Beschreibung
Klöpfer, Hans Dr. Dr. h.c.
Titel: Hannes der Sulmtaler
Reych: Nr. 217 An der Pruggen (Bruck/Mur)
Geb.: 18.08.1867 in Eibiswald
Gest.: 27.06.1944 in Köflach
Volltext
österreichischer Arzt und Heimatdichter Hans Klöpfer war der Sohn des Landarztes Johann Klöpfer, ein Schwabe aus Giengen an der Brenz in Württemberg. Nach seiner Gymnasialzeit im k.k.1. Staatsgymnasium in Graz, begann er ebenfalls in Graz Medizin zu studieren und wurde gleichzeitig Mitglied des „Akademischen Gesangvereins". 1891 promovierte er zum Dr. med. und arbeitete zunächst im Allgemeinen Krankenhaus in der Paulustorgasse in Graz, bevor er sich 1894 als Werksarzt der „Alpinen Montangesellschaft" in Köflach verpflichtete. 1901 starb seine Mutter, eine geb. Fuchs, deren Bruder der bekannte Tondichter Robert Fuchs war. Im Jahre 1902 heiratete Klöpfer Martha Steiner, die Tochter des Bergverwalters Thomas Steiner. 1906 starb auch sein Vater. Hans Klöpfer begann erst nach dem 40. Lebensjahr zu schreiben. Seine kulturgeschichtlichen Feuilletons, die Aufsätze unter dem Strich im „Grazer Tagblatt" wurden vom Verein für Heimatschutz gesammelt und erschienen 1912 mit dem Titel „Vom Kainachboden". 1922 folgte „Aus dem Sulmtale". Gleichgesinnte, wie Viktor Geramb, Viktor Zack, der Epiker Emil Ertl, der Priester Josef Steinberger, der Kulturhistoriker Robert Baravalle, schlossen sich mit Klöpfer zu einem Kreis zusammen, zu dem später auch der Schriftsteller Franz Nabel trat. Klöpfer pflegte auch eine Verbindung mit Peter Rosegger und dem Pfarrherrn Ottokar Kernstock auf der Festenburg. Während des ersten Weltkrieges arbeitete Klöpfer mit Hans Fraungruber zusammen, um die Heimat geistig zu stärken. Nach dem Umsturz 1918 setzte Klöpfer seine literarische Tätigkeit fort. Er sagt darüber „Als nun die ,Abendländischen Monatshefte' des Deutschen Schulvereins Südmark gegründet wurden unter der frischen, beherzten und weitsichtigen Führung des Professors Dr. Josef Papesch, da hatte ich meine endgültige literarische Heimstatt gefunden". In jene Zeit fiel auch die Bekanntschaft mit Anton Wildgans, als dieser auf einem Bergbauernhof bei Köflach sein Epos „Kirbisch“ schrieb. 1924 erschienen seine „Gedichte in steirischer Mundart", 1930 ein „Steirisches Bilderbuch" mit ausgewählten naturverbundenen Erzählungen, 1933 "Aus alter Zeit" und schließlich 1936 „Aus dem Bilderbuch meines Lebens". Im gleichen Jahr verlieh ihm die Universität Graz die Ehrendoktorwürde Dr.phil.h.c. Von 1936-38 erschienen seine Gesammelten Werke in fünf Bänden. Dem steirischen Heimatdichter wurde in Anerkennung seiner dichterischen Leistung 1939 der Mozartpreis der Hamburger Goethestiftung, 1942 der Raimundpreis der Stadt Wien und zu seinem 75. Geburtstag die Goethe-Medaille des ehemaligen Deutschen Reiches verliehen. Im Auftrag des Arbeitskreises Kainachboden des Steirischen Volksbildungswerkes hat Helmut Kersch eine liebenswerte Schrift herausgegeben unter dem Titel „Hans Klöpfer, bei meinem Volk zu Gast" (1966 Verlag der Alpenland-Buchhandlung Südmark, Graz). Sie enthält eine Kurzbiographie, Mundart- und hochdeutsche Gedichte und Erzählungen. Klöpfer fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Köflach. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt