenende im Geiste Uhu‘s.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
175 Lietzowia
Das große schlaraffische Fest, das XIX. allschlaraffische Concil zu Berolina, war vorbei. Die Tochter
hatte der Mutter tatkräftig geholfen. Ihren Anteil daran hatte nicht zuletzt eine große Junkertafel.
Auch in den folgenden Jahrungen war diese eine Zierde des Reyches. Sie forderte die Junkertafel
des h.R. Truymannia zur Fehde.
Rt Firlefanz hatte einen Humpen gestiftet als Lohn für die beste Junkertafel des Uhuversums. Aus
welchem schlaraffischen Holz die Sassen geschnitzt waren, ist durch den Sieg aus diesem Wett-
streit und dem daraus resultierenden Titul bei dem jeweiligen Ritterschlag zu ersehen. Bei der ers-
ten eigenen Forderung durch die Junkertafel der Brundunen überließ man gerade wegen des großen
eigenen Einsatzes den Sieg diesen Freunden.
Zwei Höhepunkte gab es in der Jahrung a.U. 128: Die 2.000 Sippung und zusammen mit der Mutter
Berolina die Festsippung „200 Jahrungen Schlaraffen in Berlin”. Profaner Grund für solche Feierei
war das Jubiläum der Stadt: „750 Jahre Berlin”. Für die Berliner gab es den nächsten Höhepunkt
a.U. 130.
Die Lietzowia sippte am Donnerstag just zu der Stunde als in der Profanei die Mauer fiel. In der
Folge sippten die Sassen der bis dahin im Verborgenen blühenden Reyche oft mit uns. Ein erster
Höhepunkt war die Li-Po-Li-Sippung. Lipsia, Potsdamia und Lietzowia luden a.U. 131 zu einer Ge-
meinschaftssippung ein, so wie schon dereinst vor dem großen Weltenbrande. Die Idee des „Stern
des Ostens” wurde umgesetzt.
Der Besuch aller ehemaligen Ostreyche wird mit der Verleihung des Sterns des Ostens in der Ado-
nisveste belohnt. Zurzeit haben fast 200 Sassen diesen Ritt absolviert und tragen mit Stolz den
von den Adonisrittern gestifteten Orden. Die Unterstützung neu wiedererstandener Reyche ist so
sinnfällig geschehen.
Einige Sippungen der Lietzowia sind zur Tradition geworden: Da ist zuerst das Turney zu Themen
über Natur und Heimat um das Langsax-Schwert, das wld Rt Naturfex stiftete. Echt oder nicht ist
es begehrter Preis des Turneys.
Genannt sei auch die fechsungsfördernde Krawatte, die im Christmond als Thema für heitere Sip-
pungen „In memoriam Knips”, dem Turney-Stifter, sorgt. Ernsten Inhaltes sind die Fechsungen
beim Thema „Das hohe Lied der Freundschaft” , wenn auch Anekdotisches besonders zu Rt Cratzi-
oso seine Berechtigung hat, ist doch der „Ring des Cratzioso” dem Turneysieger vorbehalten.
Ohne Frage ist die Fischmeistersippung einmalig im Uhuversum. In der Adonisveste erhalten ver-
diente Freunde den Titul „Fischmeister vom Lietzensee”. Ein Spiel, das mit schwierigsten Prüfun-
gen verbunden nur wenigen Rittern vorbehalten ist.
Mit dem 150. Gründungsfest Allschlaraffias jährt sich auch zum 100. Male die Reychsgründung
Lietzowias. Wenige Sassen seien erwähnt, die das Reychsgeschehen in den letzten Jahren wesent-
lich bestimmten, alle zu nennen reichte der Platz nicht. Es waren dies vor ihren überraschenden
Ahallaritten ErbO Rt Orth-O-graf und ErbW Rt Assiduus. Die Verbindung noch zu den Altvorderen
Rt Siegmaul und Rt Erwinus schafft ErbO Rt Scribator bis in die heutigen Tage. Möge die Lietzowia
auch die nächsten 100 Jahrungen in fröhlicher Form ernsthaft spielen!
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