Sacrodunum

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 351 — Sacrodunum. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

351 Sacrodunum
Sacrodunums Ritterschaft zieht am 1. Lethemond a. U. 124, mit Fackeln bewaffnet, zur neuen Ras-
terburg ins städtische Kulturhaus Villa Berberich. Recken aller Couleurs folgen dem Ruf des Cere-
monienmeisters, der zum Einritt in die mit großem Engagement der Sassen erbaute Burg leitet.
Die Burgweihe und die Übergabe der Schlüsselgewalt sind die Schwerpunkte der Sippung. Mit
dem legendären Trompeter von Säckingen und dem Lied „...behüt dich Gott, es wär so schön ge-
wesen...” das vor der Burg in die nächtliche Stille erschallt, verwehen 20 Aufbaujahre in der Fuchs-
höhlenburg am Münsterplatz und führen Sacrodunum in einen neuen Zeitabschnitt. Nun können
Hotzenfeiern, Gründonnerstagsippungen mit Caesars handgemalten Eiern, sowie Burgfrauenaben-
de in der Burg stattfinden. Die Bewirtung erfolgt in Eigenregie und der Suppeneintopf à la Jatata
erlangt uhuversalen Ruhm.
Trauer erfüllt das Reych, als am 18. 7. a.U. 126 Erzschlaraffe Großfürst Orffeo der Schnorrliederli-
che gen Ahalla abberufen wird. Mit seinem ausgleichenden Führungsstil hat er als Oberschlaraf-
fe Sacrodunum durch gute aber auch schwierige Zeiten geleitet. Bleibende Erinnerung sind seine
umfangreichen Liedfechsungen, von denen das Willkomm- und Wiegenfestlied immer wieder aufs
neue begeistern.
Viele Texte seiner Schlaraffenlieder sind aus Epen des ES Gaudeamus abgeleitet und spiegeln die
Verehrung des einst auch in Säckingen ansässigen Joseph Viktor von Scheffel wieder. Die Zugehö-
rigkeit zur Gaudeamus-Ritterschaft, den Hiddigeigei-Rittern und der Trompeter-Gilde sind ebenfalls
auf Scheffel zurückführende Auszeichnungen.
Das 25. Stiftungsfest a.U. 128 birgt ein Versprechen des Bürgermeisters, die Burg im städtischen
Kulturzentrum auf Lebenszeit nutzen zu dürfen. 100 Arborelli-Rosensträucher für die Stadt sind
der Dank dafür.
Großfürst Unser Papilio der Mottenschreck, mit Rt Raster der Rastlose gemeinsamer Reychsgrün-
der, erhält a.U. 129 die Brillanten zum GU-Orden. An den Rollstuhl gefesselt nimmt er freudigen
Herzens die hohe Ehrung entgegen. Noch einmal versammelt sich das Reych, um im Eismond a.U.
130 sein 90. Wiegenfest zu feiern, denn schon 17 Tage später tritt Rt Papilio nach 56 Schlaraffenjah-
ren den Ritt gen Ahalla an.
Um die Verbundenheit innerhalb der badischen Reyche zu bekunden, wird a.U. 138 der „Baden-
Reytter” kreiert. Aus ER Baubarts (25) Meisterhand entsteht a.U. 141 hinter dem Thron ein Wand-
gemälde, das Säckingen in mittelalterlicher Pracht zeigt und die Oberschlaraffen noch strahlender
erscheinen lässt.
Die letzten Erzschlaraffen Rt Pecunis (21) und Rt Metall-i-Kuß (323) erkürt Sacrodunum beim 40.
Stiftungsfest a.U. 143 zu Ehrenrittern. Nur Uhu weiß, dass der bresthafte Rt Metall-i-Kuß zu dieser
Stunde bereits den Ritt gen Ahalla angetreten hat.
Sacrodunums Glück stetig jungen Nachwuchs zu haben sowie ein zeitgemäßer Generationswech-
sel bei den Wahlwürden führte schon immer zu kurzweiligem und von Uhus Geist durchdrunge-
nem, mit Humor, Kunst und Freundschaft wohl dosiertem Sippungsleben.
