320 Am Tegrinsee
Während in den Jahren von a.U. 125 bis a.U. 149 in allen Bereichen des profanen Lebens ein gewal-
tiger Umbruch und Wandel stattgefunden hat, der auch dadurch gekennzeichnet war, dass sich die-
se Veränderungen immer zahlreicher und in immer kürzeren Zeitabständen einstellten, haben die
Schlaraffen des hohen Reyches „Am Tegrinsee”, dem Kristall in der Krone Bayerns, sich nicht auch
windschnittig in den profanen Trend gelegt, sondern den schlaraffischen Gedanken, unter Wahrung
der Vorgaben der Allmutter Praga, am Tegernsee gepflegt und weitergegeben.
Höhepunkte in diesem Quartal des 21. Jahrhunderts waren die 1.000 Sippung am 14.2. a.U. 127, die
1.500 Sippung am 9.1. a. U. 145 und das 50. Stiftungsfest am 5.5. a.U. 141.
„Strömt herbei Schlaraffenscharen” - so erklang es aus mehr als 400 Kehlen beim festlichen Einritt
zum 50. Stiftungsfest, das im Postsaal zu Bad- Wiessee celebriert wurde. Über 35 Reyche hatten ihre
Sassen zur Festsippung gesandt, und OÄ Rt Don Libretto begrüßte sie, die Burgfrauen und den
Tross unter den Klängen des Fanfarenzuges unserer Mutter Monachia auf das Herzlichste.
Als dann noch ein leibhaftiges Prachtexemplar eines Uhus zur Festbühne getragen wurde, schlu-
gen die schlararaffischen Herzen der Freundschaft aufs höchste. OK Rt Gschichtl und unser ER Rt
Dentex (15) erläuterten in launigen Worten die Geschichte des Reyches, ehe unser Erzschlaraffe Rt
Specht für die Gründung a. U. 92 besonders belobigt und bedankt wurde.
Der Fechsungsteil unter dem Thema „Wie‘s singt und klingt am Tegrinsee”, souverän geleitet durch
OI Rt Hussa, sprühte vor Abwechslung wegen der Fülle des bunten Programms, das von den Freun-
den der benachbarten Reyche sowie der eigenen Sassen dargeboten wurde, wobei die Singguiniker
der Landeshuota und unser Freund Rt Meisterwurz (363) besonders beeindruckten. In gemütlicher
Runde fand das Fest am Sonntagmorgen bei einem gemeinsamen Frühschoppen zur bayerischen
Blasmusik seinen Ausklang.
Beweise für die enge, dauerhafte und herzliche Verbundenheit mit befreundeten Reychen sind die
vielen in dieser Zeit entstandenen, beziehungsweise aus den Jahren davor übernommen und bis
heute quick-lebendig gebliebenen Freundschafts- und Themen-Sippungen :
Wie es singt und klingt am Tegrinsee / Jagd-Wald-Wild-Sippung / Beaujolais-Primeur-Sippung (mit
Im Zillertal und Ob der Isar) / ES- und Filser-Agricola-Sippung (mit Truna Bavariae) / Schneekristall-
Turney / Die flotten 3er (mit Oenipontana und Im Zillertal) / Dreieckssippung (mit Castellum Ero-
latium und Am Grimmingtor) / Faust-Turney-Sippung.
Als Ehrenschlaraffen würdigt unser Reych den Mineraloge und Schriftsteller Franz von Kobell (ES
Brandner Kasper vom Wildanger), den Volksdichter Ludwig Thoma (ES Filser), den Mundartdichter
Karl Stieler (ES Werinher) und den Komponisten Franz Grothe (ES Illusion).
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
321 Over-uhu-sia
Die vergangenen 24 Jahrungen waren gekennzeichnet durch die Entwicklung und Pflege des Kon-
taktes mit befreundeten Reychen in nah und fern. So veranstaltete die Over- UHU-sia mit den
beiden anderen „Montagsreychen”, der Großmutter (50) und der Schwester (191), regelmäßige Ge-
meinschaftssippungen. Der Stärkung des Heimatgedankens und der Erinnerung an den Ursprung
in dem Ballungsgebiet und Schmelztiegel Ruhrgebiet dienten darüber hinaus die ebenfalls in jeder
Winterung durchgeführten Gemeinschaftssippungen mit den Nachbarreychen Assindia und Im
Vest.
Ein fester Bestandteil der Winterung wurde auch ein von Rt Linsen-Paul a.U. 133 ins Leben geru-
fenes Linsensuppen-Blitzturney, zu dem jeweils im Wechsel zwei Gastreyche geladen wurden. Der
deftige Linsen-Eintopf als Atzung und die zahlreichen Turneybeiträge (bislang über 250) ließen die-
ses Turney zu einem großen Erfolg werden.
Einen Höhepunkt zum Ende der Winterung bildeten die mehrtägigen Wochenendausritte des Rey-
ches ins weite Uhuversum, an dem sich auch Sassen aus befreundeten Reychen beteiligten. Bisher
haben wir 20 verschiedene Reyche besucht und dabei den schlaraffischen Blickwinkel erweitern
können und andere Rituale und Sippungsabläufe kennen gelernt. Gern nutzten die Teilnehmer auch
die Gelegenheit zu einem privaten Gespräch mit eigenen und befreundeten Sassen.
Im Lenzmond a.U. 142 feierte unser Reych sein 50. Stiftungsfest mit drei Festsippungen. Im Mit-
telpunkt standen ein Jubiläums-Minneturney mit Burgfrauen und der 20. Schlotbaronkongress mit
Schlotbaronerkürungen und dem Turney um die Goldene Grubenlampe. Der Titul „Schlotbaron”
und die ebenso eindrucksvolle wie ungewöhnliche Zeremonie der Schlotbaronerkürung sind das
besondere Markenzeichen der Over-UHU-sia geworden.
Inzwischen gibt es im gesamten Uhuversum bereits über 800 Schlotbarone. Sie „vertreten und
ironisieren eine Region, die einmalig auf der Welt und im Uhuversum ist” (ER Don Attacko, 166).
Als Groß- Komtur der Schlotbaronie fungiert unser ErbK Rt Minneschalk als Nachfolger des gen
Ahalla gerittenen ErbK Rt Hedamo. Alle zwei Jahre treffen sich die Schlotbarone in unserer Geyer-
burg und erfreuen sich ganz besonders an dem regelmäßig stattfindenden Turney um die Golden
Grubenlampe.
Die dargestellten Aktivitäten haben bestehende schlaraffische Freundschaften gefestigt und neue
freundschaftliche Begegnungen ermöglicht. Sie haben der Over-UHU-sia geholfen, die schweren
Verluste, die sie durch den Ahallaritt zahlreicher Sassen erlitten hat, einigermaßen zu verkraften.
Unser Reych ist viel kleiner geworden, doch hält die aktive Sassenschaft in Harmonie und Freund-
schaft fest zusammen.
Treue Freunde aus benachbarten Reychen tragen außerdem durch ihre regelmäßigen Einritte dazu
bei, dass die blaue Kerze der Freundschaft in unserer Geyerburg weiterhin ihren hellen Schein auf
ein fröhliches und abwechslungsreiches schlaraffisches Treiben werfen kann.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s