Beschreibung
Ringelnatz, Joachim
Titel: Kuttel Daddeldu
Reych: Nr. 302 Portus Betsiae (Plainfield)
Geb.: 03.08.1883 in Wurzen
Gest.: 17.11.1934 in Berlin
Volltext
deutscher Schriftsteller und Maler Ohne Wissen seiner Eltern verließ er drei Jahre vor seinem Abitur die Schule und fuhr zur See. Danach versuchte er sich in den verschiedensten Berufen, so als Zeitungsverkäufer, Faktotum einer Pension in England, kaufmännischer Angestellter und Korrespondent eines Reisebüros. In München war er Besitzer eines Tabakladens. Später versuchte er sich als Bibliothekar auf zwei Schlössern, Fremdenführer, Schaufensterdekorateur und Archivar in Berlin. So durchwanderte er viele europäische Länder, bis er 1909 in München im Schwabinger Künstlerlokal „Simpl“ eine feste Anstellung als „Hausdichter“ fand. 1914 - 1918 diente er bei der Marine und schrieb nach dem Krieg für das Kabarett, wie z. B. für die Kleinkunstbühne „Schall und Rauch", Berlin, witzige Texte, die von ihm selber vorgetragen wurden. Großer Popularität erfreute sich seine unkonventionelle, sprachspielerische Lyrik, die mit ihrer Mischung aus Seemannsgarn und Moritaten, liederlichen Abenteuern, Nichtsnutz-Erkenntnissen, bittere Zeitkritik und sanfter Verzweiflung dem Lebensgefühl der Frontgeneration entgegen kam. Über den spaßigen Momenten wurde allerdings Ringelnatz' tiefer Ernst häufig nicht wahrgenommen. Seine Dichtungen erhielten die nachhaltigen Impulse allerdings stets durch sein Leben auf See. Sein Pseudonym wählte er nach der Bezeichnung der Fahrensleute für das Seepferdchen, welches sie Ringelnase oder Ringelnatze nennen und ihnen als Glücksbringer gilt. Einige Werke seien im Einzelnen genannt: Gedichtsammlungen: Schnupftabaksdose, Stumpfsinn in Versen, Turngedichte, Kuttel Daddeldu, Kinder-Verwirr-Buch, Und auf einmal steht es neben dir. Drei Jahre vor seinem Tode erschien auch seine Autobiographie: „Mein Leben bis zum Kriege". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt