Am Odinwald

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 395 — Am Odinwald. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

395 Am Odinwald
War die Colonie-Gründungsfeier für den 12.4. a.U. 124 geplant, wie der 3. Band der Chronik noch
vermeldet, so fand sie doch schon am 29.3. a.U. 124 statt und trägt die Nr. 1 unserer Sippungsfolge.
Voll Wehmut galt es in der Sommerung Abschied zu nehmen von dem warmen Uhu-Nest im Gast-
haus „Lamm” und seiner unvergessenen Styxin Lydia. Für die aufstrebende Colonie war es zu klein
geworden. In der Lethemond-Schlaraffiade a.U. 124 wurde mit großem Gedränge die „Sibiria-Burg”
im Saal des MFV-Clubhauses zu Mosbach geweiht, die bis heute der würdige Rahmen unserer
Sippungen und Feste ist, wohlumsorgt von unserer einmaligen Styxin Ute. Am 9.3. a.U. 126 reichte
der größte Saal der Großen Kreisstadt Mosbach, die Pattberghalle, gerade aus, um all die Freunde
und profanen Würdenträger, an ihrer Spitze der Oberbürgermeister, aufzunehmen, die die Sankti-
on des Reyches „Am Odinwald” mit uns feiern wollten. Unser Mütterlein Haidelberga hegte uns
liebevoll: Der Blick auf den von ihm gefexten Thron erinnert stets an unseren ER No-Bitte, und ein
Vierteljahrhundert hindurch begleitete Rt Seegraph unser Werden, anfangs noch als gar gestrenger
Feldwaibel.
Er begründete die hohe Schule der Schmierbuchfechsungen des jungen Reyches, die Rtt von Wegen
und KleinOd-in wirken darin trefflichst fort. An seiner Junkertafel zog Rt Seegraph die 4 Bären vom
Odinwald groß: Um den von ihnen gestifteten Bärenorden wurde am 11.2. a.U. 133 erstmals im
Rahmen des Badisch-Sibirischen Bärenturneys gerungen. A.U. 149 fand das 17. Bärenturney mit wie
stets mehr als 20 Fechsanten statt. Weitere Traditionen wurden begründet oder lebendig erhalten:
Im Herbst a.U. 147 wird zur 27. Pillkallen-Sippung gefechst, geatzt und Pillkaller gelabt, unverges-
sen dabei unser Rt Ächter mit seinem Trinkspruch vom zu klein geratenen Ihi in ostpreußischer
Mundart. In diesem Umfeld entstand die Idee, den Schriftsteller Ernst Wiechert am 20.10. a.U.
128 zum ES Jeromin unseres Reyches zu ernennen. Bis a.U. 140 wurde zur Heimat und Mundart-
Sippung 13 Jahrungen lang Grünkern in seinen leckersten Zubereitungsarten geatzt. Heute sind
diese beiden Sippungen mit Atzung vereint. Seit a.U. 127 feiern wir zusammen mit Burgfrauen und
Freunden am Samstag nach seinem kalendarischen Beginn den Frühling in der blütengeschmück-
ten Burg. Bei den SommerKrystallinen einmal im Monat und bei den Sommerfesten und -ausflügen
sind Burgfrauen und Tross zahlreich zugegen. Auch hier geht ein wehmütiger Blick zurück auf die
Ausflüge auf die Schwäbische Alb oder zum Vater Rhein, auf die Feste auf dem Wemershof oder in
Deutschlands kleinster Brauerei beim Egolf in Schefflenz und auf die Gartenschau-Sippung am 14.6.
a.U. 138. Auch an der AHA-Feier unseres Reyches am 24.4. a.U. 134 nahmen unsere Burgfrauen teil.
