313 Im Rosenhag
Die Herausgabe der schlaraffischen Chronik der Jahre a.U. 125 -150 war Anlass, über Entwicklung
und Zukunft des Reiches nachzudenken. Drei Punkte sollen betrachtet werden: Entwicklung der
Zahl und der Struktur der Sassenschaft, das schlaraffische Leben im Reich und ein Ausblick.
Eine Aussage zur Entwicklung im Reich bietet die Statistik: Dabei zeigt sich, dass die Zahlen stabil
geblieben ist. Das Reich zählt im Durchschnitt 58 Sassen. Man mag dies negativ kommentieren,
weil das Reich nicht gewachsen ist, andererseits lässt sich daraus ableiten, dass eine bestimmte
Größe der Gemarkung nur ein bestimmtes Potential an Schlaraffen hat.
Wir können also mit der Zahl unserer Sassen zufrieden sein. Zu erwähnen ist, dass hier nicht die
Tendenz des Wachstums um jeden Preis verfolgt wird, sondern dass wir bei der Gewinnung neuer
Sassen Sorgfalt und Zurückhaltung walten lassen. Bemerkenswert waren die Schwankungen in der
Stärke unserer Junkertafel.
Wir haben Jahrungen zu verzeichnen, wo nur ein Knappe, bzw. Junker die Junkertafel „bevölkerte”,
während jetzt bis zum Ende a.U. 148 neun Junker und Knappen die Junkertafel zieren werden. Wir
haben dafür keine Erklärung, freuen uns aber über unsere starke Truppe. Die altersmäßige Struktur
unseres Reichs liegt im Durchschnitt im oberen Lebensdrittel. Dies ist einerseits auf die Tatsache
zurück zu führen, dass Schlaraffen ein hohes Lebensalter erreichen, andererseits aber viele Sassen
erst dann zu Schlaraffia stoßen, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden und sie die gewonnene
Freiheit nützen, sich neu zu orientieren.
Dies gilt etwa für die Hälfte der Junkertafel, während der Rest noch voll im Beruf steht und sich
manchmal nicht so dem Schlaraffenleben widmen kann. Doch ist das Alter kein Indiz für einen
„guten” Schlaraffen, sondern es gilt der Satz „das Herz gehört dazu”.
Das Leben im Reich wird von 25-30 Sassen getragen, die im Durchschnitt bei den Sippungen an-
wesend sind, dazu sind noch 4-6 Einritte zu verzeichnen. Damit ist eine spiegelgerechte Sippung
gesichert. Sippungen, die von anderen Reichen großen Zuspruch erhalten, sind die Sippung der
Innschiffergilde, „Vivat musica” und natürlich die Ehrungen verdienter Sassen.
Eine Sippung, wo bildende Künstler ihre Werke zeigen und erläutern, war ein Erfolg, sie wird wieder-
holt. Früher waren die Faschingssippungen das Ereignis der Winterung: Diese Feste sind Vergan-
genheit. Der Mangel an Tänzern und die gestiegenen Honorare der Kapellen war der Grund. Jetzt
hat die Rosenmontags-Sippung mit dem Reich Oenipontana diesen Platz eingenommen.
Das Fest der Rosenkavaliere im Schloss Amerang wurde jedes zweite Jahr gefeiert. Als die Kosten
immer höher wurden, wurde der Abstand auf drei Jahre gestreckt und in Rosenheim im Ballhaus
eine neue Festburg gefunden. Das Reich Im Rosenhag blickt mit Optimismus in die Zukunft: Wir
hoffen, dass wir unseren Sassenstand in Zahl und Qualität halten können, indem wir weiter gezielt
geeignete Freunde und Bekannte ansprechen.
