Reych Nr. 188

Satie, Eric

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Satie, Eric
Titel: Tango – ohne Ende
Reych: Nr. 188 Baruthia (Bayreuth)
Geb.: 17.05.1866 in Honfleur
Gest.: 01.07.1925 in Paris

Volltext

französischer Komponist Eric Satie gilt als Wegbereiter moderner Musik im Abschied von der Romantik. Er war mit allen großen Künstlern im damaligen Paris bekannt. Er passte in kein Schema und galt als einer der seltsamsten Musiker seiner Zeit. Dennoch übte er einen großen Einfluss auf das Musikgeschehen und die Musikentwicklung aus. Er stand für Impressionismus, Symbolismus, Neoklassizismus, Futurismus, Dadaismus, Surrealismus, Avantgarde, Jazz, Filmmusik und gar die „möblierte Musik“ und oft hat er das Neue erst auf den Punkt gebracht. Eric Satie kommt aus einer musikalischen Familie, der Vater war Musikverleger. Er erhielt schon früh Klavierunterricht und bestand mit 13 Jahren die Aufnahmeprüfung am Pariser Konservatorium. Exzentrisch, introvertiert und abgestoßen von der gängigen Behandlung der Musik verließ er es nach drei Jahren. Er fing an, musikalisch zu denken und zu schreiben, was er später selbst als fatale Idee bezeichnete. Er fand eine Zuflucht in der gotischen Kunst und Meditationen in Notre Dame. Schließlich stieß er zu dem esoterischen Rosenkreuzer-Orden, der in Paris von großer Bedeutung Er wurde dort Hauskomponist und schrieb viele Klavierwerke. Bei den Rosenkreuzlern geriet Satie in das Zentrum des wagnerisme in Frankreich, bei dem die Musik Richard Wagners zum Kult, zur Religion wurde. Satie erwies sich allerdings als immun gegen die Wagnermusik und blieb es sein Leben lang. 1887 lässt sich Satie in der Künstlerkolonie Montmartre nieder. Bald bekommt er den Beinamen „Monsieur le Pauvre“, Herr Habenichts. Er entfaltet dort seine ganze musikalische Vielseitigkeit. In einer Zeit, wo Meditaton und Mystik immer mehr gefragt sind, findet man bei Satie eine fast unerschöpfliche Quelle. Fängt man einmal damit an, in diese Musik hineinzuhören, erschließt sich eine neue Welt des Innerlichen, ohne Pathos, aber leuchtend, glitzernd und beruhigend wie ein Sternenhimmel mit seinen vielen Facetten und Sternschnuppen. Man kann Entspannung und Beglückung erfahren. Es ist auch wie das sich Hingeben an eine schöne Erzählung. Die humorvolle Musik ist gekennzeichnet durch zugefügte dadaistische und absurde Texte, mit und ohne Beziehung zur Musik. Diese Texte schildern meist kleine verrückte Begebenheiten und haben nicht selten gesellschaftskritischen Inhalt und bissigen Humor. Man könnte sagen: Ja so ist das Leben! Musikalisch sind es Meisterstücke der Kleinkunst und Kürze. Sie sind für Schlaraffen besonders geeignet: Kunst und Humor in Vollendung. Vor vielen Jahrungen hat Rt. Notagraf den Satie-Bazillus in der Baruthia eingebracht und er ist so virulent, dass es höchste Zeit war, Erik Satie zum ES der Baruthia zu erküren. Dies geschah am 6.11. Der Name „Tango – ohne Ende“ wurde ausgewählt nach „Le Tango“, einem kurzen Klavierstück aus der Sammlung „Sports et Divertissementis“. Der zugehörige Text besagt, dass der Tango der Tanz des Teufels sei, eine Erwiderung auf das Verbot des Bischofs von Paris zum Tanzen des teuflischen Tangos. Nach der Anweisung von Satie ist das Stück ständig zu wiederholen und ist daher mit „endlos“ zu bezeichnen. (Text gekürzt: Rt. Notagraf (188), DSZ 136 / 9)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt