307 Pluvia Silvana
Bei uns ist es schön. Die heimelige Bayerwald-Burg im dritten Stock des Hotels „Deutscher Rhein”,
mit herrlicher Aussicht auf die am Regen (Pluvia) gelegene Stadt Zwiesel, umgeben von den Bergen
und der würzigen Luft des Bayrischen Waldes (Silvana), beeindrucken uns und die vielen einrei-
tenden Freunde anderer Reyche immer wieder. Seit nunmehr 33 derer Jahrungen ist unser jetziges
Uhunest erfüllt von echt schlaraffischer Lebensfreude, die unsere Tage bereichert und verschönt.
Selbstlose Freundschaft, die Pflege der Kunst und der nie und niemand verletzende Humor in einer
Atmosphäre geistiger Lebendigkeit lassen uns profane Unbill vergessen oder zumindest leichter
ertragen.
Über dieser Idylle, die nun schon so lange andauert, nähren vermeintlich aufziehende Wolken die
Befürchtung, dass uns Oho heimsucht, wie in der Chronik vielmals aus anderen Reychen geschil-
dert wird, eine neue Burg müsste gesucht, gefunden, ausgebaut und finanziert werden. Wir verzich-
ten gerne auf eine Wiederholung einschlägiger leidvoller Erfahrungen aus der Gründerzeit. Uhu
möge mit kräftigen Schwingen diese Dunstglocke verscheuchen.
Die Zeit nach a.U. 124 bis heute spiegelt schlaraffisches Geschehen in unserem Reych, wie es eben
so ist: Große Festlichkeiten wechseln ab mit urgemütlichen Sippungen, fröhliche Atmosphäre
weicht beklemmender Trauer, prägende Persönlichkeiten auf dem Thron hinterlassen ihre nach-
haltigen Spuren.
Viele Einritte füllen die Festburg, wenn wir mit unserem Frühlingsfest die turnusgemäße Aus-
richtung der Freundschaftssippung der niederbayrischen und oberpfälzischen Reyche verbinden,
a.U.149/150 feiert das erste nach dem Krieg gegründete Reych sein 60. Stiftungsfest noch dazu.
Ein besonderer Glanzpunkt ist a.U.142 die ehrenvolle Ausrichtung der XXXIII. Uhulympischen Win-
terspiele, wozu wir im Umfeld des Arbers prädestiniert sind und die, dank des Organisationsgenies
von unserem Rt Münzl und vieler Helfer, beispielgebend gewesen sein soll. Bitte keine Neidgefühle;
jeder hat halt keinen Arber. Das enge freundschaftliche Eingebundensein in die illustre Kette der
Schlaraffenreyche zeigen 15 Reychseinritte, u.a. Vindobona, Ratisbona, Berolina, Claudium forum,
Ob der Isar, Hannovera.
Beim Einritt der hohen Berolina a.U.129 erreichte den Rt Lin-sé während der Begrüßungszeremonie,
seinem ausdrücklichen Wunsche entsprechend in der Schlaraffia zu sterben, der Ruf gen Ahalla zu
reiten. Sofortiges Bemühen der anwesenden Ärzte war leider umsonst.
Reychsausritte, oft als Gegenbesuche, knüpften die Bande zu den Freunden noch enger. Rt Girgl
wird durch die Verleihung des Großkristalls zum GU geehrt und die GU des Reyches, die Rtt Sprint,
Kai, Trift und Kerndl, bemühen sich mit Uhus Gunst Gleiches zu erreichen.
Ritter, die über Jahrzehnte als Herrlichkeiten dem Reych dienen, sind bei uns nicht selten: Rt Die-
selius (a.U.125) und Rt Achtel (a.U.143) sind gen Ahalla geritten, die ErbO Rt Kai und Rt Hoch-Auf
wurden auf eigenen Wunsch abgelöst, während ErbO Rt A-Scho und ErbK Ob-Scuro noch prüfen,
ob sie schon amtsmüde sind.
Die Musikfeste unter der Regie von Rt Achtel, selbst ein begnadeter Z, sind leider Vergangenheit.
Die Glas-Fechsungen von Rt A-Scho sind überall begehrt. Von den 27 Ehrenrittern sind bereits 13
gen Ahalla geritten. A.U.132 muss die Vereinsgründung erneuert werden. Unser ES Weißenstein
schreibt: „Ich glaube an das Gute im Menschen und an den Sinn und Wert dessen, was das Leben
lebenswert macht.”
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
308 Truna bavariae
Der seit langem gehegte Wunsch nach einer eigenen Burg ging endlich in Erfüllung. Der Burgbau
im geräumigen Dachgeschoss des Anwesens der Bäckerei Kotter wurde ermöglicht durch ein groß-
zügiges Vermächtnis des ehemaligen Oberschlaraffen Rt Baumburg, durch reichliche Spenden der
Trunasassen und zahlreicher Sassen befreundeter Reyche, sowie durch den selbstlosen Einsatz der
Mitglieder des Bauausschusses, dessen Leitung der Planer und Architekt Rt Rapidus innehatte.
Bei der vom OK Rt Eloquax in feierlicher Form zelebrierten Burgweihe am 7.10. a.U.127 war die
neue, festlich geschmückte Liendlburg mit 84 Schlaraffen fast bis zum Bersten gefüllt.
Das nach bewährter Truna-Art gepflogene schlaraffische Spiel kann sich nun in all seinen Varianten
noch freier als zuvor entfalten. Man empfindet jetzt das geheimnisvolle Wirken Uhus noch intensi-
ver als bisher. Dem Vorstand des profanen Vereins ist es vor kurzem gelungen, den Mietvertrag für
die Burg bis a.U.177 zu verlängern.
Unbestrittener Höhepunkt des Berichtszeitraumes war das 50. Stiftungsfest am 8.5. a.U.140. Nahe-
zu alle Sassen des Reyches wirkten bei der Vorbereitung, bei der Ausgestaltung und Dekoration der
Festburg sowie beim erstellen einer umfangreichen Festschrift mit. Fast 600 Schlaraffen, Burgfrau-
en, Tross und geladene Gäste erlebten eine überaus glanzvolle Festsippung.
Die Truna Bavariae ist ein bayerisches Reych. Der Grundsatz „leben und leben lassen” wird hier im
schlaraffischen Spiel umgesetzt. Die Pflege der bayerischen Sprache ist uns ein Herzensanliegen.
In beinahe jeder Sippung erfreuen uns herrliche Mundartfechsungen. Vor allem die Sippungen un-
ter dem Motto „Unser Bayernland” mit dem Turney um die König-Ludwig-Kette und die Gemein-
schaftssippungen mit dem hohen Reych Am Tegrinsee, im Gedenken an unseren Ehrenschlaraffen
Agricola bzw. Filser, befassen sich mit der Geschichte, Tradition und Lebensart der bayerischen
Heimat.
Seit a.U.137 lockt alljährlich im Eismond ein glanzvoller Neujahrsempfang mit gravitätischem Defi-
lee und sensationellen Attraktionen viele Schlaraffen aus nah und fern an.
Zahlreiche ausrittsfreudige Trunasassen pflegen im Dienste schlaraffischer Freundschaft intensive
Kontakte zu den benachbarten Reychen in Bayern und den angrenzenden Gauen Austrias. Reychs
ausritte werden in bewährter Weise von unserem ErbSch und Reisemarschall Rt Tertius organisiert.
Insbesondere sind hier die seit a.U.136 in jeder Winterung unternommenen großen viertägigen
Ausritte in weiter entfernte Regionen des Uhuversums zu nennen, haben sie doch den Bekannt-
heitsgrad und das Ansehen der Truna beträchtlich gesteigert.
Anno Uhui 149 zählt die Truna Bavariae 41 Ritter, sowie 6 Junker und Knappen. 17 Ehrenritter zeu-
gen von der Beliebtheit in den umliegenden Reychen. Alle Trunesen tragen durch ihr individuelles
Mitwirken am Reychsgeschehen dazu bei, dass das Reych weiterhin seinem Ruf als „die sonnige
Truna” gerecht wird. Unser wohlgeratener und äußerst aktiver Nachwuchs berechtigt zu besten
Hoffnungen für die Zukunft.
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