Wetiflar

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 335 — Wetiflar. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

335 Wetiflar
Die a. U. 108 zur 335. Sippung des Reyches geweihte (gemietete) Burg konnte im Frühjahr a.U. 124
käuflich erworben werden. Die Sassenschaft ist einer großen Sorge enthoben. Es ist allerdings nicht
ganz einfach, alle Sassen, besonders die älteren, davon zu überzeugen, dass diese Gelegenheit nur
einmal kommt, zumal das Ende des bestehenden Mietvertrages nahe ist.
Die Sommerung steht ganz im Zeichen der Burgbau-Arbeiten, bei denen viele Hände viele Stunden
tätig sind, auch um hinzugewonnene Räume nutzbar zu machen. Eine enge Bindung „der Schaf-
fenden” und die Freilegung ungeahnter handwerklicher Talente sind ein zusätzliches Glück. Die 25.
Jahrung des Reyches wird aufgrund des Burgerwerbs nicht mit einem großen Fest, sondern mit
separaten Sippungen für die Reyche des Sprengels begangen.
Eine Winterung der besonderen Art, auf die eingeladenen Reyche eingehend und für die Würdenträ-
ger sehr fordernd. Wechselnde Freundschaftssippungen mit den Reychen Am Eschenwege, Conflu-
entia, Heylbronnen, Pfalzbruggen und Wiesbadensia sind zur Tradition geworden, ebenso die enge
Bindung zum Mutterreych Zu den Gyssen und zur Großmutter, der Nauinheimbia Wettereiba au-
rea. Rt Karaphil der Par-Nasser, Träger des Lorbeer zum Großursippenorden und a.U. 129 an Jahren
ältester Sasse des Uhuversums, geht im gesegneten Alter von 102 Jahren auf den einsamen Ritt.
A.U. 131 begeht das Reych die 1.000 Sippung im festlichen Rahmen des „Haus des Gastes” zu
Braunfels, an ein Konzert des Allschlaraffischen Orchesters anschließend. Die Winterungen um
den Burgkauf und nach der 1.000 Sippung sind von einem Generationenwechsel der Würdenträger
geprägt. Ein natürlicher Vorgang im Leben, von dem auch ein Reych nicht verschont bleibt.
So dienten und dienen dem Reych bisher 23 Oberschlaraffen, zwei davon halten es, oder das Reych
mit ihnen, 15 Jahrungen aus, ein Kantzler und ein Junkermeister bringen es sogar auf beachtliche
21 Winterungen. Fast 40 eigene Sassen und 25 Ehrenritter hat das Reych bis heute zu betrauern.
Der „Vater des Reyches” und Initiator der Wetiflar, Rt Wummerle der Umstürzler, verlässt uns a.U.
145 als letzter und nie in 58 Schlaraffenjahren fehlender Erzschlaraffe. Das 40jährige Bestehen des
Reyches wird als „Familienfeier” begangen, zu der die Sassenschaft mit ihrem Tross und die Eh-
renritter geladen sind. Ein festlicher, intimer Rahmen, verschönt durch den Jugendstil des Raumes.
Auch Schlaraffen werden älter, so erleichtern wir unseren gehbehinderten Freunden den „Aufstieg”
zur Burg durch den Einbau eines Treppenlifts, auch sonst wird im Laufe der Jahrungen renoviert,
verändert, modernisiert.
Am 22.9. a.U. 148 begeht das Reych den 50. Wiegentag. Die Wetzlarer Stadthalle als Ort des Gesche-
hens und die Sassenschaft als Gastgeber können sich über den Zustrom der einreitenden Freunde
und deren Zustimmung zum festlichen Abend freuen. Für das Reych ein Glanz- und Höhepunkt im
Reychsgeschehen, dank auch der Beiträge des Mutter- und Großmutter-Reyches, die eine Abrun-
dung des Programms bewirken.