Nun waren wir vollends flügge, dennoch beließen wir es bei unserem damals ersten und einzigen
Reychsgesetz: Ein Oberschlaraffe darf nicht länger als 5 Jahrungen ununterbrochen fungieren. Diese
Bestimmung hat viel Farbe und immer wohltuende Abwechslung in unser Spiel gebracht und gab
selbst dem großen Rt Juppilator die wohlgenutzt Chance, sich als „Heruntergekommener” an der
Sassentafel als Hofnarr zu profilieren. Rt Friwohl tat es ihm nach, und viele große Talente unseres
Reyches wären vielleicht unentdeckt geblieben. Viele der Erbauer unseres Reyches können wir nur
noch beim alljährlichen Gräbergang besuchen: So u.a. die Rtt Di-stich-on, Juppilator, Atü, Quellfroh
(„der Resümist”) oder Eduro, der seit a.U. 143 die Brillanten zum Großursippenorden trug. Sie und
alle anderen werden auf der ewigen Weinkarte unseres Großfürsten Sir Rührig gewürdigt. Vier Sas-
sen des Feldlagers von a.U. 120 sippen noch mit uns und können bei den Mottenkisten-Sippungen
von ihnen und jenen Tagen berichten. Und es sind schöne und heitere Erinnerungen, denen sich
alle Sassen unseres allzeit getreuen und fröhlichen Reyches verpflichtet fühlen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
396 Perla Andina
Die Geschichte des stolzen Reyches in der gemütlichen Hauptstadt von Ecuador wird uns durch Rt
Saxulum v.d. Einsiedel,einem „Sassen der ersten Stunde”, in plastischer und sympathischer Form
in seiner umfangreichen Reychschronik nahegebracht.
Er erzählt von den Primordien des Feldlagers, das a.U. 124 dank der Initiative eines deutschen Di-
plomaten, des „Perlvaters” Rt Frohnfex, entstand und eine kleine Sensation in deutschsprachigen
Kreisen von Quito darstellte. Schon zur Coloniegründung, zelebriert von ASR Rt Lukulludens, ritten
33 Recken aus 23 Reychen ein. Der Festakt wurde mit einem Bankett in der Heimburg des Rt Egip-
tocus fortgesetzt, bei dem die Mestizenband spielte.
Der Anlass war auch die Geburtsstunde der Reychshymne von Rt Pizzicato. Die Sanktionsfeier am
16.3. a.U. 125, verbunden mit einer Brückensippung, ist allen als schönstes Fest dieses gastfreund-
lichen Reyches in Erinnerung geblieben. Profane Umstände und wirtschaftliche Schwierigkeiten
führten zur Rückwanderung deutscher Spitzenkräfte aus Handel und Industrie nach Deutschland,
wodurch das Reych große Verluste erlitt.
A.U. 130 zählte die Perla Andina 38 Sassen, von denen 15 fahrend waren. Zum 20. Stiftungsfest, a.U.
144, gab es das 14. Turney um die Äquatorkette. A.U. 147 waren es 20 Sassen, von denen 8 fahrend
gemeldet sind. Schlaraffischer Nachwuchs ist kaum zu finden, doch gilt es als Gnade des Uhu, dass
man einen jungen ecuadorianischen Künstler für Schlaraffia begeistern konnte.
Die Umstände zwangen das Reych dazu, die Zahl der Sippungen in der Burg am Cotopaxi auf zwei
im Monat zu verringern. Aber man sippt gewissenhaft und fröhlich nach Spiegel und Ceremoniale
unter dem Motto „und wenn der ganze Schnee verbrennt, die Asche bleibt uns doch”,denn Ecuador
ist ein Land der gletscherbedeckten Vulkane, die häufig Asche spucken.
Das Reych ist bestrebt, seinen Besuchern stets eine reichliche Probe ecuadorianischer Gastfreund-
schaft zu bieten und ihm die Schönheiten des Landes zu zeigen Wir nehmen unsere Reychshymne
ernst, in der es heißt „hoch Schlaraffia mit Freundschaft und Humor, von Praga zu den Anden, zum
Aequator.”
Das neue System, nur zweimal im Monat zu sippen und den Thron nur mit zweien Oberschlaraffen
zu besetzen, brachte uns eine intensivere Beteiligung und schönere Sippungen. Rt Saxulum warb
effektiv um Einritte zu Perla Andina auf seinen Reisen in Germanien und Brasilien. Bedauerlich war
der Abschied des beliebten, langjährigen OÄ Rt Esox, der nach Germanien zog und in der Nähe von
Berlin sesshaft wurde.
A. U. 147 tagte die 56. Sitzung des SRLA in den Gemarkungen des Ziehmutterreyches Regnum
Novum Granadense. Die Teilnehmer begaben sich am nächsten Tag zu einer Festsippung gen Perla
Andina und einem Ausflug auf den Burgberg Cotopaxi.
Der harte Kern der Perla Andina wird zwar immer kleiner, aber wir sippen froh und pflegen die
schlaraffischen Ideale von Kunst, Freundschaft und Humor mit ganzem Herzen in diesem fernen
Andenreych.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 480-481