Wir hoffen weiter, dass wir für die Gestaltung unserer Sippungen gute und begeisterte Fechser und
Organisatoren finden, die mit neuen Ideen neue Wege beschreiten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
314 Castellum Palustre
Das allzeyt fröhliche Reych Castellum Palustre beging in der ersten Winterung des Berichtszeitsrau-
mes glanzvoll seine 1.000 Sippung am 21.10. a.U.124. Der Profanei - also den Spitzen der Behörden
und den im profanen Ried ansässigen Serviceclubs - präsentierte sich das Reych.
Das Fest zeigte vor allem etwas ganz Wichtiges: den Zusammenhalt aller Sassen, die bei den Vorbe-
reitungen und dem Ablauf ausnahmslos mitwirkten. Als Nebenprodukt dieser Sippung entstand die
Hymne von Rt Fratz „Castellum Palustre, Du feine”, die seither bei Festsippungen gesungen wird
und der der Komponist Franz Xafer Frenzel, Jk Friedemann, einen mehrstimmigen Satz angedeihen
ließ.
Am 15.1. a.U. 129 wurde unserem Reych vom Ordenskapitul des h. Reyches Grazia „im Auftrag des
hochweisen Rates der Schlaraffia Austria in Anerkennung und Vertiefung schlaraffischen Wirkens
insunders durch die Einrichtung des sich nun zum zehnten Male jährenden Neujahrsempfanges
der Großkomtur des Austria Verdienstordens verliehen. Dieser Orden wird vom fungierenden Ober-
schlaraffen nur während der Neujahrsempfangs-Sippung - also einmal in jedem Jahr - getragen.”
Die Idee des Neujahrsempfanges, die sich seither in so manchem Vademecum im ganzen Uhuver-
sum wieder findet, fand die gebührende Anerkennung des Landesverbandes. Wld ER Unser Musi
(24), damals SRA-Vorsitzender, wurde zum Erb-Doyen des diplomatischen Corps Castellum Palus-
tres ernannt.
In der Winterung 130/131 wurde der Grundstein im übertragenen Sinn für den in den folgenden Jah-
rungen durchgeführten Burgumbau gelegt. Den Stein des Anstoßes bildete eine von den Ehrenrit-
tern des hohen Reyches Brundunum, Glanda und Sexograf, gefechste und gestiftete Bleiverglasung
für unsere Burgpforte. Dieser Bleiverglasung einen würdigen Rahmen zu geben, bedurfte es einer
neuen Burgpforte, die im Stile des Historismus gefertigt wurde.
Für die Kosten kamen fünf Sassen auf. Nun passte vor allem die Vorburg nicht mehr zur Burgpforte.
Auch die Vorburg wurde gestiftet, und in der Sommerung a.U. 135 wurde die gesamte Burg neu
eingerichtet und die Lüftung verbessert.
Die Kosten wurden durch eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrages, einer Bausteinaktion und Spenden
der Sassen unseres Reyches sowie unserer Ehrenritter aufgebracht. Am 10.12. a.U. 140 konnte das
50. Stiftungsfest begangen werden, ähnlich der 1.000 Sippung im profanen Riedbergpfarrsaal, mit
vorgegebenem eigenem Ceremoniale, diesmal mit neuerer Technik beim Rückblick (Multi Media),
aber in alter Tradition in den übrigen Darbietungen.
Bot in der 1.000 Sippung die Rieder Stadtkapelle eine würdige Untermalung, tat dies beim 50. Stif-
tungsfest die Obernberger Marktkapelle unter der Stabführung unseres Rt Zinkerl.
In den vergangenen zehn Jahrungen des Berichtszeitraumes mussten wir den Ahallaritt der letzten
Erzschlaraffen und auch manchen der zweiten Generation hinnehmen, ohne dass der Sassenstand
durch Neueintritte aufgefangen werden konnte.
In jüngster Zeit scheint allerdings das Nachwuchsproblem sich langsam zu lösen und eine jugend-
lich begeisterte Junkertafel lässt nicht nur den Fortbestand unseres Reyches hoffen, sondern auch,
dass unser Sippen mit Leben erfüllt in gebotener Tradition jene Freude bereitet, die unseren Bund
seit jeher unverwechselbar macht.
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