So reitet das stets einnehmende Hotzenreych im fünften Jahrzehnt seines Bestehens mit 45 Sassen,
eingebettet in die prächtige Landschaft des Hochrheins am Fuße des Hotzenwaldes, im geschichts-
trächtigen Badstädtchen Säckingen, unter dem Motto des ES Gaudeamus „sei mir heute nichts
zuwider” frohgemut weiter durch das Wunderland der Schlaraffia.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
352 Don Quichote
Rt ErbO Norm prägte das Reychsgeschehen in besonderem Masse und scheute keine Mühe das
schlaraffische Treiben im Herzen der Iberischen Halbinsel zu fördern. Besonders zu erwähnen sind
die beiden Grossanlässe, d.h. das 10-jährige und das 25-jährige Stiftungsfest. Letzteres mit großem
Aufwand im Hotel Meliá Castilla. 116 Einritte aus 66 verschiedenen Reychen gaben der Festsippung
die Ehre und Glanz.
Auch sonst war immer was los in der Windmühlenburg. Über Mangel an Einritten konnten die
Sassen sich nicht beklagen. Großen Anklang fand die Rocinante bei ersteinreitern. Je nachdem wie
man sich auf den Esel aus Weidengeflecht schwang, bekam man einen Titul. Nach den Sippungen
setzte man sich zu Tisch im Nebenraum und genoss ein herrlich mundendes, zartes Fleischfilet.
Diese Krystallinen, die man in so manchem Reych vermisst, gaben jedem Sippungsabend den krö-
nenden und dankbaren Abschluss.
Durch profane, leidliche Umstände wurde die Windmühlenburg im Untergeschoss eines Wohnblo-
ckes im Stadtviertel Vicálvaro ohne Kenntnis der Sassenschaft verpfändet. Unabwendbar folgte die
Zwangsversteigerung. Trotz äußersten Bemühungen seitens der Sassen und großzügiger Hilfeleis-
tung aus dem Uhuversum, konnte der benötigte Mammon nicht aufgebracht werden, und so wech-
selte der „Besitz” in fremde Hände über. Die Burg musste kurzfristig geräumt werden. Das Mobiliar
wurde in einem unbenutzten Raum der „Katholischen Gemeinde Deutscher Sprache” eingelagert.
Das war ein harter Schlag, der, wie es sich zeigt, nicht ohne Auswirkungen blieb.
Zwangsmäßig sippte man ab dato in einem Nebenraum im Schweizer Klubhaus. Die „Burg” muss-
te an jedem Sippungsabend aufgebaut und nach dem Schlusslied auch wieder geräumt werden.
Das Fehlen der schlaraffischen Dekoration, der uhunestlichen Wärme, im profanen, seelenlosen
Saal und die aufwendigen Umstände zermürbten bei einigen Sassen langsam, doch unaufhörlich
die Lust am Sippen.
In der stillen Hoffnung, dass man in absehbarer Zukunft eine glückliche Lösung finden würde,
versäumte man es, nach Nachwuchs Ausschau zu halten und schob dieses, sich immer mehr
aufdrängende Problem vor sich hin. So verstrichen 11 Winterungen mit einer leeren Junkertafel!
Das Alter der Sassen und die gesundheitlichen Schwächen führten dazu, dass sich immer weniger
Recken zur Sippung einfanden.
In den Wintermonden a.U.148 entschieden die wenigen noch anwesenden Sassen das Reych auf-
zulösen. Das Mobiliar wurde der kürzlich sanktionierten Perla Costa Blanca überlassen und die
Barcinonensia als Tochterreych beschloss die Tradition der Don Quijote zu wahren.
Wenn auch mit einer Prise Traurigkeit darf die Don Quijote mit seelischer Zufriedenheit aus unse-
rem Bund scheiden. Der seinerzeit gelegte Same ist in anderen spanischen Regionen erfolgreich
aufgegangen. Barcinonensia (366), Medina Mayurca (419) und Perla Costa Blanca (422). Wer weiß,
was die Zukunft uns noch bringt?
„Die Eule beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug”! Warum dann nicht auch der
Uhu der Don Quijote?!
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Quelle: Chronik Band IV, S. 436-437