Im Lethemond a. U. 148 kann das Reych auf 40 Jahrungen des Sippens in der Götzburg zurück­
blicken. In die zweite Hälfte des Jahrhunderts seines Bestehens geht das Reych Wetiflar voller Zu-
versicht und frohen Mutes, pendelt sich doch die Sassenschaft um die Zahl 45 ein.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
336 Ob der Hamel
Nachdem das Rattenfängerreych Ob der Hamel sein 25 jähriges Gründungsfest begangen hatte,
folgte weiterhin eine Zeit fröhlichen Sippens mit einer bis heute erfreulich gleich gebliebenen Sas-
senzahl. Die traditionellen Sippungs­themen des Reyches wurden auch in dem zurückliegenden
Vierteljahrhundert besonders gepflegt.
Zu den großen Veranstaltungen gehörte jeweils das Münchhausen-Turney zu Bodenwerder, welches
mehrfach durchgeführt wurde und zum besonderen Glanzpunkt in der Jahrung des 40. Gründungs-
festes a.U. 138 wurde. Jedes Mal ließ es sich unser ES Hieronymus Kugelblitz nicht nehmen, sein
Leibregiment zu inspizieren.
Auch die „Freye Münchhausen-Uhuversität” behielt ihre Lebendigkeit und viele Freunde aus dem
ganzen Uhuversum reihten sich in die Schar der Studiosi und des Leerkörpers ein. Alljährlich lädt
das Reych die Sassen mit ihren Burgfrauen im Ostermond zur Sippung auf der Schaumburg.
Alle zwei Jahre erfreut das Reych die Freunde der Braukunst mit seiner Gambrinussippung: eine
schöne Tradition, die ebenso wie die beliebte Lethesippung seit Anbeginn des Reyches gepflegt
wird. Ob der Hamel erfreute sich allzeit einer aktiven Junkertafel. Vor wenigen Jahren wurden wir
Zeuge einer fröhlichen Fehde gegen den Nachwuchs des h.R. Athenae Gottingenses. Immer wieder
wurden herausragende Reychsausritte veranstaltet. Unvergessen sind die Ritte gen Lulutetia Parisi-
orum und das profane London mit jeweils attraktiven Programmen.
In den folgenden Jahren besuchten wir Reyche in vielen Teilen des Uhuversums. An jedem der Con-
cile nahm das Reych Ob der Hamel mit einem stattlichen Fähnlein teil. Freunde aus benachbarten
Reychen waren dabei stets gern gesehene Gäste.
Die politische Wende veränderte für uns vieles. Intensive Kontakte zu unserem Großmutterreych
Erforda bestanden schon zur Zeit der Uhufinsternis. Bereits a.U. 126 gab es eine Junkertafelfehde
zwischen den Reychen. Nun konnten die Verbindungen ohne profane Hemmnisse stärker gepflegt
werden.
Auch zur Vimaria, unserer Urgroßmutter, entwickelten sich bald herzliche Beziehungen. Unter Be-
teiligung unseres Mutterreyches Hildesia und der Schwester Kaiserpfalz wurden die Kontakte in-
nerhalb der Genealogie ausgeweitet. Heute treffen sich die fünf Reych einmal in jeder Winterung zu
einer Familiensippung. Treue Freunde dieser Sippungen werden mit dem Familienorden geehrt.
Nachdem das Reych über 30 Jahrungen seine Burg im Hotel Zur Börse hatte, führten profane Ver-
änderungen dazu, sich nach einer neuen Burg umzusehen. Dabei stand der Wunsch nach Eigentum
an erster Stelle. Uhus glückliche Fügung ließ uns Räumlichkeiten in einer attraktiven Lage finden.
Allerdings verlangte die vorgefundene bauliche Substanz nach größten Anstrengungen. In einer
einmaligen Gemeinschaftsleistung gelang es den Sassen aus ehemaligen Lager- und Werkstatträu-
men eine schöne Burg zu schaffen.
Ungezählt sind die Arbeitsstunden der Sassen, die in ihrer Freizeit zur Entstehung der neuen Burg
beitrugen. Sinnigerweise liegt diese Burg nun direkt an dem kleinen Fluss Hamel, von dem sich ja
der Name unseres Reyches ableitet. Letzter großer Höhepunkt war im Lethemond a.U. 148 die Feier
zum 50. Gründungsfest, das wir in großem Rahmen mit über 300 Gästen begingen.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 420-421